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Wandernde Baustellen

2 min

Ossendorf Bunt, groß, augenzwinkernd – wenn die Jecken sich als Rochuskapelle und Bickendorfer Büdchen verkleiden, dann spürt man sofort, wie groß die Verbundenheit zum Veedel ist. Mit dem Glockenschlag der Rochuskirche, 14 Uhr, starteten die Löstigen Fastelovendsfründe in Ossendorf den Karnevalszug. 24 bunte Gruppen, davon fünf Musikgruppen, hatten reichlich Kamelle, Strüßjer und kölsche Tön im Gepäck. Und es waren nicht nur „alte Hasen“ wie die „Jecke Vogelscheuche“ oder die „Löstige Lumpe“, die schon zum 38. Mal beim Zug dabei waren, auch neue Teilnehmer konnte der Zug in den vergangenen Jahren hinzugewinnen. Einer der Neuzugänge ist der Musikzug Beckendorfer Veedelspiraten, der in Seeräuber-Manier die Spitze des Zugs anführte. Als größte Gruppe zog die Montessori Grundschule alle Blicke auf sich, mit Botschaften wie „Achtung Baustelle – Kinder haften für die Stadt“ wollten Lehrer, Kinder und Eltern auch im Karneval auf das Sanierungsdrama in der Schule aufmerksam machen. Ihr Kostüm, ein Appell an die Politik: Das Atrium stellt ein zentrales Element der Montessori-Pädagogik dar, aber leider ist es seit Herbst 2018 gesperrt. Seither warten Schüler, Eltern und Kinder, dass die Stadt Geld für die Beseitigung der Schäden in die Hand nimmt.Eine Lehrerin: „Die Stadt missversteht das Montessori-Motto „Lass mir Zeit...“ Heute ist die Stimmung ausgelassen, aber die Botschaft ihrer friedlichen Karnevalsdemo ist klar: Es muss endlich weitergehen in der Schule. Nächstes Jahr würden sie das Protest-Kostüm am liebsten nicht mehr tragen müssen. (cae)