Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

80 Jahre KG Kapelle Jonge Köln-WeißDreigestirn Rodenkirchen nach langem Anlauf komplett

3 min
Hans Schmitt als Jungfrau HannaBella, Thomas Franke als Prinz und Hermann Schumacher als Bauer werden das Dreigestirn der Alt-Gemeinde Rodenkirchen.

Hans Schmitt als Jungfrau HannaBella, Thomas Franke als Prinz und Hermann Schumacher als Bauer werden das Dreigestirn der Alt-Gemeinde Rodenkirchen.

Seit April gibt das Dreigestirn der Alt-Gemeinde Rodenkirchen Vollgas für die Session. Lange war unklar, ob es in dieser Session überhaupt ein Trifolium gibt.

Selten fand sich so spitz auf Knopf ein Dreigestirn des Festkomitees Alt-Gemeinde Rodenkirchen. In der kommenden Session feiert die KG Kapelle Jonge Köln-Weiß ihr 80-jähriges Bestehen und stellt nach zwölf Jahren wieder ein Dreigestirn. Das hat lange gewackelt. Am Sonntag wurde mit Thomas Franke als zukünftigem Prinzen, Hermann Schumacher als Bauer und Hans Schmitt das designierte Dreigestirn vorgestellt. Schmitt wird mit der Proklamation zur Jungfrau HannaBella. Mit großem „H“ und großem „B“, aneinandergeschrieben. „Die Dame ist ein wenig eigen“, sagt Schmitt.

In jeder Session seit 1973 stellt eine der Mitgliedsgesellschaften das Dreigestirn des Festkomitees. Bauer Schumacher hatte zwei Jahre versucht, ein Dreigestirn für die Kapelle Jonge zu finden, und sich selbst dabei in jeder Figur einmal angeboten. Berufliche, finanzielle oder private Gründe hatten die Besetzung insgesamt viermal scheitern lassen. Vom Ehrensenat über Senatoren bis zu Mitgliedern aus anderen Vereinen: Schumacher sprach nahezu jeden an. „Es war ein Wahnsinn, wie viele Leute ich gefragt habe. Ich konnte es nicht verstehen. Wenn nicht zum 80. Jubiläum, wann soll es denn sonst ein Dreigestirn geben?“, erzählt der zukünftige Bauer.

Kurze Vereinszugehörigkeit, große Karnevalserfahrung

Am Ende hat es gepasst. Mit recht jungen Mitgliedern der KG. „Wenn man mir vor 2018 erzählt hätte, du bist im organisierten Karneval und wirst Prinz, dann hätte ich das nicht geglaubt“, sagt der 62 Jahre alte Versicherungskaufmann Franke aus Weiß. Schumacher (68 Jahre) ist seit fünf, Schmitt sogar erst seit drei Jahren Mitglied der KG. Trotz ihrer teils noch kurzen Mitgliedschaft sind alle drei aktiv ins Vereinsleben eingebunden. Mehrfach begleiteten sie bereits andere Karnevalsgesellschaften. Deshalb wissen sie, was auf sie zukommt. Und freuen sich darauf.

Mit dem Kölner Dreigestirn wollen sie sich bewusst nicht vergleichen. „Wir sind viel lokaler und näher dran an den Menschen. Hier sind wir zu Hause, wir kennen viele Leute. Wir sind ein Dreigestirn zum Anfassen“, sagt Franke. Auch das Miteinander hier sei besonders. „Dass befreundete Vereine mit auf die Bühne gehen als Begleitung, das gibt es sonst nicht so“, meint Schmitt, mit 60 Jahren der Jüngste.

Wenig Zeit für Ornat und Festwagen des Dreigestirns

Wo andere über zwei Jahre Zeit haben, alles zu organisieren, blieb dem jetzigen Trifolium kaum Zeit, denn bis zur Einweihung der Hofburg am 14. Oktober muss alles fertig sein. Gefunden hat sich das jetzige Dreigestirn erst im April, als Dritte im Bunde die zukünftige HannaBella zusagte. Seitdem geht es Schlag auf Schlag. Ein neues Ornat? In der Kürze der Zeit nicht möglich. Die Frage hieß schon: Bekommt das Trifolium überhaupt noch einen Festwagen für alle vier Züge, die durch Weiß, Sürth, Rodenkirchen und Rondorf laufen? Franke: „Das war schon vor einem Jahr schwierig. Wir hatten viele Stolpersteine und es war wirklich eine bange Zeit.“

Die Gaststätte Alt-Weiß wird von außen

Die Gaststätte Alt-Weiß wird die Hofburg des Rodenkirchener Dreigestirns.

Tatsächlich ist jetzt aber alles parat. Der eigene Song ist ebenfalls fertig und wird in der Session über Spotify und im Radio zu hören sein. Selbst die Auftritte haben die drei geübt. „Wenn wir etwas machen, dann machen wir es auch professionell.“ Am 14. Oktober wird die Hofburg ab 19 Uhr eingeweiht. Vorher gibt es einen kleinen Einzug ab dem Schildkrötenbrunnen. Im Gasthaus Alt-Weiß fällt auch am 17. November (um 19 Uhr) Schmitts Bart für den guten Zweck. Gerade wird er noch fleißig „gezüchtet“, damit möglichst viel Geld für „Kölle Alarm“ und die „Street Angels“ zusammenkommt. Als glatt rasierte Jungfrau findet dann am 21. November in den Sartory-Sälen die Prinzenproklamation statt.

Dass das Alt-Weiß die Hofburg wird, war für das designierte Dreigestirn von vornherein klar. Martin Richter ist nicht nur Gastronom und Karnevalist, sondern mittlerweile auch ein Weißer. Mehr Weiß geht nicht.

Besuche des Dreigestirns können über den Prinzenführer, Werner Faßbender, gebucht werden. Telefon: 0152/25175118 oder per E‑Mail: dreigestirn@festkomitee-rodenkirchen.de