Kölschrock-Größe Jürgen Zeltinger ist in diesem Jahr beim Wacken Open Air zu erleben. Der Musiker hat einen besonderen Song aufgenommen.
Für Wacken Open AirWolfgang Petry schreibt Hymne für Kölschrocker Jürgen Zeltinger

Kölschrock-Legende Jürgen Zeltinger (l.) hat einen neuen Song für seinen Auftritt in Wacken aufgenommen. Geschrieben hat ihn sein Freund Wolfgang Petry.
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Kölsche Töne beim Heavy-Metal-Höhepunkt des Jahres – inzwischen gehört diese Symbiose schon fest zum Wacken Open Air. Nach den Höhnern im Jahr 2022 und BAP 2025 betritt in diesem Jahr die dritte Kölner Formation den „Holy Ground“.
Jürgen Zeltinger wird am 1. August von 16.45 bis 17.45 Uhr mit seiner Band auf der Wackinger Stage zu erleben sein. Festival-Gründer Holger „Holgi“ Hübner hatte sich diesen Auftritt gewünscht. „Wir sind schließlich alle Asis mit Niwoh“, sagt er, in Anspielung auf den bekannten Zeltinger-Hit.
Die Planungen rund um den Trip nach Schleswig-Holstein stehen nun. Mit drei Autos geht es für die Zeltinger-Crew bereits freitags in den Norden. Dennis Kleimann wird Frontmann Zeltinger in seinem Wagen mitnehmen. „Wir bleiben bis Sonntag. Die Verantwortlichen haben uns sehr bei der Organisation von Hotelzimmern geholfen“, sagt der Gitarrist.
Hardrock-Legenden wie Def Leppard, Sabaton und Judas Priest werden bei der 35. Ausgabe des Wacken-Open-Airs vor bis zu 85.000 Zuschauern auftreten. Aber sicherlich wird die Stimmung auch großartig sein, wenn „Müngersdorfer Stadion“ beim Kult-Festival zu hören sein wird.
Zeltinger-Song: „Einmol nur en Wacke kacke“
Der 77-jährige Zeltinger reist zudem mit einer fetten Überraschung an. Die Kölschrock-Legende hat einen neuen Titel im Gepäck, der eigens für diesen Auftritt geschrieben wurde. „Einmol nur en Wacke kacke“ heißt das harte Metal-Lied, das musikalisch Richtung Linkin Park und Rammstein geht.

Wolfgang Petry (l.) und Jürgen Zeltinger kennen sich schon seit 50 Jahren. Aus der Freundschaft ist ein neuer Song entstanden.
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Das besondere Geheimnis hinter dem Titel: Geschrieben wurde er von Schlager-Ikone Wolfgang Petry („Wahnsinn“). Der 74-jährige Kölner versteht sich seit 50 Jahren blendend mit Zeltinger. Der Schlager-Superstar wuchs in Raderthal auf, Zeltinger in der Südstadt und in Longerich.
Petry wurde 1975 in der Forsbacher Kult-Disco „Whisky Bill“ entdeckt, sein Rocker-Kumpel feierte kurz darauf seinen Durchbruch im Kölner „Roxy“. Im vergangenen Jahr haben beide den Song „Ich wor ens ovve“ gesungen. Nun hat Petry für seinen Freund die passenden Wacken-Zeilen verfasst.
Jürgen Zeltinger: Aufnahmen bei Wolfgang Petry im Keller
Mehr noch: Die Aufnahmen fanden jüngst während der besonders heißen Tage statt. Da es im Tonstudio viel zu stickig für den gesundheitlich angeschlagenen Zeltinger war, lud Petry alle kurzerhand zu sich nach Hause ein. Im kühleren Keller konnten so die Tonspuren aufgenommen werden.

Die Band von Jürgen Zeltinger nahm den neuen Song im Keller von Wolfgang Petrys Wohnhaus auf.
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Dennis Kleimann freut sich schon auf die Live-Premiere. „Der Jürgen hat in seiner Karriere schon alles erlebt und hat wahrlich für zehn Leute mitgelebt. Während Wolfgang Niedecken gerade von der Zielgeraden mit BAP spricht, müssen wir realistisch sein: Für Jürgen ist es wirklich die Zielgerade. Umso schöner, dass diese mit dem Wacken-Highlight noch einmal gekrönt wird.“
Der Gitarrist kümmert sich wie ein Sohn um die kölsche Legende und achtet darauf, dass dieser auch seine Medikamente einnimmt. Hinter Zeltinger liegen schwierige Jahre: Nierenversagen, mehrere Zeh-Amputationen, ein bösartiger Krebstumor. „Seitdem lebe ich bewusster und habe mit dem Trinken aufgehört. Früher waren es zwei Flaschen Wodka am Tag, heute sporadisch mal ein halbes Glas Wein“, sagt er.
Kleimann ist gespannt, wie das Petry-Zeltinger-Werk bei den Metalheads ankommt. „Jürgens Musik ist ja Punk. Aber das Stück ist selbst für seine Verhältnisse echt hart“, sagt er.
