Vier Männer müssen in Köln für bis zu elf Jahre in Haft. Sie hatten Senioren mit Schockanrufen um 300.000 Euro betrogen.
„Bis aufs Hemd ausgenommen“Lange Haftstrafen für vier Männer nach Schockanrufen in Köln

Besonders ältere Menschen sind häufig Ziel von Schockanrufen. (Symbolbild)
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Hohe Haftstrafen für Betrügerbande: Senioren in Köln um 300.000 Euro geprellt. In Köln sind vier Männer zu Freiheitsstrafen von bis zu elf Jahren verurteilt worden. Ihre perfide Methode brachte ältere Menschen um ihr Vermögen. Die Äußerungen des Richters waren unmissverständlich.
Das Landgericht Köln sprach vier Männer im Alter zwischen 22 und 27 Jahren des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in 20 Fällen schuldig und verhängte mehrjährige Freiheitsstrafen. Die Verurteilten, die für eine kriminelle Gruppe als Kuriere und Logistiker tätig waren, müssen für eine Dauer von fünf bis zu elf Jahren in Haft.
Mittels der Methode von Schockanrufen erbeuteten die Kriminellen im Zeitraum von September 2024 bis April 2025 von mehreren älteren Personen Bargeld, Schmuck sowie Edelmetalle mit einem Gesamtwert von circa 300.000 Euro. Zwei der Angeklagten erhielten zudem eine Verurteilung wegen Raubes, da sie einem skeptisch gewordenen Mann eine Tasche mit Wertgegenständen unter Zwang entrissen hatten.
Angebliche Notfälle am Telefon durch falsche Beamte
Komplizen gaben sich bei den Anrufen als Polizisten, Juristen der Staatsanwaltschaft oder Richter aus. Den kontaktierten Personen wurde glaubhaft gemacht, dass ein Familienmitglied für einen Unfall mit Todesfolge verantwortlich sei und eine Inhaftierung nur mittels umgehender Zahlung einer Kaution verhindert werden könne.
Die jetzt verurteilten Personen hatten die Aufgabe der Kuriere. Um das Geld oder die Wertgegenstände in Empfang zu nehmen, legten sie in manchen Fällen gefälschte Dienstausweise vor und gaben sich als Amtsträger aus.
Richterliche Worte: „Die Leute wurden bis aufs Hemd ausgenommen“
Die „abgebrühte und professionelle“ Vorgehensweise der Bande floss strafverschärfend in das Urteil ein. Mit klaren Worten äußerte sich der Vorsitzende Richter: „Die Leute wurden bis aufs Hemd ausgenommen.“ Zahlreiche Geschädigte verloren ihr gesamtes Vermögen und leiden noch immer unter starkem Schamgefühl. Der Richter wandte sich direkt an die Verurteilten mit den Worten: „Eigentlich sind Sie es aber, die sich schämen müssten. Also zeigen Sie ruhig mal ein bisschen Empathie.“
Im Laufe des Verfahrens legten die Männer ein Geständnis ab. Nach Auffassung des Gerichts ließ ihnen das „exzellente Beweismaterial“ sowie die „hervorragende Ermittlungsarbeit“ seitens der Polizei und Staatsanwaltschaft allerdings kaum eine andere Möglichkeit. (dpa/red)
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