Sürth – Der Werbevermarkter Ströer steigert jährlichen seinen Umsatz und Gewinn, im Schnitt im mittleren einstelligen Prozentbereich. Jetzt will er sich auch baulich vergrößern und personell weiterentwickeln. Der international tätige Medien- und Internetkonzern hat sich für den Verbleib seiner Unternehmenszentrale im Kölner Süden entschieden.
An seinem angestammten Firmensitz an der Ströer-Allee 1, im Zwickel zwischen Industriestraße und Akazienweg, will er die Anzahl der Beschäftigten von derzeit 300 auf 1300 aufstocken und entsprechende Neubauten errichten. Auch bisherige dezentrale Standorte sollen auf dem neuen und weitestgehend autofreien Sürther Campus gebündelt werden.
Gebaut werden soll sowohl auf dem bestehenden Firmengelände südlich der Ströer-Allee als auch auf der bislang freien Grünfläche nördlich davon. Dort sollen die Arbeiten als erstes beginnen. Vorgesehen sind Büros für rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem drei- bis viergeschossigen Gebäuderiegel.
Außerdem soll ein Systemparkhaus entstehen, also ein offenes Stahlkonstrukt mit Platz für etwa 340 Fahrzeuge. Es ist an der Ecke Industriestraße/Ströer-Allee geplant. Auch eine betriebseigene Manufaktur für Displaysysteme soll errichtet werden.
Für diesen nördlichen Bereich ist eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich; sie soll in einem parallel laufenden Verfahren erfolgen. Das Areal ist eigentlich für Wohnbebauung gedacht, soll aber auch aus städtischer Sicht trotz der allgemeinen Wohnungsnot für Gewerbeansiedlung frei gegeben werden. Der Ströer-Campus leiste durch die Bereitstellung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen im Medien-, Digital- und Werbesektor einen Beitrag zur zukunftsfähigen Entwicklung des Stadtbezirks Rodenkirchen und der gesamten Stadt, heißt es in den Planunterlagen der Stadtverwaltung. Wenn diese nördliche Bebauung fertig ist, sollen im Süden der Ströer-Allee Büros für weitere rund 560 Beschäftigte entstehen.
In dem Bereich besteht bereits Planrecht seit 2001. Vorgesehen ist ebenfalls ein Riegelbau mit drei bis vier Geschossen entlang des Akazienwegs, wo auch die Stadtbahntrasse verläuft. Der vorhandene Bürobaukörper bleibt bestehen und soll mit dem neuen Gebäude verbunden werden. Unter dem neuen Büroriegel ist eine zentrale Tiefgarage mit rund 250 Stellplätzen geplant. Die bisherigen oberirdischen Parkplätze entfallen größtenteils.
Die gesamte Neubaufläche beträgt rund vier Hektar. Nicht angetastet werden die Grünflächen ganz im Süden des Planbereichs. Auch der gestaltete Park mit dem Teich bleibt und soll die neue Campusmitte werden. Die Zufahrt soll weiterhin über die Ströer-Allee erfolgen. Bislang endet diese kleine Straße in Richtung Osten etwa auf Höhe der Einfahrt zu Ströer, ein Durchgangsverkehr zum angrenzenden Wohngebiet ist nicht möglich.
DIE STRÖER-GRUPPE
Ab 1963 baute Heiner Ströer (1938 bis 2004) das Unternehmen mit den Plakatwänden in Köln auf. Gemeinsam mit Udo Müller wurde 1990 die Ströer City Marketing GmbH gegründet, daraus wurde 2002 die Ströer Out-of-Home Media AG. Heute firmiert Ströer als SE & Co. KGaA, als Kommanditgesellschaft auf Aktien, deren Komplementär eine Europäische Gesellschaft ist. Ströer ist ein börsennotiertes deutsches, international tätiges Unternehmen. Es vermarktet Online- und Außenwerbung und ist in Deutschland einer der größten Anbieter von Out-of-Home-Medien. Die Ströer-Gruppe betreibt mehrere Internetportale, etwa t-online.de, und beschäftigt insgesamt rund 13 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an mehr als 100 Standorten. (süs)