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SicherheitskonzeptEin bitteres Jahr für die KVB

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Ein Rettungswagen ist an der Oskar-Jäger-Straße gegen eine Straßenbahn der Linie 1 geprallt. Im vergangenen Jahr sind mehrere Unfälle mit Bahnen der KVB tödlich ausgegangen. Das soll sich ändern.

Köln – KVB-Chef Jürgen Fenske spricht von einem „bitteren Jahr“, einem „schrecklichen Ausreißer“: Neun Menschen starben 2012 bei Unfällen mit Straßenbahnen – so viele wie in keiner anderen deutschen Stadt. Auch dieses Jahr sind schon drei Todesopfer zu beklagen.

Polizei und KVB haben jeden einzelnen Unfall untersucht und am Dienstag die Ergebnisse präsentiert. Auffällig ist demnach: „In allen Fällen waren die Getöteten selbst die Verursacher“, berichtet Polizeipräsident Wolfgang Albers. Weder hätten technische Sicherungen versagt, noch trage ein Straßenbahnfahrer die Schuld an einem der Zusammenstöße. Keine Unfallbahn habe die Höchstgeschwindigkeit „nennenswert oder rechtlich relevant“ überschritten, ergänzte Polizeidirektor Georg Dissen. Zudem wohnten die Todesopfer bis auf wenige Ausnahmen jeweils ganz in der Nähe der Unfallstelle, sie hätten die örtlichen Gegebenheiten gekannt und hätten die Gefahren richtig einschätzen können.

Fast alle 21 tödlichen Unfälle seit 2010 geschahen an Haltestellen oder Bahnübergängen, häufig weil Fahrgäste noch schnell eine Bahn erreichen wollten und unvorsichtig wurden. Manche seien alkoholisiert gewesen oder abgelenkt durch ihr Handy oder durch Musik über Ohrstöpsel. „Wir sprechen über Unfälle“, bilanzierte Albers, „die letztlich nur durch eine Verhaltensänderung zu bekämpfen sind.“

Womöglich auch durch so genannte Bodenindikatoren – Lichtleisten aus kleinen LED-Lampen, die an Fußgängerüberwegen im Asphalt eingelassen sind und zeitgleich mit der Ampel rot leuchten, sobald sich ein Zug nähert. In Bielefeld und Frankfurt wird dieses Warnsystem zurzeit getestet. Empirische Ergebnisse über die Wirksamkeit gebe es noch nicht, sagte KVB-Chef Fenske. Dennoch starten KVB und Stadt Köln Ende des Jahres ein eigenes Pilotprojekt.

An drei Kreuzungen sollen die Bodenlichter probeweise installiert werden: an der Luxemburger Straße/Universitätsstraße, am Stadtwaldgürtel/Ecke Maarweg und am Bahnübergang Rautenstrauchstraße auf dem Stadtwaldgürtel. Die Kosten stehen noch nicht fest. Alle drei Anlagen sollen per Videokamera überwacht werden. „Wir tun das, weil wir wissen wollen, ob die Bodenindikatoren Wirkung zeigen, ob die Leute stehen bleiben oder ob sie die Lichter ignorieren“, sagte Heribert Krichel vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik. Einzelne Gesichter seien auf den Bildern nicht erkennbar, betonte er.Die drei Kreuzungen seien ausgewählt worden, weil sie sehr stark frequentiert seien, nicht, weil sie besonders unfallträchtig wären. Trotz 21 tödlicher Unglücke in zweieinhalb Jahren gebe es keine Unfallschwerpunkte, berichtete Polizeipräsident Albers. „Die Unfälle sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt.“

Die Polizei will demnächst alle überlebenden Opfer von Zusammenstößen mit Straßenbahnen anschreiben und fragen, wie es aus ihrer Sicht zu dem Unfall gekommen ist. Man erhoffe sich Aufschluss darüber, ob die Betreffenden etwa überfordert waren oder sich unvernünftig verhalten haben, erklärte Albers. Die KVB möchte Durchsagen und Displays an Haltestellen nutzen, um die Fahrgäste auf die Gefahren hinzuweisen.