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Serie

„Das war der Jackpot“
Schlafen und Duschen unter freiem Himmel

4 min

Rosa Koch und Julian Pohl arbeiten in Bayenthal an ihrem eigenen kleinen Dschungel mitten in der Stadt.

Wir haben aufgerufen: Zeigen Sie uns Ihre Dachterrasse! Was macht die Terrasse zum Lieblingsort? Und welche Erlebnisse verbinden Sie mit ihr? Im Laufe des Sommers stellen wir einige der Terrassen und die Geschichten dahinter vor. Zum Start haben wir Rosa Koch und Julian Pohl in Bayenthal besucht.

Es braucht noch ein bisschen Zeit, aber irgendwann soll aus der Bayenthaler Terrasse ein kleiner Dschungel mitten in der Stadt werden. Mit einer Wand aus Pflanzen, die den Ort in ein kleines Gewächshaus mit eigenem Mikroklima verwandeln soll.

Derzeit ist für diese Vision noch ein bisschen Fantasie nötig. Der wilde Wein, der Blauregen, die Clematis- und Jasminpflanzen klettern aber bereits langsam, aber zielgerichtet das Geländer und die daran befestigten Bambus-Stäbe empor. Für Rosa Koch und Julian Pohl ist die Terrasse im fünften Stock auf der Alteburger Straße schon jetzt ihre ganz persönliche Oase. „Es ist genau das, was wir gesucht haben“, sagt Rosa Koch.

Ein Sitzsack und viel Grün finden sich auf der Terrasse.

Ein Sitzsack und viel Grün finden sich auf der Terrasse.

Vorher wohnte das Paar in Rosas Wohnung in der Moselstraße. Zwei Mini-Balkone gab es dort, mit wenig Sonne und gerade so Platz für einen kleinen Hocker. Und dann waren da noch die Züge, die direkt vor der Tür Richtung Südbahnhof donnerten. „Wir haben die Balkone so gut wie nie genutzt“, sagt Rosa.

Auf dem Kölner Wohnungsmarkt etwas zu finden, das den Ansprüchen genügte, stellte sich schnell als große Herausforderung dar. Drei Jahre dauerte es, bis die beiden auf ihre jetzige Wohnung im fünften Stockwerk in der Alteburger Straße stießen. „Das war der Jackpot“, sagt Julian. Zur rund 75 Quadratmeter großen Wohnung kommen noch einmal 35 Quadratmeter Terrasse dazu.

Terrasse in Bayenthal: Aussicht ist nicht die größte Stärke

Die Aussicht ist nicht unbedingt die größte Qualität der Terrasse. Ein paar Stockwerke fehlen dem Haus für den Blick auf den Rhein im Osten. Auf der anderen Seite bietet sich eine unspektakuläre Aussicht auf die Bayenthaler Nachbarschaft. Stattdessen schauen die beiden einfach auch mal gerne nach oben in den bestenfalls blauen Himmel. Am liebsten auf ihrem Outdoor-Bett, das bei entsprechenden Temperaturen auch zum Draußenschlafen einlädt.

Das Zurechtstutzen der Bäume und Blumen ist für Rosa Koch zum Hobby geworden.

Das Zurechtstutzen der Bäume und Blumen ist für Rosa Koch zum Hobby geworden.

Im Dezember haben die beiden ihr neues Zuhause bezogen. Nach einer Auszeit im Januar und Februar auf Sardinien ging es dann an die Arbeit. „Der Anfang war hart“, sagt Julian. Vorher stand die Wohnung mehrere Jahre lang leer. Es hatte sich Schimmel gebildet, eine Wand war komplett schwarz, es roch unangenehm. Auf keinen Fall werde sie hier einziehen, dachte sich Rosa, als sie die Wohnung besichtigte. Doch das Potenzial, das das Paar sah, war groß. Vor allem durch die Dachterrasse. „Irgendwann haben wir uns gesagt: Wir kriegen das schon hin. Und jetzt ist es natürlich voll schön.“

Das Haus in der Alteburger Straße in Bayenthal.

Das Haus in der Alteburger Straße in Bayenthal.

Immerhin war die noch recht frisch sanierte Dachterrasse mit neuem Geländer und neuen Grafitplatten in einem guten Zustand. Mittlerweile beleben zahlreiche Pflanzen die Terrasse. Vor allem solche, die sich in der prallen Sonne wohlfühlen: Mohn, Lavendel, zwei Feigenbäume, ein Bananenbaum und die Katzenminze, die vor allem die beiden Katzen Yuki und Zucchini immer wieder anzieht. Auch ein japanischer Ahorn hat seinen Platz bekommen und soll noch kräftig wachsen. Dazu kommen zwei selbst gezogene kleine Apfelbäume und ein junger Eibisch.

Duschen unter freiem Himmel

Fürs Gärtnern können sich beide begeistern, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten. „Den grünen Daumen hat Julian. Vor allem drinnen gehen mir alle Pflanzen ein“, sagt Rosa, die eher für die Feinarbeiten zuständig ist. Ihr neues Hobby ist das sogenannte Pruning, der englische Begriff für das Zurechtstutzen von Bäumen und Sträuchern. „Ich renne mit meiner Gartenschere rum und schneide alles ab, was ein bisschen abgetrocknet ist.“

Was auf den wenigsten Terrassen zu finden sein dürfte, war Julian besonders wichtig: eine Dusche im Freien. Der Wasseranschluss war bereits da, deshalb ließ sich der Plan vergleichsweise unkompliziert umsetzen. Und bis die Pflanzenwand dicht genug gewachsen ist, übernimmt ein mobiler Bambusaufsteller den Sichtschutz.

Draußen duschen ist auf der Terrasse möglich.

Draußen duschen ist auf der Terrasse möglich.

Im stressigen Alltag blieb zunächst nur wenig Luft, das neue Terrassen-Glück so richtig zu genießen. Im September steht nun endlich die Einweihungsparty an.

Ideen für die Terrasse haben Rosa und Julian noch einige. Ein Rollrasen vielleicht, eine Tonne für das Eisbad am Morgen, eine kleine Kochecke oder eine Tischtennisplatte. „Es wird sich alles entwickeln“, sagt Julian. Aber wie gesagt: „Es braucht noch ein bisschen Zeit.“

Sie haben auch eine schöne Dachterrasse? Schicken Sie uns gerne ein Foto davon per Mail mit dem Betreff „Dachterrasse“ an ksta-koeln@kstamedien.de. Am Ende unserer Serie zeigen wir die schönsten Bilder auf einer ganzen Seite.