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Wandkunst in MüngersdorfKünstler-Ehepaar sorgt für neue Ansichten

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Taroe und Tictone, ein Künstlerpaar aus Frankreich, verziert ein Hochhaus an der Widdersdorfer Straße.

300 Quadratmeter Hausfassade verwandeln sich innerhalb einer Woche in zwei riesige Wandgemälde: Das französische Künstlerpaar Taroe & Tictone hat im Rahmen des City-Leaks Urban-Art-Festivals zwei Fassaden einer GAG Immobilie an der Widdersdorfer Straße 270 gestaltet.

Austausch mit Frauen

„Ich will überall große Frauen hinmalen und dann mit anderen Frauen darüber diskutieren“, erklärt Künstlerin Tictone (33) die Idee hinter ihrer Malerei. Sie wolle mit Frauen in Austausch darüber treten, was es heißt, eine Frau zu sein. Ihre Kunst verbindet sie bewusst mit dem Aspekt Mode. „Wir werden in nächster Zeit viel reisen und in verschiedenen Ländern malen. Ich werde mir anschauen, wie die Frauen sich dort kleiden und ihren Stil in meiner Kunst verarbeiten.“

Szene aus einem anderen Land

Auch ihr Ehemann Taroe (38), mit dem sie zwei Kinder hat, verknüpft die gemeinsamen Reisen mit seiner Kunst. Das Motiv, das er an der Widdersdorfer Straße anbringt, ist einem Foto nachempfunden, das er in Hongkong gemacht hat: ein lesender Mann in einem Stuhl.

„Ich fange eine alltägliche Situation ein und fixiere sie in einem Kunstwerk in einem anderen Land“, sagt Taroe. So wolle er einen länderübergreifenden Austausch erreichen. Die Wandgemälde, sogenannte Murals, die Taroe und Tictone gestalten, sind aber nicht unabhängig voneinander. Taroe: „Sie malt eine Frau, ich male einen Mann, und wir passen die Farben einander an. Die Bilder sollen homogen sein.“

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Tictone bei der Arbeit

Kooperation mit der GAG

Das Projekt zählt zu vier weiteren Wandmalereien, die während des CityLeaks Festivals im September in Ehrenfeld, Nippes und Kalk entstanden sind. In Müngersdorf kooperiert das Kunstfestival zum vierten Mal mit der GAG, auch die AF Gallery ist beteiligt. „Das CityLeaks Festival setzt sich mit den Themen Stadtentwicklung, Nachbarschaft und Zusammenleben auseinander. Als GAG interessieren uns diese Themen natürlich auch“, sagt Stefan Gisder, Projektleiter für Urban Art und Mitarbeiter im Sozialmanagement der GAG. Kunst sei ein Mittel zur Quartiersentwicklung. „Wir wollen Kunst ins Stadtbild bringen, die zu Diskussionen anregt.“

Strukturwandel in Ehrenfeld

Die Wandmalereien blieben den Besuchern des City-Leaks besonders in Erinnerung, sagt Kuratorin Iren Tonoian. „Wir haben Taroe und Tictone ausgewählt, weil sie miteinander und mit dem Ort korrespondieren.“ Das Festival will so auf den Strukturwandel in Ehrenfeld und angrenzenden Stadtteilen aufmerksam machen. Wohnraum werde meist nur noch im hochpreisigen Segment geschaffen und Kulturakteure, die den individuellen Charakter eines Viertels mitgestalten, würden aus ihren Quartieren verdrängt.