Vor drei Wochen ist im Sürther Bootshaus ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Jetzt schaut der Betreiber wieder nach vorne.
Sürther BootshausDrei Wochen nach dem Brand haben die Aufräumarbeiten begonnen

Am 4. August 2026 steht das Sürther Bootshaus in Flammen.
Copyright: Leserreporter Volker Grothuesmann
Verkohlte Bretter stapeln sich vor der Tür, dazwischen kaputte Elektrogeräte, die dem Löschwasser oder den Flammen zum Opfer fielen. Drinnen, im einstigen Gastraum, wird geschuftet: Wo bis vor Kurzem Gäste mit Rheinblick zu Abend aßen, räumt jetzt ein Team die Spuren eines Brandes weg, der sich am 4. August durch das Sürther Bootshaus fraß. Viele Kölner haben sehr betroffen auf die Nachricht vom Brand reagiert – für sie war das Restaurantschiff ein fester Ausflugspunkt im Süden der Stadt.
Drei Wochen nach dem Feuer richtet sich der Blick der Betreiber wieder nach vorn. „Die ersten Aufräumarbeiten in unserem Bootshaus haben begonnen", teilte das Team zuletzt auf Facebook mit. Es sei ein seltsames Gefühl, durch die Räume zu gehen und zu sehen, was das Feuer hinterlassen habe: „Vieles, was für uns ganz selbstverständlich zu unserem Bootshaus gehört hat, ist beschädigt oder zerstört." Zugleich mache der Beginn der Arbeiten Mut: „Aber zwischen all dem Chaos gibt es jetzt auch etwas, das uns unglaublich viel Hoffnung gibt: Wir können endlich anfangen."
Die obere Etage des Schiffs bleibt wegen der Schäden vorerst gesperrt. Bootshaus-Besitzer Achim Pesch berichtet gegenüber Express.de von einer ersten Bestandsaufnahme: „Ich bin mit verschiedenen Firmen im Dialog", sagt er – darunter Architekten und Fensterfirmen. Genauere Pläne kann er erst machen, wenn die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind: „Ich muss mir erstmal ein Bild machen, wenn die Aufräumarbeiten erledigt sind. Großteile der Fassade gehen flöten." Immerhin gibt es eine gute Nachricht: „Die Statik ist laut Gutachter zu 95 Prozent erhalten", so Pesch.
Sürther Bootshaus: Technischer Defekt war wohl Ursache
Seit Pesch das Bootshaus übernommen hatte, war es zu einem der beliebtesten Ausflugslokale geworden. Als das Feuer ausbrach, war – Glück im Unglück – Ruhetag; Menschen kamen nicht zu Schaden. Wie die Polizei mitteilte, geht sie vorläufig von einem technischen Defekt als Brandursache aus. Der Vorgang liegt inzwischen bei der Staatsanwaltschaft.
Pächter Jörg Blöck und sein Team hatten nach dem Brand mehrfach Fotos vom Ausmaß der Zerstörung veröffentlicht. Um den Wiederaufbau zu unterstützen, hat Blöck auf der Plattform GoFundMe eine Spendenaktion mit einem Ziel von 30.000 Euro gestartet. „Dank eurer Hilfe sind wir in der Lage, bereits jetzt die ersten Arbeiten durchzuführen, aufzuräumen und Schritt für Schritt den Weg für den Wiederaufbau freizumachen. Dass wir so früh damit beginnen können, ist alles andere als selbstverständlich", schreibt er.
Bootshaus-Pächter: „Wir werden das transparent gestalten“
Parallel zu den praktischen Arbeiten beginnt der bürokratische Teil: Die Versicherung verlangt eine detaillierte Dokumentation der Schäden. Dokumentieren, auflisten, nachweisen, Gespräche führen – so beschreibt Blöck den Aufwand. Wofür das Spendengeld konkret eingesetzt wird, sei noch offen, räumt er ein. Er verspricht aber: „Wir werden das transparent gestalten."
Für die vielen Stammgäste des Bootshauses bleibt vorerst nur, den Fortschritt der Aufräumarbeiten zu verfolgen – und zu hoffen, dass aus den Trümmern tatsächlich ein Neuanfang wird.

Am Tag nach dem Feuer ist das Ausmaß des Schadens zu sehen. Das Dach des Sürther Bootshauses ist ein Opfer der Flammen geworden.
Copyright: Alexander Schwaiger
Für die vielen Stammgäste des Bootshauses bleibt vorerst nur, den Fortschritt der Aufräumarbeiten zu verfolgen – und zu hoffen, dass aus den Trümmern tatsächlich ein Neuanfang wird.