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Trotz PersonalaufstockungAntragsstau bei der Stadt – 5000 Kölner warten auf Wohngeld

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Wohnungen Symbolbild

Die Mieten in Köln steigen stetig

Köln – Die Nachfrage nach Wohngeld hält unvermindert an. In den ersten neun Monaten der Jahres haben 22 Prozent mehr Kölner diese finanzielle Unterstützung beantragt als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Die Stadt begründet den Anstieg einerseits mit der am 1. Januar in Kraft getretenen Wohngeldnovelle, die mehr Menschen einen Anspruch auf Wohngeld ermöglicht. Andererseits spielten auch die Corona-Pandemie und die Einkommenseinbußen von Menschen, die ihren Job verloren haben oder sich in Kurzarbeit befinden, eine Rolle. Die Ausgaben, die von Bund und Land NRW übernommen werden, erhöhten sich um 25 Prozent auf etwa 25 Millionen Euro.

Beschwerden von Kölner Bürgern

In der Vergangenheit hatte es Beschwerden von Bürgern gegeben, die monatelang auf ihren Wohngeldbescheid hatten warten müssen. Derzeit befinden sich laut Stadt 5000 Anträge in der Bearbeitung. Der Stau wird wohl nicht so schnell abnehmen: „Die absolute Zahl offener Anträge stagniert aktuell. Dies bedeutet, dass derzeit ähnlich viel abgearbeitet wird, wie monatlich neu hinzukommt“, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Darunter befänden sich aber auch zahlreiche Papiere, die entweder erst kürzlich eingegangen seien sind oder Anträge, in denen Rückmeldungen von anderen Behörden wie dem Jobcenter ausstünden. In manchen Fällen fehlten Unterlagen. Antragsteller hätten offenbar wegen Betriebsschließungen Probleme, die erforderlichen Arbeitgeber-Bescheinigungen beizubringen.

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Die Stadt hatte den Rückstau auch damit begründet, dass die zentrale Wohngeldstelle unter Personalmangel leide. Hier hat sich offenbar etwas getan. Seit September seien acht Stellen neu besetzt worden, so die Stadt. Weitere drei Stellen sollen folgen. Insgesamt hat das Amt derzeit von 70 Stellen 64 besetzt. „Eine endgültige Stabilisierung der Personalsituation ist daher erst mit Besetzung der noch vakanten Stellen und nach Beendigung des Einarbeitungsprozesses zu erwarten“, heißt es von der Verwaltung.

Politiker in Köln fordern mehr Personal

Die Kölner Sozialpolitiker fordern dennoch, dass die Verwaltung schneller handelt. Jörg Detjen (Linke) forderte mehr Personal für die Wohngeldstelle und eine bessere Aufklärung der Bevölkerung, wer die Hilfen in Anspruch nehmen könne. „Mir ist es wichtig, dass Köln Bundesmittel nutzt und gezielt einsetzt, bevor Menschen in prekären Lebenslagen das selbst zahlen müssen.“ Im letzten Jahr hätten Betroffenen im Durchschnitt 214 Euro erhalten. Bei einem Vierpersonenhaushalt betrage der Höchstbetrag 968 Euro.

„Grundsätzlich müsste das schneller gehen“, meint auch Marion Heuser (Grüne). Allerdings sei es offenbar schwierig, qualifiziertes Personal schnell zu bekommen. Ursula Gärtner (CDU) fordert, dass Menschen in Not im Voraus Abschläge erhalten. „Für Einzelne kann die Länge der Bearbeitungszeit dramatische Folgen haben.“ Der Vorsitzende des Sozialausschusses, Michael Paetzold, verlangte, die Stadt solle Mitarbeiter aus anderen Bereichen in die Wohngeldstelle versetzen und entsprechend schulen.