- Aufwendige Neubauten zwischen der Rolshover Straße und der Robertstraße
Kalk – Wo vor einigen Wochen noch die seit Jahren leerstehenden Überreste von Fabrikationshallen des ehemalige Metall-Großhandelsbetriebs Huwald-Hamacher standen - die Firma hatte seit 1875 Schlossereien, Maschinenfabriken und Industriebetriebe mit Stahlprodukten beliefert - klafft inzwischen eine tiefe Baulücke. Von dem einstmals blühenden Industriebetrieb, der 2002 Insolvenz anmeldete, ist nichts mehr übrig geblieben. Die Vorarbeiten für das von der Wohnungsbaugesellschaft GAG zwischen Robertstraße Dillenburger Straße, und Rolshover Straße geplante Neubauprojekt sind zügig vorangegangen.
Die GAG hatte das rund 11000 Quadratmeter große Gelände von der Stadt erworben, nachdem sich Verhandlungen mit anderen Investoren zerschlagen hatten. Die zentrale Lage des Grundstücks spricht nach Ansicht der Stadtverwaltung "für die Entwicklung einer verdichteten Wohnbebauung". Auf der derzeitigen Brachfläche sollen Häuser mit 180 Wohnungen - alles Miet- und keine Eigentumswohnungen - sowie ein Studentenwohnheim, eine Kindertagesstätte und ein Spielplatz entstehen.
Der zugehörige Bebauungsplan wurde jetzt von den Bezirksvertretern und den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses sowie vom Stadtrat ohne Gegenstimmen verabschiedet. Dabei wurden den Bauherren noch einige Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben, die auf Bedenken und Anregungen von Bürgern sowie mehrerer Ämter beruhen.
"Städtebauliche Fuge"
Das Amt für Denkmalpflege sorgt sich um die angrenzenden und unter Denkmalschutz stehenden Häuser Rolshover Straße 16 und Robertstraße 17. Diese Baudenkmäler, viergeschossige Wohnhäuser aus der Gründerzeit um 1900, könnten in ihrem Wirkungsraum sowohl funktional als auch substanziell beeinträchtigt werden. Das sieht die Verwaltung ähnlich und hat die Baupläne inhaltlich mit dem Stadtkonservator abstimmen lassen, damit Bauflucht, Dachformen und -neigung den Baudenkmälern angemessen ausgeführt werden. Der GAG werden jetzt an der Rolshover Straße gestufte Anschlusshöhen vorgegeben. Zudem soll das denkmalgeschützte Haus durch eine "städtebauliche Fuge" an den Neubaukomplex angeschlossen werden. Ähnlich soll dann an der Robertstraße 17 verfahren werden.
Eine von den Denkmalschützern gewünschte Begrenzung von Trauf- und Firsthöhen der Neubauten lehnten Verwaltung und Kommunalpolitik jedoch als "unverhältnismäßig" ab. Es seien bereits jetzt in der näheren Umgebung der Baudenkmäler auf der Nordseite der Rolshover Straße bis zu sechsgeschossige Gebäude mit Flachdächern vorhanden, die das Erscheinungsbild des Umfeldes wesentlich prägen.
Die anderen unter Denkmalschutz stehenden Häuser an der Robertstraße würden durch die geplante Bebauung nicht visuell in ihrem Wert gemindert, heißt es. Im Gegenteil: Diese würden durch die neuentstehende Platzfläche im Kreuzungsbereich von Robertstraße und Dillenburger Straße deutlich hervorgehoben.
Dort ist eine bis zu fünfgeschossige Wohnbebauung mit rund 210 Einheiten in unterschiedlichen Formen geplant. Öffentlich geförderte Wohnungen und 80 Studentenappartements bis zu einem Mehrgenerationen-Projekt mit 24 Einheiten und einer Wohngruppe von 340 Quadratmetern sind geplant. Zumeist in einer geschlossene Blockrandbebauung, so dass ein geschützter Innenbereich entstehen kann.
Hinzu kommen noch rund 1400 Quadratmeter gewerbliche Mietflächen, die als kleine Ladenzeile zur Rolshover Straße eingeplant sind. Vorgesehen sind begrünte Innenhöfe und Fahrradeinstellplätze an den Hauseingängen. Eingeplant sind zudem eine Kita und ein 1500 Quadratmeter großer, öffentlicher Spielplatz. Auf Wunsch von Bürgern will die GAG mit einem Car-Sharing-Unternehmen kooperieren und die so vorgeschriebene Zahl von Abstellplätzen in einer Tiefgarage - Zufahrt von der Dillenburger Straße - zu reduzieren.