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Interview"Unsere Musik soll polarisieren"

3 min

Drummer Dominic Howard

Mr. Howard, am Donnerstagabend haben Sie mit Ihrer Band Muse im E-Werk das erste Konzert nach über einem Jahr gespielt und dabei auch Stücke aus dem neuen Album präsentiert. Wie haben Sie danach geschlafen?

Dominic Howard: Danke, gut. Ich habe nur etwas Nackenschmerzen nach dem vielen Headbangen, während ich das Schlagzeug gespielt habe.

Warum haben Sie Köln als ersten Konzertort ausgesucht?

Howard: Köln hat sich ergeben, weil das Konzert auch von Einslive ausgestrahlt wird. Außerdem spielen wir im November und Dezember in München und Hamburg. Nächstes Jahr werden wir auch im Westen und Osten spielen. Deshalb wollten wir hier vorab wenigstens etwas im kleineren Rahmen anbieten. 2009 haben wir ja schon mal in der Lanxess-Arena gespielt und haben im Jahr darauf hier im Hyatt übernachtet, als wir bei Rock am Ring gespielt haben. Wir haben es damals genossen, im Sommer auf der Wiese vor dem Hotel zu faulenzen.

„Knights of Cydonia“ haben Sie im E-Werk mit Ennio Morricones Thema aus „Spiel mir das Lied vom Tod" begonnen. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Howard: Unser Sänger Matt Bellamy war inspiriert von Morricones Film-Musik. Das Intro mit der Mundharmonika hat für uns dieselbe Stimmung transportiert wie die „Knights“. Das haben wir miteinander verbunden.

Muse gibt es schon seit 18 Jahren. Fühlen Sie sich als Gruppe erwachsen?

Howard: Ja, definitiv. Matt hat vor kurzem ein altes Programmheft aus dem Jahr 1991 gefunden, und es einem alten Lehrer von uns gezeigt. Wir waren damals etwa vierzehn Jahre alt und Matt sollte nach meiner Band mit einer Piano-Nummer auftreten. Ich kannte ihn damals nicht gut, aber ich dachte mir schon, dass er ein sehr guter Musiker ist. Ein Jahr später stieß er als Gitarrist zu uns, 1994 haben wir Muse gegründet.

Ihnen wird nachgesagt, dass Sie mit 13 Jahren den Jazz sehr mochten. Warum nicht Hiphop oder Indie-Rock wie viele andere Jugendliche?

Howard: Eine Jazz-Combo hat einmal an unserer Schule gespielt. Jazz kann sehr schnell und abwechslungsreich sein und genau hat mich damals gepackt. Wenig später habe ich allerdings mehr Gefallen am Rock und am Headbangen gefunden.

Ihr Bassist Chris Wolstenholme singt zwei Lieder auf dem neuen Album. Ist das eine Ausnahme?

Howard: Das wissen wir noch nicht. Chris hat die zwei Stücke geschrieben und es war sinnvoll, dass er sie selbst singt. Matt bleibt unser Sänger. Aber es ist schön, beim Gesangspart zu variieren. Matt genießt es auch, zu spielen, während jemand anderes spielt.

Kritiker werfen Ihnen vor, das neue Album sei zu Dubstep-lastig und der Sound ähnele dem Bombastrock von Queen. Wie stehen Sie dazu?

Howard: Unsere Musik hat schon immer polarisiert. Mir ist es recht, wenn die Meinungen auseinandergehen. Ich begrüße auch Reaktionen wie Hass auf Musik. Alles, nur keine Gleichgültigkeit.

In dem einen Jahr, in dem Sie keine Konzert geben haben, haben Sie ein halbes Jahr am Album gearbeitet. Wie haben Sie den Rest des Jahres verbracht?

Howard: Wir haben auf einigen Festivals gespielt. Ich bin zwischen London und Los Angeles gependelt, habe Freunde besucht und mich einfach in der Sonne entspannt.