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Bürgerinitiative für besseren SchulwegBus-Shuttle für die Schulen im Kölner Süden gefordert

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Das Gymnasium Rodenkirchen (Archivbild)

Das Gymnasium Rodenkirchen (Archivbild)

Eltern in Rodenkirchen fordern einen Schulbus‑Shuttle, um Elterntaxis und Verkehr zu reduzieren. Entscheiden soll der „Runde Tisch ÖPNV“.

„Selbständig mit dem Bus zur Schule fahren, Elterntaxi ersetzen, ein sicherer Schulweg, eine fehlende direkte Anbindung, Entlastung der Umwelt und Entlastung des Verkehrs.“ Das sind die Hauptgründe von knapp 300 Stimmen, die bei einer Unterschriftenaktion in Rodenkirchen bei „open petition“ unter dem Motto „Ein Shuttle-Bus für den Kölner Süden“ seit 8. April abgegeben wurden.

Unterstützer und Unterzeichnende sind hauptsächlich die Eltern. Denn die Organisation des Schulwegs stellt viele Familien täglich vor große Herausforderungen. Lange Wege, unzuverlässige Verbindungen und ein hoher Zeitaufwand führen dazu, dass zahlreiche Kinder auf Elterntaxis angewiesen sind. „Dies belastet Familien, erhöht den Verkehr und ist weder nachhaltig noch zukunftsfähig“, heißt es in der Petition. Auf engem Raum liegen mit der Emanuelschule, der offenen Schule Köln, den Gymnasien Rondorf und Rodenkirchen, der Gesamtschule und dem Irmgardis Gymnasium die wenigen, großen Schulstandorte, auf die sich der gesamte Bezirk mit seinen 13 Stadtteilen konzentriert.

Eltern klagen über lange Wege und volle Busse

Die Anfahrten zu den Schulen, insbesondere aus den schlechter angebundenen Stadtteilen, wie Immendorf, Meschenich, Rondorf, Godorf oder Weiß, sind oftmals herausfordernd. „Meine Tochter besucht das Gymnasium Rondorf und ist auch betroffen. Sie muss jeden Tag zum Bus rennen, damit sie noch mitgenommen wird, und fährt über eine Stunde für eine Strecke. Der Unterricht beginnt schon um 7.55 Uhr, damit die Kinder überhaupt einen Platz im überfüllten Bus bekommen“, begründet eine Mutter ihre Unterschrift. Standorte, die mit einem Bus-Shuttle gut verbunden werden könnten, sagen die Antragsteller, und fordern die Stadt und die zuständigen Stellen auf, die Umsetzung zeitnah zu prüfen und aktiv zu unterstützen. „Die Umsetzung eines Schulbus-Shuttles scheitert nicht an der Komplexität oder fehlender Nachfrage. Im Gegenteil – die Voraussetzungen sind außergewöhnlich gut“, belegen die Antragsteller mit einer internen Umfrage, an der fast 200 betroffene Familien teilgenommen haben.

Auch die Politik hatte in der letzten Sitzung das Thema angestoßen. So wollte die AfD-Fraktion die Verwaltung beauftragen, ein Schulbusangebot für Schülerinnen und Schüler aus den Ortsteilen Hochkirchen, Rondorf, Immendorf und Meschenich zu den weiterführenden Schulen im Stadtbezirk zu prüfen. „In der Praxis kommt es regelmäßig vor, dass Fahrgäste, insbesondere auch Kinder, nicht mehr mitgenommen werden können und auf nachfolgende Busse warten müssen“, heißt es. SPD und Grüne forderten einen Ersetzungsantrag, der die vorhandenen Buslinien verstärken soll. Letztlich einigte sich das Bezirksparlament darauf, das Thema zunächst am „Runden Tisch ÖPNV“ zu behandeln, der regelmäßig durchgeführt wird, und eine Entscheidung dementsprechend zu vertagen.