Sehr kurzfristig erfuhr der Verein Rheinsüd, dass die Bezirkssportanlage in den Sommerferien gesperrt ist. Dabei waren die Gründe länger bekannt.
TrainingsausfallFC Rheinsüd aus Rodenkirchen kämpft mit Platzsperrung wegen Schäden am Kunstrasen

Drei Wochen war die Bezirkssportanlage Rodenkirchen in den Sommerferien kurzfristig gesperrt.
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Mitten in den Sommerferien, am 5. August, erreichte den Verein Rheinsüd die Nachricht, dass die Bezirkssportanlage von jetzt auf gleich „bis auf weiteres“ gesperrt sein wird. „Das läuft bei uns dann auf einen totalen Trainingsausfall hinaus, der nicht zu kompensieren ist“, erklärt Georg Komma, Vorstand Jugend Rheinsüd. Drei Wochen war die Anlage gesperrt, weil Nähte aufgeplatzt waren. Alternative Trainingsplätze konnte die Stadt selbst nicht anbieten. „Da die Nutzung der Anlage wieder möglich ist, besteht die Notwendigkeit nicht“, schreibt die städtische Pressestelle.
Aufgeplatzte Nähte mussten mehrfach ausgebessert werden
Die beiden Kunstrasenplätze hätten laut Stadt aufgrund zahlreicher offener Naht- und Klebeverbindungen vorübergehend gesperrt werden müssen. „Bei der anschließenden Kontrolle wurden weiterhin offene Nahtstellen festgestellt, sodass die Verkehrssicherheit noch nicht gewährleistet war. Die ausführende Firma wurde daher zur Nachbesserung aufgefordert. Diese Arbeiten fanden am 26. August 2026 statt. Am 27. August konnten beide Plätze wieder für den Sportbetrieb freigegeben werden. Die Reparaturen erfolgten im Rahmen der Gewährleistung und verursachten daher keine zusätzlichen Kosten für die Stadt Köln“, heißt es.

Am 18. Juli spielte der FC Rheinsüd Köln im Südstadion gegen den 1. FC Köln.
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Warum hier kurzfristig nachgebessert werden musste, erklärt sich für den Verein nicht, denn auf die aufgeplatzten Nähte hatte Rheinsüd die Stadt mehrfach aufmerksam gemacht und sieht auch jetzt noch Klärungsbedarf, vor allem hinsichtlich der Kommunikation durch das Sportamt. Der Verein vermutet zwei mögliche Gründe für den hohen Verschleiß: Zum einen könnte die Ursache in der Ausführung der Bauarbeiten liegen. Zum anderen stellt sich dem Verein die Frage, ob bei der ursprünglichen Ausschreibung die besonderen Anforderungen des American Footballs an die Platzdecke nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Die Cologne Ronin trainieren, als Teil des TV Rodenkirchen, seit 2013, zweimal die Woche auf der Anlage. Im American Football werden Platzdecken üblicherweise nahtlos ausgeführt, da die sportartspezifisch hohen Torsions- und Scherkräfte andernfalls zu einer erhöhten Belastung der Nähte führen können. Nach Aussage von Rheinsüd war die Ausbesserung jetzt bereits der zehnte Reparaturversuch.
Abschlusstraining in der Soccerhalle
So fand ein Abschlusstraining für das Pokalspiel gegen Alemannia Aachen in einer Soccerhalle statt. „Das ist eigentlich unmöglich“, sagt Komma. Im Leistungsbereich konnten zehn Mannschaften gar nicht trainieren. Immerhin: Das Feriencamp, das für den Nachwuchs als Kooperationspartner mit dem 1. FC Köln durchgeführt wird, konnte kurzfristig nach Rondorf verlegt werden. „Das aber nur, weil die Rondorfer extrem zuvorkommend waren.“ Andere Trainingscamps fielen aus, zulasten vieler Eltern. Denn ein Camp ist für viele ein gern genommener Betreuungsersatz während der Ferien.
Die Sportanlage gibt es seit 2012. Der Kunststoffrasenbelag wurde erstmals im Jahr 2022 erneuert. „Die Stadt Köln strebt für den Kunststoffrasenbelag einschließlich Füllmaterial eine Nutzungsdauer von rund 15 Jahren an. Anschließend ist in der Regel eine Erneuerung des Belags erforderlich“, heißt es aus dem Presseamt. Für das Gesamtsystem eines Kunststoffrasenplatzes geht das Sportamt von einem Lebenszyklus von rund 45 Jahren aus. Innerhalb dieses Zeitraums muss der eigentliche Sportbelag mehrfach erneuert werden. „Die Stadt prüft derzeit eine langfristige Lösung, um die aufgetretenen Probleme dauerhaft zu beheben.“
FC Rheinsüd ist eine Fusion aus zwei Vereinen aus dem Kölner Süden
Der FC Rheinsüd Köln ist ein junger Verein, der 2010 aus den Vereinen TSV 06 Rodenkirchen und VfL Sürth 1925 entstanden ist. Er verfügt mit 57 Teams in allen Altersklassen über eine der größten Jugendfußballabteilungen in Nordrhein-Westfalen. Mit etwa 1.300 Mitgliedern gilt der Verein offiziell als Großverein im Deutschen Fußball-Bund (DFB) und ist Partnerverein des 1. FC Köln. Insbesondere für Mädchen in der Region bietet der FC Rheinsüd ein umfangreiches Angebot und ist in vielen Altersklassen im Juniorinnenfußball vertreten.
Unter der Führung des neuen 1. Vorsitzenden, Jürgen Weinzierl, geht der Vorstand zukunftsorientierte Wege. Insbesondere durch die Partnerschaft mit dem 1. FC Köln soll das vorhandene Potenzial konsequenter genutzt werden. „Unser Ziel ist es, den FC Rheinsüd sportlich und organisatorisch so aufzustellen, dass er seiner Verantwortung gegenüber seinen mehr als 1.300 Mitgliedern auch langfristig gerecht werden kann“, so Weinzierl.
Zu den erneuten Schäden und der Zukunft des Platzes hat die Fraktion FDP/KSG eine entsprechende Anfrage an die Stadt gestellt, die zur kommenden Sitzung der Bezirksvertretung am Montag, 21. September, beantwortet sein soll.
