Ehrenfeld – An Geschichte und Geschichten ist Ehrenfeld alles andere als arm. Zwar ist der Stadtteil mit 170 Jahren vergleichsweise jung, aber die zahlreichen Kirchen, der Heliosturm, die vielen Orte der Kunst und nicht zuletzt die bunte Nachbarschaft bieten eine Fülle von Anreizen, Ehrenfeld zu erkunden.Und genau dazu wird das Bürgerzentrum Ehrenfeld demnächst Stadtteilführer ausbilden.
Die Schulungen finden am 16. und 17. November statt. Anmeldungen sind noch möglich. Diese „Veedels-Guides“ bilden einen Teil des im Sommer gestarteten Projekts „Approach - Annäherung“. Dank einer Förderung des Bundesinnenministeriums sollen in mehreren Gruppen, Workshops und Veranstaltungsreihen Geflüchtete mit den schon länger in Ehrenfeld Wohnenden zusammengebracht werden.
Über das Kennenlernen des öffentlichen Raums sei es leicht, über Grundwerte der Gesellschaft zu sprechen, erklärt Andreas Pöttgen, Leiter des Bürgerzentrums. „Ich denke dabei an Religionsfreiheit oder an die Freiheit der Kunst. Alles das lässt sich in Ehrenfeld bestens erkunden und diskutieren“, sagt Pöttgen. In den Fokus der Erkundungen rücken auch die vorhandenen öffentlichen Institutionen sowie die Vereinslandschaft. Dana Khamis ist Leiterin des interkulturellen Projekts, dessen Ziel ist, Kontakte herzustellen, um gemeinsam zu reden, zu feiern und den Stadtteil kennenzulernen.
So soll das bürgerschaftliche Engagement von Zugewanderten angeregt und gefördert werden. Einige Aktivitäten sind bereits fest im Programm. So treffen sich etwa 20 Frauen unterschiedlichster Nationalität regelmäßig zu selbstorganisierter Freizeitgestaltung. Ebenfalls von Frauen organisiert ist der Koch-Treff „Küchenköniginnen“. Die Gruppe plant, ein Kochbuch mit eigenen Rezepten herauszugeben. Auch Männer treffen sich regelmäßig, mal wird nur geredet, ab und zu auch gekocht. Das Thema Feiern will Dana Khamis, die aus Jordanien kommt, mit Musik- und Tanzangeboten abdecken. Jam-Sessions in Flüchtlingsunterkünften und weiteren Treffpunkten dienen als Vorbereitung für Konzerte. „Sie sind eine tolle Gelegenheit, musikalische Gemeinsamkeiten zusammen zu entdecken“, ist sich Dana Khamis sicher. Zugleich wird auf diese Weise der Konzertkalender des Bürgerzentrums bereichert.
Die schon gestarteten und noch zu bildenden Angebote sollen ständig weiterentwickelt werden. In einer regelmäßigen Runde wird bei Kaffee und Kuchen der Austausch der Gruppen untereinander gepflegt, und es werden neue Ideen vorgetragen. Dana Khamis ist vor allem wichtig, dass die Teilnehmer lernen, sich selbst zu organisieren. „Die Identifikation mit der eigenen Umgebung entsteht nicht zuletzt durch die Erfahrung, diese Umgebung selbstständig konstruktiv mitgestalten zu können.“
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Andreas Pöttgen