Vor einigen Wochen begann der französische Staat damit, Möbel aus der Zeit des Bürgerkönigs Louis-Philippe I. zu versteigern, um mit den Erlösen die nationalen Krankenhäuser zu unterstützen. Eine kuriose Idee, die den Unternehmer Stephane Distinguin möglicherweise dazu inspirierte, groß zu denken: „Wir müssen gerade sehen, wo wir Geld herbekommen. Also warum verkaufen wir nicht die Kronjuwelen?“ Gemeint ist damit die Mona Lisa, als Einstiegsgebot schlägt Distinguin 50 Milliarden Euro vor.
Ein verrückter Preis, wie der Auslober selbst findet, aber man lebe ja schließlich auch in verrückten Zeiten. In diesem Sinne haben wir uns gefragt, worin eigentlich die deutschen Kronjuwelen bestehen? Klar, der Dom ist ein Kandidat, aber bei 50 Milliarden Euro sagen wohl sogar die Chinesen, den lassen wir in Köln. Im Grunde gibt es derzeit ohnehin nur eines, um das uns die ganze Welt beneidet, und das ist weder die Fußball-Bundesliga noch ein Gemälde. Sondern die Kanzlerin. Wobei Angela Merkel mindestens so geheimnisvoll lächeln kann wie Leonardos berühmte „Heitere“.
Also: Wer bietet mehr? Den USA müsste es doch die Goldreserven von Fort Knox wert sein, um die Stimme der Vernunft gegen ihren aktuellen Präsidenten einzuwechseln, den Brasilianern der Regenwald und den Russen ihre Gas- und Ölvorräte. Blöd wäre nur, wenn Frankreich die Mona Lisa zum Tausch anböte. Das liefe womöglich auf ein Nullsummenspiel heraus.