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„E-Waste-Race“Grundschüler aus Köln-Weiß sammeln Elektroschrott für Kreislaufwirtschaft

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Schülerinnen und Schüler der Klasse 4c der Albert-Schweitzer-Grundschule in Köln-Weiß.

Drei Wochen hat die 4c der Albert-Schweitzer-Grundschule Elektromüll in der Nachbarschaft gesammelt.

Ein ganzes Dorf sammelt Elektroabfall. So lernen Grundschüler in Weiß, sich mit der Kreislaufwirtschaft zu beschäftigen.

Alte Handys ohne Akkus, DVD-Player, Toaster, Wecker, Wasserkocher, Kabel oder Stecker. Drei Wochen haben die Viertklässler der 4c der Albert-Schweitzer-Grundschule in Köln-Weiß Elektroschrott gesammelt. Sechs große Gitterkäfige sind mit nicht mehr benötigten Elektronikgeräten bis an den Rand gefüllt. Das bundesweite Projekt wird von der Initiative „Das macht Schule“ initiiert. „Was wäre, wenn alle jungen Menschen bereits in der Schule lernen, ihre Welt zu gestalten?“ war vor 20 Jahren bei der Gründung die Ausgangsidee der Initiative. Seitdem sind verschiedene Angebote für Schüler im Umlauf, seit 2020 wird das E-Waste-Race angeboten. Aus einer Region beteiligen sich jeweils zehn Schulen mit je 30 Kindern. Das Projekt wird fachlich vom Umweltamt unterstützt.

Grundschule sammelt Elektroschrott für mehr Nachhaltigkeit

„Wir sind die einzige Grundschule, die teilnimmt“, sagt Lehrerin Frauke Witte und erklärt kurz das Prinzip: „Man tritt quasi in Konkurrenz mit den anderen beteiligten Schulen und sammelt so viel Elektroschrott, wie es geht. Die Kinder haben gesammelt, wie die Weltmeister.“ Nach Angaben der Initiatoren werden bei dem Projekt, an dem hauptsächlich gesammelt wird, um ökologisches Bewusstsein und nachhaltiges Handeln zu verinnerlichen, im Schnitt etwa sieben Tonnen Elektroschrott gesammelt. Zum Angebot gehört eine interaktive Doppelstunde über Rohstoffe und was das mit Elektrogeräten, Wiederverwendung und Recycling zu tun hat.

Witte findet die Idee toll. Die Kinder setzten sich mit Konsum, Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Wirtschaften auseinander. Dafür wurden in der Nachbarschaft Flyer verteilt und die Weißer gebeten, ausrangierte Elektrogeräte vorbeizubringen. „Eigentlich war nicht nur die Schule, sondern das ganze Dorf an der Aktion beteiligt“, sagt Witte. Voraussetzung war: nichts von Firmen und nicht von der Schule. Jedes abgegebene Teil musste Witte digital und fotografisch erfassen. „Das war schon echt viel Arbeit.“

Für die Herzblutpädagogin aber die richtige Entscheidung: „Die Kinder waren Feuer und Flamme.“ Schließlich wird so spielerisch Wissen vermittelt, warum Recycling wichtig für Umwelt und Klima ist. „Für die Kinder ist es besonders motivierend, zu sehen, wie ihre Sammelkisten immer voller werden und wie viel Elektroschrott so aus den Schubladen der Haushalte geholt wird“, schrieb eine Mutter. Als Preis für die besten Sammler gibt es einen Ausflug oder einen Zuschuss zur Klassenkasse. „Das ist nicht so wichtig. Die drei Wochen sammeln und sich damit beschäftigen, haben bei den Kindern eine Menge initiiert“, so Witte.