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Bei der Macht von GrayskullNeue Realverfilmung setzt auf Nostalgie und Humor

5 min
«Bei der Macht von Grayskull»: He-Man ist zurück im Kino

Queen-Gitarrist Brian May wirkte am Soundtrack des Films mit. (Archivbild)

He-Man kehrt zurück: Die Realverfilmung mit Nicholas Galitzine setzt auf Nostalgie, viel Humor und knallbunte Optik.

Vier Jahrzehnte nach dem Kult der 80er Jahre kommt He-Man als Realfilm ins Kino. Die Neuverfilmung mit Nicholas Galitzine setzt auf Nostalgie und Humor.

Für Heranwachsende der 1980er Jahre war „He-Man and the Masters of the Universe“ ein fester Bestandteil ihrer Kindheit. Das Franchise entwickelte sich zu einem weltweiten Ereignis, das in zahlreichen Kinderzimmern Einzug hielt. Eine breite Palette an Merchandising-Artikeln, insbesondere aber die animierte Fernsehserie, etablierten den muskulösen Protagonisten vom Planeten Eternia als eine prägende Figur der damaligen Pop- und Jugendkultur.

Nach etwa vier Jahrzehnten und mehreren Serien-Spin-offs erfolgt nun die Rückkehr von He-Man in einer Realverfilmung für das Kino. In „Masters of the Universe“ übernimmt der britische Darsteller Nicholas Galitzine die Titelrolle des Prinz Adam. Seine Verwandlung in He-Man, den stärksten Mann im Universum, vollzieht er mittels seines magischen Schwertes und der bekannten Formel „Bei der Macht von Grayskull, ich habe die Kraft!“.

Hauptdarsteller Galitzine über die ikonische Rolle

„Natürlich habe ich einen gewissen Druck gespürt, allein schon, weil ich einer so ikonischen Figur gerecht werden wollte“, erklärte Galitzine, dessen Geburtsjahr 1994 weit nach dem anfänglichen Hype um He-Man liegt, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in London. „Irgendwann wird dieser Druck dann einfach Teil der täglichen Routine. Und ehe man sich versieht, steht man am Set im Lendenschurz und verprügelt die Bösewichte. Das macht einfach riesigen Spaß.“

«Bei der Macht von Grayskull»: He-Man ist zurück im Kino

Nicholas Galitzine spielt Prinz Adam, der dank der Macht des Zauberschwerts zu He-Man wird. (Archivbild)

Zum prominenten Ensemble gehören Idris Elba („Thor: Tag der Entscheidung“) in der Rolle des Duncan, auch bekannt als Man-at-Arms, sowie der Oscar-Preisträger Jared Leto („Dallas Buyers Club“), der den Antagonisten Skeletor verkörpert. Allerdings ist Leto unter der durch visuelle Effekte erzeugten Knochenmaske nicht wiederzuerkennen. Die Rolle von Duncans kampferfahrener Tochter Teela wird von Camila Mendes („Riverdale“), einem Star aus dem Serienbereich, übernommen.

Prinz Adams Exil und die verlorene Waffe

Der Film beginnt mit dem jungen Prinzen Adam, dessen mangelnde Fähigkeiten im Umgang mit Waffen seinem Vater, König Randor, Anlass zur Besorgnis geben. Nach einem Angriff auf Eternia durch Skeletor und dessen Gefolgsleute entsenden Adams Eltern ihren Sohn mittels eines magischen Portals zur Erde, dem Herkunftsplaneten seiner Mutter. Obwohl das Zauberschwert ihm zu gegebener Zeit die Rückkehr ermöglichen soll, geht es Adam verloren.

Einige Jahre darauf befindet sich Adam im Exil und erlebt ein erfolgloses Rendezvous. Auf der Erde schenkt niemand seiner Erzählung Glauben, ein Prinz des weit entfernten Planeten Eternia zu sein. Seine Online-Suche nach Schwertern führt an seinem Arbeitsplatz zu Verwunderung.

Die Wiedererlangung des Schwertes ermöglicht ihm schließlich die Rückkehr nach Eternia. Dort hat jedoch mittlerweile Skeletor die Macht übernommen. Der ehemals schmächtige Adam ist gezwungen, sein Schicksal anzunehmen, sich in He-Man zu verwandeln und sich dem düsteren Bösewicht sowie Kreaturen wie Trap-Jaw, Beast-Man oder Spikor entgegenzustellen.

