Nächste Woche beginnen die Herbstferien. Da widmen sich Maria Romanowska und ihr Mann Piotr Cichocki Kunstkursen für Kinder in den Herbstferien. Gemeinsam wird täglich vormittags vier Stunden gemalt, gezeichnet und gestaltet. Das Ehepaar hat in Danzig an der Kunstakademie Skulptur studiert. Die beiden leben und arbeiten im Kölner Süden. Romanowska entwickelt als Designerin und Entwicklerin Großfiguren und Maskottchen. Ihr Mann Piotr arbeitet hauptsächlich als 3D-Grafiker.
Zeichnen ist die Basis für alles
Doch, was sie im Studium gelernt haben, das fehlt ihnen ganz oft. „Zeichnen ist die Basis unserer Arbeit. Wir haben die Kunst und das Gestalten auf andere Art und Weise vermisst“, sagt Romanowska. Seit drei Jahren hat sie ihre Werkstatt, in der die menschengroßen Figuren entstehen, bei den Zwischennutzern an der Weißer Straße. Im letzten Jahr wurde der benachbarte Raum, eine ehemalige Dusche frei, in der sich ein Siebdrucker eingemietet hatte. Hier wollten sie Kurse für Erwachsene anbieten, um sich selbst die Basis zurückzuholen und sie gleichzeitig anderen zu vermitteln.

Maria Romanowska stellt Großfiguren und Maskottchen her. Dieser Troll ist eine Eigenkreation.
Copyright: Sandra Milden
Die beiden schraubten die Duschköpfe ab und überlegten: Geht Kunst unter der Dusche? Romanowska: „Daraus entstand Kunstdusche. Piotr hat dazu das Logo gezeichnet und dann war die Kunstdusche amtlich.“ Seitdem finden drei Kurse regelmäßig in der „Kunstdusche“ statt. Zeichnen und Malen für Erwachsene, Keramik und Ton gestalten und seit Mai dieses Jahres auch Kinderkurse. Dazu finden in unregelmäßigen Abständen auf akademischem Niveau Aktkurse für Erwachsene statt. „Da haben wir komischerweise sogar Kollegen, etablierte Maler, die das lernen wollen,“ erzählt Romanowska.
Werkstatt mit Stoffballen und großen Figuren inspiriert Kinder
An den Kursen haben die beiden, neben ihrer Arbeit, mittlerweile richtig Spaß gefunden. Die Arbeit entwickelt sich von alleine. „Bei den Erwachsenen ist es das Gleiche wie bei den Kindern. Die wollen gar keine Pausen machen“, sagt Cichocki, der sich vor allem um die Keramik kümmert. „Die Erwachsenen kommen mit Ideen und wir helfen dann, sie technisch umzusetzen. Bei den Kindern ist es noch anders. Die müssen nicht kommen, aber sie wollen.“ Vor der Arbeit mit Kindern hatten die beiden, Eltern eines erwachsenen Sohnes, Respekt. „Wir sind ja keine Pädagogen.“ Doch gerade Romanowskas Werkstatt, mit den großen Figuren, den Stoffballen, Farben, überdimensionalen Hüten, Mützen, Händen und Schuhen, ist offensichtlich eine große Inspiration.
Sie selbst fertigt gerade ein weibliches Pendant zu Globi, die Globine. Es ist das bekannteste Schweizer Maskottchen, eine Kinderbuch-Figur, eine Art Papagei-Mensch mit blauem Körper, gelbem Schnabel, Baskenmütze und rot-schwarz karierter Hose. Das Maskottchen ist überall in der Schweiz, vornehmlich im Tourismus, unterwegs.
So wundert es nicht, dass die Kinder auch gerne Figuren nähen wollen. Cichocki: „Wir wollen auch wirklich, dass sich die Kinder hier ausprobieren können.“ In den Herbstferien finden in beiden Wochen Kinderworkshops ab zehn Jahren statt. Sie kosten für täglich 4 Stunden 250 Euro mit Material. Die Kurse für Erwachsene sind per Zehner-Karten zu 220 Euro belegbar. Für Kinder kosten die monatlichen Kurse 80 Euro.
Kunstdusche, Weißer Straße 147 www.kunstdusche-cologne.de

