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Restaurant und Häuser getroffenWieder Schüsse in Köln und Brühl – was wir über die Serie wissen

Die Schüsse gehen weiter: Drei neue Tatorte, viele offene Fragen. Welche Verbindungen die Ermittler sehen und welche Gemeinsamkeiten die betroffenen Geschäfte haben.

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Unbekannte haben auf ein Restaurant in Köln-Rodenkirchen geschossen.

Unbekannte haben auf ein Restaurant in Köln-Rodenkirchen geschossen.

Erneut sind in der Nacht auf Samstag Schüsse auf Gebäude in Köln abgefeuert worden. Dieses mal traf es ein Restaurant auf dem Maternusplatz in Rodenkirchen sowie ein Haus in einer Einfamiliensiedlung in Merkenich. Ob die Taten miteinander oder mit früheren Angriffen auf Wohn- und Geschäftshäuser zusammenhängen, ist bislang nicht bekannt.

In Merkenich hörten Anwohner gegen 3.20 Uhr mehrere Knallgeräusche. An einem Einfamilienhaus nahe dem Bellerkreuzweg entdeckte die Polizei mehrere Einschusslöcher. Im Haus war zu diesem Zeitpunkt niemand. Zeugen sahen anschließend zwei Männer über die Kolmarer Straße flüchten.

Der eine trug eine dunkle Basecap, eine schwarze Jogginghose, schwarze Schuhe sowie eine North-Face-Jacke mit Kapuze, über die Nase hatte er ein Tuch gezogen. Auch sein Begleiter war dunkel gekleidet: Er hatte ein dunkles Kapuzenoberteil und weiße Turnschuhe an und trug eine dunkle Sporttasche, wie Zeugen berichteten.

Rund 30 Taten seit Pfingsten

Etwa eine Stunde später meldeten Zeugen Schüsse in Rodenkirchen. Die Polizei fand mehrere Einschusslöcher in der Glasfront eines Restaurants am Maternusplatz. Zeugen sahen danach zwei dunkel gekleidete Personen auf grün-weißen E-Scootern in Richtung Rhein flüchten. An beiden Tatorten nahmen Fachleute der Spurensicherung die Spuren auf und stellten dabei unter anderem Patronenhülsen sicher. Die Polizei sucht nach jeweils zwei unbekannten Schützen.

Auch im benachbarten Brühl wurden in derselben Nacht Schüsse auf ein Wohn- und Geschäftshaus abgegeben. Die Tatzeit lag nach Angaben eines Sprechers der Polizei Rhein-Erft-Kreis zwischen Mitternacht und 1 Uhr – also vor den Schüssen in Köln. Der Hausbesitzer entdeckte am Morgen mehrere Beschädigungen; Projektile wurden sichergestellt. Wie oft geschossen wurde, ist noch unklar. Die Polizei Rhein-Erft-Kreis informierte ihre Kölner Kollegen, wie der „Express“ berichtete.

Die Polizei fand mehrere Einschusslöcher in der Glasfront eines Restaurants am Maternusplatz. Außerdem stellten sie Patronenhülsen sicher.

Die Polizei fand mehrere Einschusslöcher in der Glasfront eines Restaurants am Maternusplatz. Außerdem stellten sie Patronenhülsen sicher.

Damit setzt sich die Serie von Schüssen auf Geschäfte und Wohnhäuser in und um Köln fort. Erst am vergangenen Dienstag waren insgesamt elf Schüsse auf zwei Modegeschäftsfilialen von Apropos an der Mittelstraße abgegeben worden. Wenige Stunden zuvor wurde auf das Wohnhaus einer Familie in Troisdorf geschossen. Insgesamt ermittelt die Polizei in rund 30 Fällen seit Pfingsten.

Spuren führen in mehrere Milieus

Nach Recherchen dieser Redaktion wird das Restaurant in Rodenkirchen vom selben Betreiber geführt wie die Gastronomie im Apropos an der Mittelstraße. Ob dieser gemeinsame Bezug für die Auswahl der Ziele eine Rolle spielt, ist offen; ein Zusammenhang zwischen den Taten ist bislang nicht bestätigt.

Nach Informationen dieser Redaktion aus Sicherheitskreisen führen die Ermittlungen zu unterschiedlichen Milieus: zu den sogenannten Daltons, zur türkischen organisierten Kriminalität und in die Rockerszene. Nicht alle Fälle hängen zwangsläufig zusammen; in einzelnen Fällen könnten außerdem auch private Konflikte eine Rolle spielen.

Die Daltons, eine kriminelle Gruppierung aus der Türkei, sollen Geschäftsleute erpressen, bei denen sie Vermögen vermuten. Die Gruppe agiert inzwischen vor allem aus Georgien heraus und nimmt auch Geschäftsleute in Deutschland ins Visier. Schüsse auf Häuser und Ladenlokale sollen die Betroffenen einschüchtern und zu hohen Zahlungen bewegen.

In anderen Fällen vermuten Ermittler klassische türkisch organisierte Kriminalität, häufig im Zusammenhang mit Drogengeschäften und Konflikten unter Konkurrenten. Auch in der Rockerszene eskalierten Auseinandersetzungen, bei denen ebenfalls Drogen eine Rolle spielen können. Für einzelne Angriffe kommen laut Ermittlern aber auch persönliche Streitigkeiten abseits der organisierten Kriminalität infrage. Verletzt wurde infolge der Schüsse bisher noch niemand.

Als verbindendes Muster mehrerer Taten gilt „Crime as a Service“: Hintermänner lassen junge Menschen gegen Bezahlung Anschläge ausführen. Bekannt wurde die Methode im Zusammenhang mit dem sogenannten Kölner Drogenkrieg 2024.

Die Ermittlungen, auch zu den Hintergründen der Taten, führt nun die Kriminalpolizei Köln. Wer Hinweise zu den Schüssen oder zu den geflüchteten Verdächtigen geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de zu melden.