- Gewaltbereite mitgereiste, Eskalationen im Stadion: Regelmäßig muss die Polizei mit riesigen Aufgeboten anrücken, um bei Fußballspielen im Stadion und in der Stadt für Ordnung zu sorgen.
- Diese Einsätze kosten. Doch wer soll dafür aufkommen?
- Das Land Bremen hat den Fußballvereinen die Einsätze in Rechnung gestellt. NRW will die Sache anders handhaben.
Köln – Das NRW-Innenministerium hat Gespräche mit den „führenden Profiklubs“ in NRW über die Frage aufgenommen, was sie im Umfeld von Hochrisikospielen noch tun können, um den Einsatz von Polizeikräften zu minimieren. Das Land habe nicht vor, das Bremer Modell zu übernehmen. „Mit dem Schreiben von Rechnungen kriegt man die Gewalt nicht aus den Stadien“, sagte ein Sprecher. Man wolle mit den Vereinen einen Konsens erzielen, „wer was zu erledigen habe“.
DFL zahlt Rechnung in Bremen
Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) wird die vier Gebührenbescheide in Höhe von 1,17 Millionen Euro begleichen, die das Land Bremen dem SV Werder Bremen für den Einsatz zusätzlicher Polizeikräfte bei Hochrisikospielen in Rechnung gestellt hat. Die Hälfte soll Werder Bremen zahlen, die andere Hälfte die DFL, die aber keine eigene Kasse hat, die Einnahmen werden an die Vereine ausgeschüttet. Deshalb wird das Geld nach einem Schlüssel auf die 36 Klubs der Ersten und Zweiten Liga aufgeteilt werden müssen. Im März 2019 hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass eine finanzielle Beteiligung der Vereine bei Hochrisikospielen rechtens ist. In den ersten vier Ligen des Profifußballs gibt es jedes Jahr rund 50 sogenannte Hochrisikospiele, in denen aufgrund einer besonderen Brisanz oder Rivalität mehr Sicherheitsvorkehrungen nötig sind. (pb)
