Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten – ebenso das Vermitteln und das Werben für die umstrittene Praxis. Dieses Verbot will die Stadt Köln jetzt durchsetzen.
„Wish for a Baby“Stadt Köln geht gegen Vermittlung von Leihmutterschaft auf Messe vor

Ein Baby klammert sich an den Finger seiner Mutter. (Symbolbild)
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Die Stadt Köln plant Kontrollen auf der Kinderwunschmesse „Wish for a Baby“. Dem Veranstalter droht sie ein Zwangsgeld an, sollte auf der Messe für Leihmutterschaft geworben oder eine Leihmutterschaft vermittelt werden. Das bestätigte das kommunale Presseamt auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Zuerst hatte der Verein Frauenheldinnen über den Vorgang informiert. Die Messe findet am 17. und 18. Oktober statt.
Mit dem Schritt reagiert die Stadt auf einen Antrag, den der Verein unter anderem zusammen mit der Aktivistin Olivia Maurel gestellt hat. Maurel wurde selbst von einer Leihmutter geboren und setzt sich für eine weltweite Abschaffung von Leihmutterschaft ein. Der Verein sammelte zudem Unterlagen und Gedächtnisprotokolle, die Besucherinnen der Kölner Messe 2025 und der Berliner Schwester-Messe im Frühjahr 2026 für den Verein erstellten.
Maurel gegen Werbung für Leihmutterschaft
Ein Verbot bedeute kaum etwas, solange Unternehmen auf deutschen Messen dafür werben würden, „im Ausland das zu tun, was das deutsche Recht im Inland verhindern soll“, so Maurel. „Ich weiß, was sich hinter den lächelnden Babys, den Hochglanzbroschüren und den Versprechungen einer Traumfamilie verbirgt: Eine Frau wird vertraglich verpflichtet, ein Kind auszutragen und abzugeben, und ein Kind wird zum Gegenstand einer Vereinbarung, die getroffen wird, bevor es überhaupt existiert.“
Der Veranstalter der Messe, die britische Firma Five Senses Media, ließ eine KNA-Anfrage zunächst unbeantwortet.
Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten
In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Daher weichen Wunscheltern häufig in Länder aus, in denen die Praxis legal ist. Den Kontakt stellen meist spezialisierte Agenturen her.
Einige solcher Agenturen sind auf der Messe „Wish for a Baby“ vertreten. Sie bewegen sich rechtlich oft in einer Grauzone, denn in Deutschland ist auch die Vermittlung von Leihmutterschaften untersagt, ebenso das Werben hierfür. (kna)
