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Riesiger Fund am FlughafenZigaretten auch im Kinderrucksack – Köln gilt als Schmuggel-Drehkreuz

Vier große Koffer und acht weitere Gepäckstücke voller Zigaretten: Der aktuelle Fund zeigt erneut, welche Rolle Köln beim Schmuggel spielt.

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großer Koffer randvoll gefüllt mit unversteuerten Zigaretten

Der Zoll hat Mutter und Tochter sowie Bruder und Schwester mit rund 80.000 unversteuerten Zigaretten im Koffer erwischt.

Zwölf Gepäckstücke schieben Mutter und Kind, die gerade aus Istanbul zurückgekehrt sind, vergangene Woche durch die Ankunftshalle des Flughafens Köln/Bonn – vier große Koffer, acht weitere Taschen und Rucksäcke. Als die Frau mit ihrem Sohn den grünen Ausgang für anmeldefreie Waren ansteuert, hält sie ein Zollbeamter auf. Eine Routinekontrolle, wie sie am Flughafen täglich stattfindet – allerdings mit einem Ergebnis, das selbst erfahrene Fahnder überrascht.

Wie das Hauptzollamt Köln am Montag mitteilte, fanden die Beamten in den Koffern der Reisenden knapp 57.000 unversteuerte Zigaretten verschiedener Marken. Selbst im Rucksack des Kindes steckte Schmuggelware. „Reiserückkehrer aus der Türkei mit zu vielen Zigaretten im Gepäck gehören für uns am Flughafen zum Alltagsgeschäft. Aber vier große Koffer und weitere acht Gepäckstücke fast ausschließlich gefüllt mit knapp 57.000 unversteuerten Zigaretten, ist für uns ein neuer Rekordwert“, sagt Zollsprecher Jens Ahland.

Köln gilt als Drehkreuz des Zigarettenschmuggels

Gegen die Frau wurde noch vor Ort ein Steuerstrafverfahren eingeleitet, die Zigaretten wurden sichergestellt. Sie sollen nach Abschluss des Verfahrens vernichtet werden – frühere Funde ließ der Zoll etwa in der Müllverbrennungsanlage in Eschweiler verbrennen.

Besonders bemerkenswert: Es ist offenbar kein Einzelfall in der Familie. „Es stellte sich heraus, dass die Mutter der Schmugglerin meinen Kolleginnen und Kollegen bereits Ende August an gleicher Stelle nach ihrer Rückkehr aus Istanbul mit rund 15.000 Schmuggelzigaretten ins Netz gegangen ist“, so Ahland weiter.

knapp 57.000 Schmuggelzigaretten

Der Zoll hat Mutter und Tochter sowie Bruder und Schwester mit rund 80.000 unversteuerten Zigaretten im Koffer erwischt.

Nur wenige Tage zuvor hatte der Kölner Zoll einen ähnlichen Fund gemacht: Ein 37‑Jähriger und seine 41-jährige Schwester wurden nach ihrer Rückkehr aus Syrien am grünen Ausgang gestoppt. In seinen beiden Koffern hatte der Mann 2600 unversteuerte Zigaretten versteckt, bei seiner Schwester fanden die Beamten in nur einem Koffer 4400 weitere. „Auch in diesen beiden Fällen führte uns die unverwechselbare Struktur von Zigaretten auf dem Röntgenbild der Koffer auf die richtige Spur“, erklärt Ahland.

Der Flughafen Köln/Bonn gilt als Drehkreuz für Zigarettenschmuggler. Allein im vergangenen Jahr zog der Zoll rund 1,6 Millionen unversteuerte Zigaretten und mehr als 1600 Liter unversteuerte Liquids sowie mehr als 2,7 Tonnen überwiegend unversteuerten Wasserpfeifentabak aus dem Verkehr.

Nach Angaben des Zolls wird der größte Teil der illegalen Zigaretten in der Region allerdings nicht in Reisekoffern geschmuggelt, sondern versteckt in Paketsendungen, getarnt als Kinderspielzeug, Fitnessgeräte oder Möbel – von Köln aus geht es dann häufig weiter in andere europäische Länder. Verkauft werden die illegalen Zigaretten nach Erkenntnissen der Fahnder auf Online-Plattformen, aber auch auf Märkten und in Kiosken unter der Ladentheke, auch in Köln.