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Das Wir stärkenBürger und soziale Träger wollen bessere Bedingungen für den Kölnberg

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Spielplatz am Kölnberg

Meschenich/Rondorf – Welche Folgen hat das, wenn ich meinen Bus verpasse? Wer in gut angebunden Vierteln wohnt, stellt sich diese Frage selten. Verena Aurbek weist aber darauf hin, dass das für die Menschen in Meschenich und Rondorf eine alltäglich Sorge ist. „Mobilität“ war deshalb die thematische Klammer der vierten Sozialraumkonferenz für die beiden Stadtteile im äußersten Kölner Süden.

Lösungen für die chronisch schlechte Anbindung der Stadtteile mit öffentlichen Verkehrsmitteln standen am Ende zwar nicht. Doch die Teilnehmer machten den Eindruck, als verstärkten sich ihre Bemühungen, welche zu finden gegenseitig. Verbündete suchen, so beschrieb Aurbeck, die bei der Caritas angestellt ist und die Aktivitäten der freien Träger zu koordinieren hilft, den Zweck der Veranstaltung. Gemeinsame Interessen gebe es gerade bei diesem Thema viele.

Wer mobil sein will, braucht oft Unterstützung

Die Frage, wie man gut zur Arbeit, zur Schule, zu Ärzten und Ämtern kommt, betreffe Junge und Alte, Neuankömmlinge in der Hochhaussiedlung Am Kölnberg und Alt-Meschenicher gleichermaßen. Wer mobil sein will, braucht oft Unterstützung. Und wer schlecht wegkommt, braucht gute Angebote vor Ort. Vor der gut gefüllten Aula der Anne-Frank-Schule in Rondorf äußerte Sozialdezernent Harald Rau einleitend die Hoffnung, dass „das Wir“ durch die Arbeit der vielen Wohlfahrtsträger im Sozialraum gestärkt werde. „Die Gesellschaft droht auseinander zu reißen“, sagte er. Gerade an der Siedlung Am Kölnberg zeige sich die Gefahr. „Wir dürfen da nicht aufgeben“, sagte Rau.

Die Teilnehmer der Konferenz sollten deshalb das Gemeinsame in den Vordergrund stellen und nach Lösungen für die Probleme der Stadtviertel suchen. Bezirksbürgermeister Mike Homann freute sich über die Bürgervereine und die vielen Ehrenamtler aus beiden Stadtteilen, die sich an der Konferenz beteiligten. „Als das Netzwerk vor 13 Jahren ins Leben gerufen wurde, haben wir uns das gewünscht: Dass Bürger die Arbeit aufgreifen“, sagte Homann.

„Wo sind denn die Stadtteilväter?"

Welche Form das annehmen kann, zeigte nach der Begrüßung die erste kurze Diskussionsrunde, die die Veranstalter gleich in der Aula initiierten.

Jeder Anwesende sollte sich mit zwei Besuchern unterhalten, die ihm vorher unbekannt waren. Anne Merkenich, Rondorferin und Seniorenvertreterin im Bezirk, berichtete im Anschluss von ihrem Gespräch mit Serana Burcera.

Die Rumänin lebt am Kölnberg und ist eine der Stadtteilmütter: ein Lotsenprojekt, von dem Merkenich an diesem Tag zum ersten Mal hörte, das sie aber – ebenso wie ihre Gesprächspartnerin – sofort begeisterte. Prompt machte sich Merkenich ihre eigenen Gedanken: „Wo sind denn die Väter, habe ich Serana gefragt. Es wird Zeit, dass es am Kölnberg auch Stadtteilväter gibt“, präsentierte sie ihre spontane Idee.

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