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Umräumen gehört zum Konzept

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Menschen, denen Umräum- und Ausräumaktionen ein Gräuel sind, dürften voller Bewunderung auf einen Laden in der Teutoburger Straße schauen. Dort gehört das Kistenpacken praktisch zum Konzept. Frei nach dem Motto: „Bäumchen wechsle dich“ räumt Norma Wright alle drei Wochen und drei Tage die Ständer und Regale ihres Geschäfts leer, um Platz für neue Ware zu schaffen: Mode, Hüte, Taschen, Schuhe, Kinderkleidung.

An jedem Ersten eines Monats finden die Kunden nicht nur ein neues Sortiment, sondern auch ein verändertes Motto. Jetzt, im Juni, steht alles unter dem Oberbegriff „Beach“; dementsprechend groß ist die Auswahl an fröhlich-bunter Strandmode: Bikinis, Sommerkleider, Tuniken und gehäkelte Tops – „der letzte Schrei aus Los Angeles“, wie Wright betont. Nicht nur für den Sommertag, sondern absolut abendtauglich sogar für festliche Anlässe sind beispielsweise die Kleider von Bärbel Eßlinger. Die Kölnerin strickt und häkelt ihre edlen Kreationen allesamt per Hand und verwendet ausschließlich erlesene Materialien wie Kaschmir und Seide.

Eßlinger gehört zu den Kölner Modedesignerinnen, die keinen eigenen Laden haben und daher immer auf der Suche nach attraktiven Verkaufsflächen für ihre Produkte sind. Norma Wright, die das Geschäftskonzept mit zwei weiteren, ebenfalls modeerfahrenen Südstadt-Frauen, nämliche Elke Scherbaum und Elke Cottin ausgetüftelt hat, versucht sowohl Newcomern als auch etablierten Designern eine Plattform zu bieten.

So ist unter anderem Perla Zayek mit ihren Abendroben mit an Bord, Anja Heidingsfelder mit ihren eigenwilligen Kleidern und Jacken, Helena Bischof, die eine sportlich-feminine Linie vertritt, sowie Anette Grundmann, die hinter dem Label „Apünktchen“ steckt und beispielsweise Kinderkleider, die mitwachsen, produziert. Außerdem zeigt Elke Cottin das ganze Spektrum ihrer weichen Wohlfühlkreationen aus Jerseystoffen.

Gut kombinierbar

Schlussendlich findet man bei „1-24“ auch Ware individueller Kölner Geschäfte wie zum Beispiel „Simon&Renoldi“aus dem Belgischen Viertel, „Studio C“ aus der Südstadt und Philippi aus Lindenthal. Damit Kunden zu ihrem vielleicht gerade gekauften Lieblingsstück auch nach Ablauf eines Themen-Monats eine passende Ergänzung finden. „Was uns selbst überrascht, ist, wie gut die Sachen kombinierbar sind“, stellt Wright fest und weist auf die Ständer mit den Kreationen von zumeist Kölner, aber auch Berliner Designern, die kunterbunt zusammenhängen, ohne jedoch zusammengewürfelt zu wirken. Wright hatte vor der Geschäftseröffnung im März allerdings schon Erfahrung mit temporärem Verkauf, indem sie dreimal im Jahr in einer Galerie in der Mainzer Straße erfolgreich „Normas Finest“ anbot.

Nachdem im Mai, passend zum Motto „Die Braut, die sich traut“, der Fokus auf Hochzeits- und Abendmode lag, wird im Herbst unter anderem Caroline Raffauf ihr Label „Rainwear“ präsentieren. Die Kölner Designerin gehört zu den Pionierinnen in Sachen umweltfreundliche und sozial nachhaltige Mode. Für ihre ausgefallenen Outdoor- und Regenkollektionen beispielsweise verwendet sie mit Bienenwachs beschichtete Bio-Baumwolle, Bananenfaser, Naturkautschuk, Hornknöpfe und nickelfreie Reißverschlüsse. Passend zum Herbstwetter werden Strümpfe und Hüte zu finden sein.