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Wenn der Mensch mit sich selbst konfrontiert ist

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Ehrenfeld – Segelflugzeuge, Segelschiffe oder Strandpromenaden können als Bildmotive Sehnsüchte wecken. Fernweh oder Urlaubsgedanken beispielsweise. Nichts von alldem kommt dem Betrachter bei den Bildern des Zyklus „Übergänge“ von Gerald Fork in den Sinn. Forks Bilder erzeugen Unbehagen, ja sie machen Angst. Angst vor dem Tod.Als Ort für die Ausstellung ist die Grabeskirche St. Bartholomäus am Helmholtzplatz durchaus der richtige Platz. Wenn nicht hier, wo sonst lässt sich der Betrachter bereitwillig auf das offensichtliche Thema Tod ein, das aus den Bildern spricht. Gerald Fork, gebürtig aus Lübeck, im Bergischen lebend, sieht sich in der Tradition des Symbolisten Arnold Böcklin und des Surrealisten René Magritte. Die Bilder der alten Meister sind voller Botschaften und Symbole, die beim Betrachter bestimmte Gedankenwelten ansprechen.

„Wieso spricht mich das Kunstwerk an?“, war eine der Ausgangsfragen, die Franz-Josef Haas, Theologe und Therapeut für Psychotherapie, in seinem Vortrag im Rahmen der Ausstellung behandelte. „Was bewirkt Kunst in uns?“, war eine weitere Frage im psychoanalytischen Ansatz des Referenten. Er sei, so gestand er ein, nach dem Besuch der Ausstellung mit einer Fülle gedanklicher Assoziationen rund um das Thema Endlichkeit und Vergänglichkeit nach Hause gefahren. Den meisten Betrachtern wird es kaum anders ergehen.

Haas führte aus, warum diese Wirkung eintritt. Sie liege auf der Ebene des Unbewussten. Sowohl der Künstler verarbeite Unbewusstes. Dies gelte sowohl für bildende, als auch darstellende Kunst. Beim Betrachter oder Zuschauer wiederum erzeugt dies ein Erinnern oder Abrufen bestimmter Assoziationen, die ebenfalls im Bereich des Unbewussten verankert sind. Haas schloss mit einem Zitat von Joseph Beuys: „Die Kunst ist das Bild des Menschen selbst. Das heißt, indem der Mensch mit der Kunst konfrontiert ist, ist er im Grunde mit sich selbst konfrontiert.“

Gerald Fork, der das Todesmotiv in seinen Bildern in Form von Andeutungen, aber auch durch eine meist zurückhaltende, fast fahle Farbgebung, wiedergibt, zeigte sich einverstanden mit dieser Interpretation. Der kleine Bilderzyklus ist im sogenannten Ewigkeitsraum der Grabeskirche ausgestellt. In diesem Raum werden nach Ablauf der mindestens 20-jährigen Ruhezeit in einer Urnenkammer sterbliche Überreste Verstorbener aufbewahrt. Die erste Beisetzung in der Grabeskirche fand im Januar 2014 statt.