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Familientag in KölnDie Stars des Tages heißen Astro-Alex und A 380

3 min

Stundenlanges Warten mussten die Besucher in Kauf nehmen, wenn sie den Airbus A-380 von innen sehen wollte

Köln – „Komm, Mama, ich will auch gedrucktes Essen!“ Ungeduldig zerrt der Junge im Grundschulalter an der Hand seiner Mutter. Ab ins nächste Zelt, ab zur nächsten Attraktion – der Tag der Luft- und Raumfahrt ist auch Familientag. Im Zwei-Jahres-Rhythmus öffnet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), in Kooperation mit dem Europäischen Astronautenzentrum (EAC) und der Luftwaffe, seine Tore bei freiem Eintritt für die Öffentlichkeit.

Noch am Freitag drohte eine Absage dieser Großveranstaltung mit rund 50?000 Besuchern, weil das Bauaufsichtsamt der Stadt Köln kurzfristig eine Vielzahl von Nachbesserungen beim Sicherheitskonzept gefordert hatte (wir berichteten). Doch der Konflikt wurde beigelegt, Punkt zehn Uhr beginnt der Einlass, und schon wenige Minuten später sind die Wege entlang der Forschungsinstitute, Prüfstände und Simulatoren voller kleiner und großer Besucher, von Buggy- bis Rollator-Alter reicht das Spektrum.

Natürlich ist das „Space Village“ gegenüber dem Astronautenzentrum ein Publikumsmagnet – immerhin kann man hier Astronauten live erleben, sie im Raumanzug im Trainings-Tauchbecken schweben sehen oder eben selbst kosten, wie Astronautennahrung aus dem 3-D-Drucker schmeckt. Doch nicht nur die Frauen und Männer, die aus dem Orbit zurückgekehrt sind, finden ihr Publikum.

Umlagert ist auch das Gebäude, in dem die Besucher sich über die Rosetta-Kometen-Mission informieren können. Der Lander Philae, der erfolgreich auf dem 675 Millionen Kilometer entfernten Kometen „Tschurri“ aufgesetzt hatte, ist ein heimlicher Star dieses Tages. Aber auch die Möglichkeit, einen Blick in den Brennkammer-Prüfstand HBK 5 zu werfen, lockt Scharen von Besuchern an. Und Besucherinnen: Mütter und Töchter, Freundinnen, Schulcliquen temperamentvoller Mädchen stehen im Brennkammer-Prüfstand, an den Windkanälen oder im flugmedizinischen Zentrum und lassen sich die Technik von morgen oder sogar übermorgen erklären. Begeisterung für Forschung und Technologie ist längst kein Vorrecht der Jungen mehr.

Kinder und Jugendliche genießen beim Tag der Luft- und Raumfahrt eine Vorzugsbehandlung – die Jüngeren bekommen als „VIP-Kids“ spezielle Führungen, die Älteren dürfen im DLR School Lab selbst experimentieren. An jeder Ecke wird den jungen Gästen etwas zum Ausprobieren, Selbermachen oder Mitnehmen geboten. DLR und die europäische Raumfahrtagentur ESA nutzen beim Publikumstag die Chance, beim Nachwuchs die Neugier für einen Job in der Luft- oder Raumfahrtforschung zu wecken.

Der Faszination des Fliegens und Schwebens erliegen aber auch die Erwachsenen – ob beim Probesitzen im Starfighter-Cockpit, beim Blick in die luxuriöse First Class des Emirates Airbus A 380 oder beim Beobachten der Kurzarm-Zentrifuge im Labor Envihab, auf der ein Dummy schwindelerregende Runden dreht. „Da geht dann das ganze Blut in die Füße“, erklärt ein Vater seinem Sohn ganz simpel die Funktionsweise.

Auf der Bühne wechseln sich die Astronauten mit den Kometenforschern und Astronauten-Trainern ab und haben so viel zu erzählen, dass manche Besucher hier Stunden verbringen, falls sie nicht gerade im Zelt nebenan versuchen, trotz des riesigen Andrangs ein Autogramm von „Astro-Alex“, dem deutschen Astronauten Alexander Gerst zu erwischen. Die neue DLR-Vorsitzende Professor Pascale Ehrenfreund ist spätestens an diesem Tag selbst Raumfahrt-Fan geworden: Gerst schenkt ihr eine echte Astronauten-Jacke, mit der exklusiven Aufschrift „DLR Commander“.