Visuelle Hommage an die Zeichentrick-Vorlage

Travis Knight, der Regisseur des Films, inszenierte zuvor schon das „Transformers“-Spin-off „Bumblebee“. „Ich habe mich daran erinnert, warum ich überhaupt He-Man-Fan geworden bin“, berichtete Knight in einem Interview mit der dpa. „Da gab es Science-Fiction und Fantasy, Roboter und Laserpistolen, Barbaren in pelzigen Lendenschurzen mit riesigen Schwertern – und überall diese verrückte, knallbunte Farbenpracht. Die Designs waren total abgefahren. Es war so seltsam, so eigenwillig, ein bisschen albern und gleichzeitig unglaublich unterhaltsam.“

Knights Werk präsentiert sich ebenso farbenfroh und sogar noch greller als die ursprüngliche Zeichentrickserie, welche von Mattel bei Filmation zur Förderung des Spielzeugverkaufs beauftragt wurde. Die computergenerierten Kulissen und die an Cosplay erinnernden Kostüme erfordern eine gewisse Offenheit des Publikums. Das Figureninventar wurde um einige neue Charaktere erweitert, die neben den vertrauten Gesichtern auftreten.

Schon im Jahr 1987 erschien ein „Masters of the Universe“-Kinofilm, in dem Dolph Lundgren die Rolle des He-Man übernahm, der jedoch an den Kinokassen scheiterte. Jene Produktion entwickelte eine eigenständige visuelle Ästhetik. Die aktuelle Adaption lehnt sich im Gegensatz dazu eng an die Optik der Serie an. „Fans, die wie ich He-Man ihr ganzes Leben lang geliebt haben, sollen sofort erkennen, dass das Eternia ist“, so Regisseur Knight. „Das sind die Figuren, die sie kennen und lieben.“

Inhaltliche Schwächen, aber Stärken bei Humor und Musik

Die Handlung ist einfach gehalten und erinnert an eine Folge der Zeichentrickserie. Darstellerisch kann der Film ebenfalls kaum überzeugen. Die Leistung von Idris Elba beispielsweise wirkt wie aus einer Werbeproduktion, was ihm angesichts der seichten Dialoge jedoch kaum vorzuwerfen ist. Ein Dialogbeispiel lautet: „Warum macht er das?“ – „Weil er bösartig ist.“ Besonders die raren gefühlsbetonten Momente wirken unfreiwillig komisch.

Im Gegensatz dazu überzeugt „Masters of the Universe“ durch einen selbstironischen Ton und reichlich Humor. (Einige der Scherze sind nicht für ein junges Publikum geeignet.) Der Streifen enthält zahlreiche versteckte Anspielungen und sogenannte Easter Eggs. Es empfiehlt sich, den Kinosaal nicht vor dem Ende des Abspanns zu verlassen. Sogar in der Musikauswahl sind witzige Details versteckt.

Ein besonderer Höhepunkt ist der packende Soundtrack. Für die Komposition engagierte Daniel Pemberton („Der Astronaut – Project Hail Mary“) den Queen-Gitarristen Brian May. Travis Knight beschreibt die Musik schwärmerisch: „Es ist groß, opernhaft und theatralisch“. Die beabsichtigte Ähnlichkeit zu „Flash Gordon“ ist kein Zufall, denn dieser zählt zu den favorisierten Filmen des Regisseurs.

Ein Vergnügen primär für Fans von damals

Schon 2007 kursierten Spekulationen über eine Neuverfilmung für das Kino. Die Realisierung des Projekts nahm beinahe 20 Jahre in Anspruch. Anhängern der ersten Stunde bereitet der Film eine unterhaltsame Zeit. „Masters of the Universe“ liefert eine große Portion Nostalgie, die Rückkehr von ikonischen Charakteren aus der Kindheit, Service für die Fans und Witz. Es wird sich zeigen, ob die absichtlich kitschige und überzeichnete Inszenierung, wie von den Produzenten erhofft, auch Zuschauer außerhalb der Fangemeinde für sich gewinnen kann. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.