Köln – In der Pandemie boomt der Internethandel. Allein die Deutsche Post hat im vergangenen Jahr so viele Pakete wie noch nie versendet - 1,8 Milliarden Stück. Die Zustellungswelle hat aber auch negative Auswirkungen: Müllcontainer quellen mancherorts vor Kartons über. In manchen Kommunen hat auch der restliche Hausmüll im Corona-Jahr 2020 spürbar zugenommen.
Die eingesammelte Menge von Plastik, anderen Leichtverpackungen sowie Glas stieg 2020 um jeweils rund sechs Prozent, wie eine Umfrage des Bundesverbandes der Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) unter seinen Mitgliedsfirmen ergab. Der Grund: Die Menschen verbringen im Lockdown mehr Zeit zu Hause. Die regionalen Unterschiede seien bei den Müllmengen allerdings groß.
Die Kölner verursachen offenbar nur wenig mehr Müll als vor der Pandemie. Zumindest berichten Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) und Abfallverwertungsgesellschaft (AVG) von einem nur leicht gestiegenen Müllaufkommen. Die Coronakrise habe zu Verschiebungen beim Abfallaufkommen geführt, teilte der Sprecher der AVG, Tilo Dumuscheit, mit. Beim Restmüll habe das Unternehmen, das unter anderem die Niehler Müllverbrennungsanlage betreibt, ein Plus von 3300 Tonnen verzeichnet. In Bezug auf die Gesamtmenge von 253 000 Tonnen Restmüll handele es sich um eine Steigerung von rund 1,3 Prozent. Bei den übrigen Abfallfraktionen habe es ebenfalls einen Zuwachs von ein bis zwei Prozent gegeben. Beim Sperrmüll habe es einen Anstieg von rund 2000 Tonnen oder rund drei Prozent gegeben. Leicht rückläufig sei die Menge an Gewerbemüll; es wurden weniger Altholz oder Abfälle aus Restaurationsbetrieben gesammelt.

Am Rheinufer in Köln bleibt oftmals Müll liegen.
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Auch der Papiermüll habe sich im Vergleich zu 2019 vermindert, erläutert Cordula Beckmann, Sprecherin der AWB, die den Hausmüll einsammelt. Statt 58 000 Tonnen wurden nur 57 000 Tonnen gezählt. Bei den Wertstoffen erhöhte sich das Aufkommen von 28 000 Tonnen auf 29 800 Tonnen. Für die vollen Müllcontainer hat Beckmann eine einfache Erklärung: „Die Tonnen sind tatsächlich voller als früher, aber das Gewicht hat sich nicht verändert.“ Denn nicht alle Kölner würden die vielen Kartons von Amazon und Co. so zerkleinern, wie es nötig wäre. Daher komme weniger Müll in die Behälter als möglich wäre. Oft lande daher auch Papiermüll neben den Tonnen, was für die Teams der Müllwagen zusätzliche Arbeit bedeute. In den Müllwagen würden die Kartons allerdings gepresst, so dass keine zusätzlichen Fahrten nötig seien.
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Der Branchenverband BDE ermittelte bundesweit einen Anstieg bei Glas um 5,9 Prozent, bei Leichtverpackungen aus Kunststoffen, Metallen und Verbundmaterialien um 5,7 Prozent und bei Papier im 1,7 Prozent. Insgesamt verbraucht jeder Deutsche jährlich 16 Kilogramm Papier, 22 Kilo Altglas und 30 Kilo Leichtverpackungen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden 2019 insgesamt 38 Millionen Tonnen Hausmüll eingesammelt, 457 Kilogramm pro Einwohner. Zu Haushaltsabfällen zählen Hausmüll (Restmüll), Bioabfälle, Wertstoffe, Sperrmüll und sonstige Abfälle wie beispielsweise Batterien und Farben. Neuere Zahlen liegen nicht vor.
In Köln beträgt die Abfallmenge etwa 600.000 Tonnen, 550 Kilo pro Einwohner. Darin sind auch Abfälle wie Schlämme aus der Kanalisation und der Abwasserklärung enthalten. Ohne sie verursachen die Kölner 380 Kilo Hausmüll pro Einwohner.


