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Wohnbauflächen händeringend gesucht

2 min

Die Häuser an der Egonstraße sind vom Abriss bedroht.

Die 50 Häuser an der Egonstraße entstanden nach dem Krieg, ab 1945. Ein mechanisches Klärwerk wurde in Stammheim 1953 errichtet, 1961 entstand das Großklärwerk mit späteren Erweiterungen. Die Gebäude als Behelfsheime sind an ausgebombte Kölner vermietet worden. Wahrscheinlich lebt teilweise hier bereits die übernächsten Generation. Es ist davon auszugehen dass die Mietverträge weiterhin mit den jetzigen Bewohnern von der Stadt Köln abgeschlossen wurden. Grundstückseigentümer, die den Abriss nicht wollen, hätten hier keinen Abriss zu befürchten. Egal ob in der Nähe beziehungsweise zu nah nach dem Landesimmissionsschutzgesetz NRW eine Großkläranlage in Betrieb ist, die Häuser haben Bestandsschutz. Sie sind nach dem Krieg aller Wahrscheinlichkeit nach formell und materiell legal gebaut worden. Geht man davon aus dass die Häuser zuerst da waren und erst später das Klärwerk errichtet wurde ist der Stadt möglicherweise eine fehlerhafte Vorgehensweise anzulasten. Sie hätte es in der Hand gehabt einen anderen Standort für das Klärwerk zu bestimmen. Dies hat sie aber nicht getan und die Behelfsheime sind 60 Jahre weiter vermietet worden. Erst seit der Jahrtausendwende wurden sie, bei Leerstand, abgerissen. Die Bewohner der Siedlung kämpfen um den Erhalt, wahrscheinlich existiert hier seit Jahrzehnten ein guter nachbarlicher Zusammenhalt. Will man den Mietern vorwerfen dass sie an Häusern hängen die nach Ansicht der Stadt wirtschaftlich nicht sinnvoll saniert werden können? Es gibt mehrere Moratorien, die Bezirksvertretung wird vom Rat/Beschwerdeausschuss entgegen der Befugnisse nach der Gemeindeordnung übergangen. Hier handelt es sich eindeutig um eine Angelegenheit die keine über die Grenzen des Bezirks hinausgehenden Auswirkungen hat. Überall werden Wohnbauflächen händeringend gesucht und auch vor geschützten Landschaftsbestandteilen macht die Stadt nicht halt, Klimawandel hin oder her. Apropos Landschaftsplan und ausgewiesene Grünfläche: Es gibt in der Stadt Gebiete, die laut Nutzungsplan Grünfläche waren und heute stehen dort Gebäude wie etwa der AXA Konzern an der Colonia-Allee in Holweide. In der Egonstraße gibt es Wohnungen, die Mieter haben hier ihr Zuhause und wollen bleiben. Die Stadt sollte die Häuser sanieren! Auch das Ulrich-Haberlandhaus hat so eine langwierige problematische Geschichte. Die Idee des Denkmalschutzes ist mindestens prüfenswert. Es gibt ebenfalls in Holweide Gebäude, da lag der Abbruchantrag bereits vor und dann wurden sie nicht zuletzt auf Initiative von Bürgern unter Denkmalschutz gestellt.

PETRA BOSCH-OVERHAGE, HOLWEIDE