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Sportliche Ferien für Nachwuchskicker

4 min

Vollen Einsatz beim Kopfball zeigt Nachwuchskicker Max beim Nippeser Fussball-Camp.

Nippes – Lässig hängt die blaue Sporttasche über Max' Schulter. Fußballschuhe, Torwarthandschuhe und Schienbeinschoner hat er eingepackt – und Sonnencreme, für alle Fälle. Max ist auf dem Weg zum Ferien-Fußballcamp nach Nippes. Am Eingang der Bezirkssportanlage an der Merheimer Straße stellt Trainer Klaus Di Molfetta die Anwesenheit der Teilnehmer fest. „Wie ist denn deine Nummer?“, fragt er den siebenjährigen Schüler aus Köln. „28“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. „Ich hab dich gefunden. Guten Morgen, lieber Max“, begrüßt ihn Di Molfetta freundlich und hakt, wie alle anderen, die nach und nach eintrudeln, auf seiner Liste ab. Max ist in dieser Ferienwoche einer von 49 fußballbegeisterten Jungen und Mädchen im Alter zwischen vier und 14 Jahren, die sich für die Sommerferienfreizeit in Nippes angemeldet hatten. „Viele der Kinder kennen das Ferien-Fußballcamp bereits“, sagt Di Molfetta. „Einige davon gehören schon zum Stammpersonal.“

Andere Kinder wie Max, aber auch Mats (9) und Moritz (9), sind zum ersten Mal dabei. Kleine Turniere zu spielen finden sie super. Und auch die Trainer seien „besonders cool“. Schließlich können die Nachwuchskicker von lizensierten DFB-Trainern wie Herbert Hein, Spielern wie Klaus Di Molfetta, aber auch von Kölner Sporthochschulabsolventen und erfahrenen Jugendtrainern viel zum Thema Ballgefühl, Passspiel und Torschuss lernen. Die Frauenquote im Camp sichern in dieser Ferienwoche die beiden Schülerinnen Sofie (8) und Emilia (9), die mindestens genauso fußballbegeistert sind wie ihre männlichen Kollegen. Sofie steht am liebsten im Tor. Emilia spielt lieber im Sturm. Ermöglicht hat die Ferienfreizeit der Verein „Unternehmen helfen Kids“, der seit 20 Jahren unter anderem Ganztages-Ferien-Fußballcamps für Kinder in Köln, Rösrath und Lohmar-Wahlscheid organisiert. „Wir waren vor 20 Jahren die ersten, die solche Fußballcamps angeboten haben“, erzählt Organisationsleiterin Heike Kock vom Veranstalter. Die Schirmherrschaft der Camps hat Fußballlehrer Erich Rutemöller übernommen, der Anfang der 1990er Jahre unter anderem den 1. FC Köln trainierte. Kock betont, dass es für die Fußballkids im Camp im Vergleich zu etablierten Fußballschulen, keinerlei Leistungsdruck gebe. „Bei uns steht ausschließlich der Spaß am Spielen im Vordergrund.“ Es gehe für die Kinder darum, einmal Luft zu holen, Stress abzubauen, den Akku wieder aufzuladen, mit Gleichaltrigen zu spielen und sich mal wieder so richtig auszutoben. Das sei gerade jetzt nach vielen Wochen der Corona bedingten Entbehrungen wichtig. Zahlreiche Kinder und Jugendliche hätten in der letzten Zeit überwiegend alleine oder mit ihren Geschwistern in ihren Familien verbracht, erzählt Kock. Sie ist davon überzeugt, dass „viele Kinder in der Corona Zeit Schaden genommen hätten“. Während einige der sechs ehrenamtlichen Betreuer das Frühstück vorbereiten, wird auf der städtischen Kunstrasenanlage schon fleißig gekickt. Wegen der vorgeschriebenen Schutzregeln werden die jungen Kicker in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Älteren spielen am hinteren Ende des Platzes, die Jüngeren weiter vorne, in der Nähe des Vereinsheims, das die Fußballer vom DJK Grün-Weiss Nippes den Organisatoren des Camps zur Verfügung gestellt haben. Auf dem Platz trommelt Trainer Di Molfetta alle Teilnehmer zusammen. „Alle mal herhören! Jede Gruppe stellt jetzt vier Mannschaften zusammen“. Das Ziel sei es, spielerisch Dribbeln zu lernen, Doppelpässe zu üben, Ecken zu schießen und natürlich Elfmeter zu verwandeln, erklärt der Betreuer. In kurzer Zeit haben sich die Mannschaften mit ihren jeweiligen Kapitänen gefunden. Thiago (8) ist einer von ihnen. Der Kölner Schüler spielt bei Nippes 12 und ist „Barcelona, Argentinien,- und FC-Fan“, wie er sagt. Das Camp besucht er bereits zum zweiten Mal. „Turniere zu spielen“, findet der Nachwuchskicker, ebenso wie die meisten anderen Teilnehmer, am besten. Nach dem frisch zubereiteten Mittagessen folgt ein kleines Fußballturnier. Getränke und frisches Obst stehen für die Kinder ganztägig in ausreichender Menge bereit. Traditionsgemäß findet am letzten Feriencamp-Tag eine Abschiedsfeier mit Siegerehrung statt, sagt Heike Kock. „Wegen Corona diesmal aber ohne Eltern“. Zum Abschluss der Ferienwoche erhält jeder Teilnehmer eine Urkunde mit Erinnerungsfoto, eine Medaille, ein Camp-T-Shirt und einen gut gefüllten Turnbeutel mit Überraschungen. Die beiden Nachwuchs-Fußballerinnen Sofie und Emilia erhalten sogar einen Sonderpreis, „weil sie sich eine Woche lang so super gegen die Jungs durchgesetzt haben“, sagt Heike Kock. Für die meisten Teilnehmer war die Woche im Fußballcamp genau das Richtige. Max will auch wieder mitmachen. Wenn es geht schon in den Herbstferien.

Für die Zeit vom 27. Juli bis 31. Juli, sind für interessierte Jungen und Mädchen zwischen fünf und 16 Jahren im Nippeser Fußballcamp noch Plätze frei. Der Preis inklusive Vollverpflegung beträgt für eine Woche 169 Euro. Nähere Infos und Anmeldungen telefonisch unter 0221/500 56 78 oder im Internet. www.fussball-feriencamps.de

Trainer Klaus Di Molfetta

Thiago(8), zu seinen Lieblingsmannschaften

Heike Kock von „Unternehmen

helfen Kids“