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„Downtown“ machte sie zum WeltstarDiese 11 Lieder von Petula Clark sollten Sie kennen

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Petula Clark bei einem Konzert in Berlin.

Petula Clark bei einem Konzert in Berlin. (Archivbild)

Die Musiklegende Petula Clark ist im vergangenen Jahr unglaubliche 90 Jahre alt geworden. Wir erinnern an 11 ihrer schönsten Lieder.

Petula Clark denkt nicht ans Aufhören. Zuletzt stand die britische Sängerin, Komponistin und Schauspielerin sogar mehrmals in der Woche auf der Bühne. Im Musical „Mary Poppins“ im Londoner West End spielte Clark, die am 15. November 90 Jahre alt wurde, die Vogelfrau. Abend für Abend sang sie „Feed The Birds“. Ihre markante Stimme, die nicht nur Welthits wie „Downtown“ oder „Don't Sleep In The Subway“ sang, ist auch im hohen Alter immer noch unverkennbar.

Wir schauen zurück auf 11 ihrer schönsten Aufnahmen und Momente auf der Bühne. Wie immer eine völlig subjektive Auswahl, in einer nicht chronologischen Reihenfolge:

This Is My Song (1967)

Kaum zu glauben, aber diese wunderschöne, altmodische Ballade wurde von der Stummfilm-Legende Charlie Chaplin geschrieben. Ursprünglich ein Instrumental für die schwache Komödie „Die Gräfin von Hongkong“ mit Sophia Loren und Marlon Brando, wurde das Lied erst durch die Version von Petula Clark zum Welthit. Dabei mochte die Sängerin das Lied eigentlich gar nicht und musste regelrecht dazu überredet werden, es aufzunehmen. Zum Glück, denn in Großbritannien stand sie damit auf erneut auf Platz eins. Auch heute noch ein traumhaftes Stück Edelkitsch.

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My Love (1966)

Ihre zweite Nummer eins in den USA besticht durch seine Ohrwurmqualitäten, die aufwendige Dirigierarbeit sowie den fulminanten Halbtonschritt nach anderthalb Minuten. In Deutschland erschien das Lied unter dem verkitschten Titel „Verzeih' die dummen Tränen“.


Don't Sleep in the Subway (1966)

Dieses Lied war einer ihrer größten Hits und ist nach „Downtown“ einer ihrer bekanntesten und schönsten Evergreens. Die raffinierte Komposition scheint gleich drei Songs zu vereinen. Sie wechselt im musikalischen Stil von Pop zur Sinfonik, um dann im Refrain, in einer Beach-Boys-ähnlichen Melodie à la „Pet Sounds“ zu münden. Das überzeugte auch andere Weltstars und so entstanden kurz nach Petulas Version Fassungen von Frank Sinatra oder Caterina Valente.


Kiss Me Goodbye (1968)

Obwohl Petula Clark einige größere Hits hatte, gehört „Kiss Me Goodbye“ zu ihren von Fans am meist geschätzten Liedern. Die Deutschen nahmen das Lied wörtlich, denn es war hier für die nächsten 20 Jahre ihr letzter Hit. Ihre große Zeit war leider vorbei, was man ihr allerdings überhaupt nicht anhört. Ein toll gesungene Ballade, die fast zeitgleich auch von Connie Francis aufgenommen wurde.


I Know a Place (1965)

Der Nachfolgehit zu Downtown brachte Petula Clark ihren zweiten Grammy ein, für die beste weibliche Rock'n'Roll-Aufnahme. Erneut hatte sie damit vor allen Dingen in den USA einen Riesenhit. Man achte auf das Zimmermädchenkleid mit passenden Häkeldeckchen an Kragen und Bund.


„Blackbird“ (2017)

Petula Clark hat trotz ihres fortgeschrittenen Alters immer weiter Musik aufgenommen. Ihr letztes englischsprachiges Album erschien 2017 und beinhaltet diese sehr schöne Beatles-Coverversion. Das Original wurde von Lennon/McCartney für das berühmte „White Album“ der Beatles geschrieben. Mit John Lennon verstand sich Petula übrigens besonders gut – sie war 1969 bei der Aufnahme von „Give Peace a Chance“ in einem Hotelzimmer anwesend und sang spontan im Hintergrund mit.


Monsieur (1962)

1962 stand Petula Clark fünf Wochen lang auf Platz eins der deutschen Single-Charts. Dennoch ist dieser Schlagertitel heute fast vergessen. Der MDR strahlte vor ein paar Jahren noch einmal eine alte Archivaufnahme im schönsten Schwarzweiß aus. Petula Clark trat zwar nur selten in Deutschland auf, veröffentlichte aber über 20 Singles in deutscher Sprache.


Ceux qui ont un cœur (1964)

„Anyone Who Had a Heart“ war in den USA ein Hit für Dionne Warwick, in Großbritannien für Cilla Black und in Frankreich für Petula Clark. Der dramatische Klassiker von Burt Bacharach und Hal David ist eine zeitlose Ballade, die Petula Clark vor einem ziemlich missmutig dreinschauenden Publikum präsentieren durfte. Man achte auf die rauchenden Mädchen am Boden. Der Erfolg in Frankreich war von Dauer und Petula Clark gehörte in jenen Jahren zu den größten Stars.


The Boy From Ipanema (1978)

1978 war Petula Clark Stargast in der „Muppet Show“. Hier sang sie den Bossa-Nova-Klassiker „The Boy from Ipanema“ mit einer der riesigen „Bossmen“-Puppen. Sicher nicht die schönste Version, aber der Auftritt ist einfach zu kultig, um ihn hier nicht einzureihen.


Chariot (1962)

Dieser Titel sagt Ihnen nichts? Dann hören Sie genau hin. Entweder haben Sie die englische Version „I Will Follow Him“ von Peggy March schon einmal gehört oder Sie erinnern sich an Whoopi Goldbergs Fassung im Kinohit „Sister Act“. Petula Clark nahm das Lied, im Original ein Instrumental von Frankreichs Easy-Listening-Meister Franck Pourcel, gleich in mehreren Sprachversionen auf. Auf Französisch war das Lied ein Millionenhit und auch in Deutschland erreichte das Lied als „Cheerio“ die Top 10. Im Video singt sie einen Mix aus vier Sprachen.


Downtown (1964)

Dieser unvergessliche Evergreen darf natürlich nicht fehlen. „Downtown“ öffnete Petula Clark den US-amerikanischen Markt und machte sie endgültig zum Weltstar. Sie stand zwei Wochen auf Platz eins der US-Charts, erhielt einen Grammy für die beste Rock'n'Roll-Aufnahme und verkaufte Millionen von Platten. Hinzu kamen die ganz großen Bühnen in Las Vegas. Auch in Deutschland stand sie mit „Downtown“ auf Platz eins. Dennoch machte sie sich hier stets rar. 2016 gab sie erstmals in ihrer Karriere ein Konzert in Deutschland, im Berliner SchwuZ, Deutschlands ältestem queeren Club, und sang „Downtown“ für das zu Tränen gerührte Publikum. Fast vergessen: Petula Clarks Welthit wurde mehrfach neu aufgepeppt, unter anderem 1977 als Disco-Version sowie 1988 und 1999 in härteren House-Varianten.

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