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Radweg könnte an Wunsch der Anwohner scheitern

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Widdersdorf – Wo Menschen eine Mauer oder Trennwand bauen, gibt es in der Regel Stoff für Diskussionen. So ist es auch in Müngersdorf. Am Gregor-Mendel-Ring haben Facharbeiter im Auftrag des Landesbetriebs Straßenbau NRW, der für bauliche Veränderungen an der überörtlichen Straße zuständig ist, eine fünf Meter hohe Wand errichtet. Sie soll die Anwohner des Wohngebiets am Egelspfad vor dem Lärm schützen, der von der stark befahrenen Landstraße Lise-Meitner-/Gregor-Mendel-Ring ausgeht.

Bürger hatten zuvor bereits kritisiert, dass dafür etliche Bäume gerodet werden mussten. Nun steht die Lärmschutzwand – und ist Anlass für neue Debatten. Denn zwischen dem schmalen Bau und den Privatgrundstücken ist noch Platz. Bislang ist dort ein befestigter „Betriebsweg“ zur Wartung der Lärmschutzwand geplant. Die Bezirksvertretung Lindenthal hat sich nun für eine andere Nutzung des Raums entschieden. Sie hat die Verwaltung per Beschluss aufgefordert, auf der südlichen Seite der Wand, jenseits der Straße und neben den Grundstücken eine Rad- und Fußwegverbindung anzuvisieren. Die Platzverhältnisse würden den Bau einer solchen sinnvollen Anlage zulassen, lautete die Begründung der Bezirkspolitiker. Die Wartung der Wand wäre auch von dort aus machbar.

Das Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung unterstützt die Entscheidung des Stadtteilparlaments. „Die Verwaltung wird den Beschluss der Bezirksvertretung hinsichtlich eines solchen Weges in Kürze an den Landesbetrieb Straßenbau NRW weitergeben“, betont Jürgen Müllenberg, Sprecher der Stadt, „verbunden mit der Stellungnahme der Stadt, dass ein solcher Weg befürwortet wird.“ Denn die Kölner Stadtverwaltung ist für eine Entscheidung über das Vorhaben selbst nicht zuständig.

Auch der Landesbetrieb wird es nur bewerten und einen darauf basierenden „Prioritätenvorschlag“ erarbeiten. Über die Umsetzung des Vorschlags entscheidet letztendlich der Regionalrat in der jährlich stattfindenden Priorisierungsrunde. „Erst nach dieser Entscheidung ist absehbar, ob der Vorschlag kurz- mittel- oder gar erst langfristig umgesetzt werden kann“, sagt Sabrina Kieback, Pressesprecherin des Landesbetriebs Straßenbau NRW.

Der Landesbetrieb selbst hat allerdings Bedenken, was den Bau des gewünschten Wegs für Radfahrer und Fußgänger betrifft: „Den Anwohnern ist bei der Planung der Lärmschutzwand zugesagt worden, dass der Bereich zwischen der Wand und den Grundstücken nicht öffentlich zugänglich ist, sondern als Wartungsweg mit Toren versehen wird, um einen gewissen Schutz vor Fremdbetreten der Grundstücke zu haben“, führt Kieback aus. Zwischen Lärmschutzwand und Fahrbahn passe kein Weg, da hier nur 50 Zentimeter Abstand sind. Die Wand sei auf Wunsch der Anwohner und aus lärmtechnischen Gesichtspunkten so nah wie möglich an den Fahrbahnrand gesetzt worden.

Auf den Einwand des Landesbetriebs reagierte so mancher Bezirksvertreter mit Kopfschütteln. „Diese Bedenken kann ich wirklich überhaupt nicht nachvollziehen“, kommentierte Marliese Berthmann, Fraktionsvorsitzende der CDU.

DIE REGIONALRÄTE

Regionalräte sind die politische Vertretung eines Regierungsbezirks. Sie werden von den Kreistagen der Landkreise und den Räten der kreisfreien Städte gewählt und beschäftigen sich mit der Strukturpolitik: Siedlungs- und Flächenpolitik, Gewerbeentwicklung, Verkehrswege, Naturschutz. Zentrale Aufgabe des Regionalrats ist die Aufstellung des Regionalplans. (se)