Abo

Unreflektierte Planung

2 min

Die Planung für eine Bebauung des Waldstückes zwischen Kunstfelder und Berliner Straße ist wieder einmal ein Paradebeispiel dafür, wie die Stadt ohne jegliche Orts- und Sachkenntnis sowie Vorgaben aus der Landesregierung agiert. Da wird ein Waldstück verplant, das einen wesentlichen Teil des rechtsrheinischen Grüngürtels um Köln darstellt. Dass dieses Waldstück einen Teil eines in sich geschlossenen Biotops (zusammen mit dem Naturschutzgebiet Hornpott) darstellt, das als Lebensraum für Amphibien unverzichtbar ist, wird schlicht ignoriert. Es wird ein zusätzlicher sozialer Brennpunkt entstehen: Wie aus dem Bebauungsplan ersichtlich ist, wird auch die neue Siedlung ohne notwendige Anbindung und Infrastruktur entstehen. Sie wird dasselbe Schicksal wie die Donewaldsiedlung und die Siedlung am Leinbachweg ereilen – vernachlässigte, soziale Brennpunkte. Zum Plan, das Feld zwischen Oderweg, Bahnstrecke und Dünnwalder Kommunalweg zu bebauen: Der Lageplan im KStA ist falsch. Zum einen setzt sich der Oderweg durch das Feld bis zum Flachsrosterweg fort, zum zweiten verläuft mitten durch dieses Gebiet parallel zur Bahnstrecke Köln-Wuppertal eine zweitrassige Hochspannungsleitung, eine der rechtsrheinischen Nabelschnüre elektrischer Energie. Bei Einhaltung der empfohlenen Sicherheitsabstände auf beiden Seiten und der erforderlichen Abstände von der Bahnstrecke bleibt von der zu bebauenden Fläche nur ein schmaler Streifen übrig. Eine so unreflektierte Planung widerspricht allem, was NRW-Umweltministerin Heinen-Esser meint, wenn sie sagt: „Unsere Wälder sind Kathedralen des Klimaschutzes.“

Ich schlage vor, dass sich die Verwaltung auf den Weg nach Dünnwald begibt und die Leerstände an Wohngebäuden auflistet, die seit Jahren ungenutzt vor sich hingammeln. Ehe ein zur Verbesserung der klimatischen Bedingungen unersetzliches Waldgebiet geopfert wird, sollten zunächst diese Gebäude genutzt werden, um neuen Wohnraum zu schaffen. Ich denke, es ist vorrangige Aufgabe der kommunalen Politiker, für die Bürger und mit ihnen zu planen und nicht über deren Köpfe hinweg die grüne Lunge im Rechtsrheinischen zu vernichten.

HEINRIKE WINKLER,

DÜNNWALD