Am liebsten würde Schulleiter Peter Jürgensen die derzeit im Bau befindlichen, neuen Räumlichkeiten für das Gymnasium Rondorf, beim Umzug, mitnehmen. Das Gymnasium, das derzeit in den ehemaligen Räumlichkeiten der Gesamtschule Rodenkirchen an der Eygelshovener Straße untergebracht ist, befindet sich im dritten Jahr im Aufbau. 190 Schüler und Schülerinnen werden derzeit in acht Klassen unterrichtet. Mit 52 Kindern sind zwei Züge seit den Sommerferien hinzugekommen. „In jeder fünften Klasse sind somit 26 Kinder. Das ist sehr angenehm,“ sagt Anja Faust, stellvertretende Schulleiterin. Das Lehrpersonal, das durch "Abgeordnete" für Französisch, Latein oder Chemie ergänzt wird, kommt auf knapp 20 Kollegen.
Und das Klima? „Die Schule ist dank der Neugründung einfach unverstellt. Wir haben ein ausgeglichenes Kollegium, kaum Krankenstand“, so Jürgensen.
Mit Spannung wird die Entstehung der vier neuen Bauten beobachtet. Holz dominiert. „Da stand vor zwei Wochen noch gar nichts. Die hauen hier richtig rein“, sagt Faust. Der erste Bauabschnitt, in dem ein naturwissenschaftlicher Trakt mit zwei Klassenräumen und zwei naturwissenschaftlichen Räumen realisiert wird, soll bis spätestens Dezember 2026 fertig sein. Das bestätigt die städtische Pressestelle.
Im zweiten Bauabschnitt folgen acht weitere Klassenräume, der Verwaltungsbereich, eine Mensa und eine Einfach-Turnhalle. Für die Turnhalle ist derzeit die Baugrube ausgehoben. „Die Modulanlieferung für den zweiten Bauabschnitt ist teilweise schon erfolgt. Die letzten Module werden im Dezember 2026 angeliefert“, erklärt Pressesprecherin Jutta Doppke-Metz.

Die Schulleiter Anja Faust (stellv.) und Peter Jürgensen freuen sich über den Baufortschritt für das Gymnasium Rondorf.
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Die ursprünglichen Container, in denen im Moment noch der Unterricht stattfindet, haben nicht den Charme der Neuen. „Von aussen war es bis jetzt nicht schön, von innen ist es aber Bombe“, sagt Jürgensen. Die Container sind so konzipiert, dass sich Klassenräume verbinden lassen, mehr Platz für Kunst, Musik oder gemeinsame Mittagessen oder einfach größere Klassenräume. Auch eine Bibliothek hat das Gymnasium mittlerweile einrichten können, auch dank engagierter Eltern.
Jürgensen: „Platz ist immer gut. Wir kommen beide von Schulen, die aus den 70ern stammen, wo 25er-Klassen den Raum schon komplett dichtmachen. Hier kommen wir mit unseren Schülern sehr gut klar.“ Nach aktuellem Stand ist vorgesehen, dass die Gebäude zum Schuljahr 2027/28 zum Lernen parat sind. Rund 22 Millionen Euro kosten die neuen Gebäude, teilt die Stadt mit. Mit der Planung und Ausführung ist „Blumer Lehmann“ als Totalunternehmer beauftragt.
Inhaltlich orientiert sich das Gymnasium mit Gesundheit und Achtsamkeit, selbstreguliertem Lernen und den Grundsätzen der Demokratie an drei Säulen. Jürgensen glaubt, dass es insgesamt viele gesellschaftliche Phänomene gibt, die dazu führen, dass Kinder an Eigenständigkeit verloren hätten. „Ich gehe davon aus, dass dies mit einer Angstbehaftung nach Corona einhergeht.“ 'Curling-Eltern', nennt der Schulleiter das Phänomen, wie der Sport auf Eis: Wo alles weggeputzt wird, um jeden Widerstand zu verhindern. "Eine Schule muss ein Raum sein, in dem man lernt, auch mal zu scheitern, eine Anstrengung in einem zweiten Anlauf zu nehmen.“
Dass das Gymnasium Rondorf-Nordwest kommt, ist nicht nur für den Schulleiter sicher. Nicht in der Zeit, die bei der Schulgründung im Raum stand. Das bestätigt auch die Stadt: „Ein Fertigstellungstermin zum Schuljahr 2029/2030 kann nicht mehr gehalten werden. Zum konkreten Fertigstellungstermin kann zum jetzigen Zeitpunkt keine belastbare Aussage getroffen werden“.
Durch die Anbauten kann die Schule dies kompensieren. Die Holzmodule sind so konzipiert, dass sie demontierbar sind, für den Wiederaufbau an anderer Stelle. Dies passiert im Bezirk Rodenkirchen derzeit auch mit der Europaschule, die in Bayenthal auf dem früheren Brauereigelände im Interim untergebracht werden soll.
Jürgensens Idee, die Module mit umziehen zu lassen, werden wohl ein Wunschgedanke bleiben. Der Rat der Stadt Köln hat beschlossen, dass für den Neubau eines Gymnasiums im Stadtbezirk Rodenkirchen ein europaweites Ausschreibungsverfahren zur Suche eines Investors mit geeignetem Grundstück zur Planung und Errichtung durchgeführt wird. Nach Aussage der Stadt ist dies bereits auch erfolgt. Die Frage nach der konkreten Weiterverwendung der neuen Gebäude, die gerade entstehen, ist noch nicht geklärt.
