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Überlebenshilfe aus Liebe zu Namibia

2 min

Volkan Sazli steuert die Hilfe von Köln aus.

Innenstadt – Viele junge Menschen nutzen die Zeit nach der Schule, um die Welt zu sehen und sich sozial zu engagieren, bei einem freiwilligen sozialen Jahr im Ausland etwa. Während die meisten sich anschließend vor allem um die eigene Ausbildung kümmern, war für es für Volkan Sazli der Beginn einer Berufung: Nach seiner Rückkehr aus Namibia, wo er 2014 im Rahmen eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes in einem Schulprojekt für die Kinder eines Townships in der Stadt Swakopmund gearbeitet hatte, gründete er gemeinsam mit einer weiteren Freiwilligen den Verein Tangani Shilongo Namibia e.V. , um das Projekt von Deutschland aus weiter mit Spenden zu unterstützen.

„Bildung ist in Namibia immer noch sehr teuer und das DRC School Project nimmt pro Jahr etwa 1000 Kinder und Jugendliche auf, denen es eine kostenlose Ausbildung ermöglicht“, erklärt Sazli. In seiner Zeit dort gab er Unterricht, half bei der Hausaufgabenbetreuung und leitete Workshops. „Ich hab mich damals in Land und Leute verliebt“, sagt er. Wieder zurück in Deutschland, mochte er sich mit dem Ende seines Engagements nicht abfinden. „Ich wollte weiter auf nachhaltige Weise helfen. Darum haben wir den Verein gegründet, um es auch rechtlich auf eine sichere Basis zu stellen.“ Durch hartnäckiges Klinkenputzen an den richtigen Adressen ist es ihm in den vergangenen Jahren gelungen, ein Netzwerk aus Firmen und wohlhabenden Privatpersonen aufzubauen, die die Arbeit seines Vereins finanzieren. „Wir konnten bereits einige Dinge realisieren: Etwa eine Mauer um das Gelände des Projekts herum, mehrere zu Klassenzimmern umfunktionierte Schiffscontainer, einen Spielplatz und seit zwei Jahren vergeben wir auch Stipendien.“

Die Covid-19-Pandemie stellt jedoch auch ihn und seine Mitstreiter vor neue Herausforderungen, denn die Situation in Namibia ist dramatisch. „Dort gilt seit Ende März der Notstand. Die Menschen dürfen ihre Häuser nicht mehr verlassen und die Wirtschaft ist komplett eingebrochen – vor allem der Tourismus, der dort eine der wichtigsten Einnahmequellen war.“ Da viele ihre Familien nicht mehr ernähren können, finanziert der Verein nun Lebensmittellieferungen, die an die Bewohner des Townships verteilt werden. „Dafür schöpfen wir Gelder aus, die eigentlich für andere Zwecke gedacht waren, etwa für unser Stipendiatenprogramm. Wir gehen gerade an unsere Reserven.“ www.tangeni-shilongo-namibia.de

Volkan Sazli