Kölner Apotheken und Hausärzte sprechen von einer ersten Erkältungswelle.
Trotz Spätsommer?Köln hustet und schnupft – Erkältungszeit hat begonnen

Ein Kind benutzt ein Papiertaschentuch. Viele Kitas schicken auch bei leichten Erkältungssymptomen Kinder nach Hause. (Symbolbild)
Copyright: picture alliance/dpa
Folgt auf die Hitze jetzt der Schnupfen? Köln schwitzt nicht mehr, es schnieft. Während bei aktuellen 20 Grad die leichte Jacke noch eher optional und die Sonnenbrille Pflicht ist, wird in Bussen, Büros und Wartezimmern schon wieder geschnäuzt, gehustet – und gerätselt: Haben die kühlen Nächte, die ersten Regentage oder die große Sommerhitze den Erkältungsviren den Weg bereitet?
Die Hitze selbst ist vermutlich nicht der direkte Auslöser. Sie kann aber das Umfeld verändern, in dem sich Beschwerden entwickeln, sagt das Robert-Koch-Institut: Wärmere Bedingungen können die Pollensaison verlängern, Ozon reizt die Atemwege, trockene Klimaanlagenluft kann die Schleimhäute zusätzlich belasten. Wie vielen Kölnern geht's genauso? Die Kölner Kohorten-Studie (CoCoS) der Uni fragt teilnehmende Kölnerinnen und Kölner per Online-Umfrage einmal die Woche nach ihrem Gesundheitszustand. Dort haben in der vergangenen Woche 66 von 559 Teilnehmern angegeben, unter einer Atemwegsinfektion zu leiden. Mit 11,8 Prozent liegt der Wert aber noch leicht unter dem Niveau der beiden Vorjahre. Eine Corona-Erkrankung gab keine der Testpersonen an.
Es gibt wieder mehr Zulauf in den Praxen
Ein reiner Wahrnehmungseffekt ist es aber offenbar nicht. In den Kölner Apotheken machen sich die Krankheitsfälle durchaus bemerkbar. „Seit letzter Woche rollt eine Erkältungswelle“, sagt Axel Vogelreuter von der Apotheke am Neumarkt. Die sei aber nicht extrem, sondern auf ähnlichem Niveau wie im September letzten Jahres. „Es ist recht früh vielleicht, aber auch das ist nicht ungewöhnlich“, so der Apotheker. Die Kunden kauften jetzt vermehrt Nasensprays, fiebersenkende Mittel und Medikamente gegen Halsschmerzen. Das bestätigt auch die easy-Apotheke in Sülz: „Einige kaufen auch präventiv bei uns, zum Beispiel Vitaminpräparate, um eben nicht krank zu werden.“
Auch bei den Kölner Hausärztinnen und Hausärzten klingeln die Telefone wieder mehr. „Es gibt wieder mehr Zulauf in den Praxen“, bestätigt Monika Baaken, Sprecherin des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Nordrhein. „Für uns ist das der typische Wechsel vom Sommer auf den Herbst. Viele sind auf das Wetter noch nicht eingestellt.“ Wie auch. Etliche Kölnerinnen und Kölner kommen gerade erst aus den Sommerferien zurück, die seit nicht mal zweieinhalb Wochen in NRW zu Ende sind.
Also jetzt wieder Maske tragen in der KVB? Ja, sagt Jan Schirmer, Vorsitzender der Kreisstelle Köln der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Wer besonders gefährdet sei, könne sich so am besten schützen. „Die Tricks kennen wir ja alle noch aus der Corona-Pandemie.“ Hände waschen, lüften – zur Vorbeugung warm genug anziehen und viel trinken. Verantwortlich für die vielen Erkältungen seien nach seiner Einschätzung aber aktuell hauptsächlich Rhinoviren.
Gesundheitsamt Köln meldet keine Corona- oder Influenza-Welle
In dieser Hinsicht kann auch das Kölner Gesundheitsamt Entwarnung geben: Laut derzeitigem Stand meldet die Institution kein ungewöhnlich hohes Auftreten von Atemwegserkrankungen wie Influenza oder Corona, die auch schwere Verläufe nehmen können. Für September liegen dem Gesundheitsamt bisher 13 positive Labormeldungen dieser Erkrankungen im Stadtgebiet vor. Zum Vergleich: Im Monat August waren es insgesamt 17.
Die nächste Grippesaison steht ebenfalls in den Startlöchern. „Ab Oktober ist überall genügend Impfstoff vorrätig“, sagt Thomas Preis, Kölner Apotheker und Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Dann sollten sich vor allem ältere Menschen und chronisch Kranke um einen Impftermin kümmern. Das sei bei Hausärztinnen und Hausärzten möglich, sowie in vielen Apotheken.
