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Schlaraffenland für Mensch und Biene

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Ehrenfeld/Vogelsang – Blütenpracht im Frühjahr, Schatten im Sommer und eine reiche Ernte im Herbst. Die Menschen in Vogelsang haben allen Grund, sich in den kommenden Jahren immer mal wieder auf den Weg in den Grünzug Biesterfeld zu machen. Noch sind die 53 Obst- und Nussbäume, die hier jüngst gesetzt wurden, klein und brauchen noch einige Zeit die leuchtend grünen Stützpfähle. In einigen Jahren soll der Grünzug zwischen Venloer Straße, Akazien- und Kolkrabenweg, den manche auch „Sieben-Hügel-Park“ getauft haben, ein Paradies sein, in dem sich nicht nur Äpfel und andere Obstsorten direkt vom Baum pflücken lassen.

Auch Bienen und andere Insekten sollen sich hier wohlfühlen. Vom guten Klima, das die Laubbäume schaffen, ganz zu schweigen.

Die Kölner-Grün-Stiftung hat den Obsthain und die Wildblumenwiese, die anstelle eines weitläufigen Rasenstücks angelegt wurden, finanziert. Die Stiftung übernahm die gesamten Kosten in Höhe von 365 000 Euro. Im Grünflächenamt wurde das großzügige Angebot gern angenommen. Im Herbst begann ein Landschaftsbauunternehmen mit den Vorbereitungen für die Wildblumenwiese.

Zur selben Zeit wurde nach einer Spende der Grün-Stiftung in der Ossendorfer Brache zwischen Autobahn A57 und Butzweilerstraße an dortigen Rasenflächen gearbeitet. Auch hier sollen künftig Bienen und andere nützliche Insekten einen idealen Lebensraum vorfinden. „Im ersten Jahr werden noch keine Blumen zu sehen sein, da diese langsam keimen und erst einmal Blätter bilden. Durch die Bodenbearbeitung keimen allerdings viele Unkräuter, die wir durch regelmäßiges Mulchen klein halten. Diese sterben dann im Winter durch den Frost ab“, erklärt Martin Courth vom beauftragten Landschaftsbauunternehmen. Im nächsten Jahr wird die Wiesenfläche zwei- bis dreimal gemäht und das Schnittmaterial anschließend jeweils abgeräumt. Auf diese Weise soll eine schöne Blumenwiese entstehen.

In Vogelsang wurde der Obsthain bereits im Herbst mit Spannung erwartet. Nach dem extrem trockenen Sommer wurde der Pflanztermin für die Obst- und Nussbäume aber in das Frühjahr verlegt. Bei den Apfel-, Birnbaum- und Walnuss-Sorten sowie Esskastanien handelt es sich um alte, selten gewordene Baumsorten, die aber in der Region heimisch sind. Die Früchte der Bäume können von jedermann geerntet werden. Das Konzept für die naturnahe Bepflanzung hat die Grün-Stiftung in Zusammenarbeit mit der biologischen Station Leverkusen Köln des Naturschutzbunds Köln (Nabu) erarbeitet, der das Projekt bis Ende 2026 auch begleitet.

„Wir haben mit einer ähnlichen Spende im Stadtteil Weiden vor zwei Jahren schon gute Erfahrungen“, berichtet Beatrice Bülter, Geschäftsführerin der Grün-Stiftung. 30 Obst- und Nussbäume wurden dort gesetzt. Inzwischen konnten schon erste Ernteerträge erzielt werden.

In diesen Tagen werden in den Stadtteilen des Bezirks Ehrenfeld in Privatgärten, in Schrebergärten und auf Terrassen gut 100 weitere Obstbäume gepflanzt. Möglich macht es eine Spende der Bezirksvertretung Ehrenfeld.

Aus ihrem Etat zur Stadtverschönerung finanzierten die Politiker zum zweiten Mal den Kauf von 100 Obstbaumsetzlingen. Diese wurden jetzt auf dem Hof des Ehrenfelder Vereins für Arbeit und Qualifizierung (Eva) an der Herbrandstraße verteilt. Interessenten für die Setzlinge konnten sie zuvor telefonisch oder per Mail bestellen.

Katja Mildenberger, Projektleiterin für die Baumpatenschaften beim Verein Eva, freute sich über den erneut großen Zuspruch: „Wir haben die Auswahl der Sorten zusammen mit dem Seeberger Pflanzenhof getroffen. Besonders gefragt sind Apfel- und Kirschsorten, aber auch Pflaumen und Mirabellen“, berichtete Katja Mildenberger.

Zu denen, die ein Bäumchen vorbestellt hatten, gehörten auch Schulen und Kindergärten aus dem Bezirk. Gerne genommen wurden Mini-Bäume und Säulen-Stämme. Viele der Interessenten brachten etwas Zeit mit, um sich ausführlich über die notwendige Pflege, Schnitt und Düngung für die jungen Bäumchen beraten zu lassen. Ein Experte dieser Firma stand für Fragen zur Verfügung.

Bezirksbürgermeister Josef Wirges und weitere Mitglieder der Bezirksvertretung halfen beim Verteilen. „Wir sind froh, dass der Bezirk auf diese Weise weiter aufgewertet wird“, sagte Wirges. Gerade weil in den Stadtteilen immer mehr Menschen lebten, sei es wichtig, dass die Lebensqualität nicht abnimmt.

Beatrice Bülter, Grün-Stiftung

Katja Mildenberger, Verein Eva