Bocklemünd/Mengenich – Die Premiere glückte auf Anhieb. Erstmals lud die Siedler-Interessengemeinschaft Bocklemünd (SIG) zu einem Neujahrsempfang. Obwohl keinerlei Ehrengäste oder Künstlerdarbietungen im Programm waren, kamen die Mitglieder in Scharen. „Das zeigt, wie wichtig den Menschen der Kontakt zu den anderen Mitgliedern ist“, sagte Vorsitzende Monika Schultes, die sich inmitten der angeregten Gesprächsatmosphäre im ehemaligen Büchereisaal des Bürgerschaftshauses kurz Gehör verschaffte und die rund 40 Gäste begrüßte.
Die Siedler-Interessengemeinschaft von 1967 ist der Zusammenschluss der mehr als 400 Eigenheimbesitzer im Gebiet der Siedlung die in den 1960er Jahren nördlich von Bocklemünd gebaut wurde. Anlass zur Gründung des Vereins gaben Baumängel an vielen Häusern, die die Gesellschaft Grubo errichtet hatte. „Viele Mitglieder sind inzwischen sehr betagt, manche sind verwitwet, daher ist es unsere Aufgabe, sich umeinander zu kümmern“, so Monika Schultes. Kassiererin Marie-Luise Lenhart ergänzte, dass sich der Kreis ihrer Helferinnen, die regelmäßig die Mitgliedsbeiträge kassieren, zu einer Art Besuchsdienst entwickelt habe. Sie bekamen für ihren Einsatz ein extra Dankeschön.
Die zahlreichen Gespräche der Besucher bei Sekt und Schnittchen drehten sich um Privates wie um das Viertel selbst. Zurzeit ist in den Straßen von Bocklemünd die wiederholte Ruhestörung und Bedrohungen von Passanten durch eine kleine Gruppe Jugendlicher Thema. Dabei wurden häufig Böller gezündet und in Geschäfte, auf Passanten und sogar Hunde geworfen. Kurz vor dem Neujahrsempfang der SIG hatte es im Gebiet der Siedlung eine großangelegte Personenüberprüfung durch die Polizei gegeben. Viele Besucher äußerten die Befürchtung, das dadurch das lange bestehende Stigma vom „Problemviertel“ Bocklemünd wieder wachgerufen werden könnte.
Monika Schultes, Vorsitzende
Marie-Luise Lenhart, Kassiererin