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Kalter Krieg im AllNeue Serie „Star City“ über Spionage in der Sowjet-Raumfahrt

3 min
Streaming - Apple TV -  «Star City»

Anastassija Belikowa (gespielt von Alice Englert) erreicht als erste Kosmonautin den Mond.

Die Serie „Star City“ zeigt eine fiktive sowjetische Mondlandung – und die brutale Überwachung durch den Geheimdienst KGB.

Das Zentrum der russischen Kosmonautik befindet sich im Sternenstädtchen, einer abgeschirmten Ortschaft rund 40 Kilometer außerhalb von Moskau. Dieser bis heute geheimnisumwobene Ort, auf Russisch Swjosdny Gorodok, bildet die Kulisse für die neue, achtteilige US-Serie „Star City“. Die Produktion, die bei Apple TV+ startet, inszeniert ein fiktives Drama um Verschwörungen, persönliche Schicksale und die Härte des sowjetischen Geheimdienstes KGB.

Die Schöpfer der erfolgreichen Produktion „For All Mankind“, Ben Nedivi und Matt Wolpert, ließen sich von den tatsächlichen Erfolgen der sowjetischen Raumfahrt anregen. In ihrer fiktionalen Welt kehren die Autoren die Historie der Raumfahrt jedoch um und schildern eine erfundene Mondlandung durch einen Kosmonauten aus sowjetischer Perspektive. Die Aufnahmen für die rund einstündigen Episoden entstanden mit großer Detailtreue in Litauen, einem ehemaligen Teilstaat der Sowjetunion.

Düstere Atmosphäre der Sowjet-Ära

Die Kulisse in der Ästhetik sozialistischer Plattenbauten versetzt das Publikum atmosphärisch in die Sowjetunion der 1960er- und 1970er-Jahre. In dieser Epoche konnte Moskau zwar keine Mondlandung vorweisen, erzielte jedoch im Wettstreit der Systeme während des Kalten Krieges zahlreiche andere Rekorde. „Star City“ thematisiert zugleich die Schattenseiten dieser Erfolge, die durch totale und teils letale Unterdrückung erkauft wurden.

Schauspieler Rhys Ifans

Rhys Ifans spielt den sowjetischen Raumfahrtpinier Sergej Koroljow. (Archivbild)

Hommage an Raumfahrtpionier Koroljow

Die bis Juli laufende Science-Fiction-Serie stellt auch eine Würdigung für den Chefkonstrukteur Sergej Koroljow dar, der in der Handlung namenlos bleibt und von Rhys Ifans („House of the Dragon“) dargestellt wird. Koroljow gilt als Begründer des Raumfahrt- und Raketenprogramms der Sowjetunion und bereitete Juri Gagarins historischen ersten Flug ins All vor. Ifans verleiht der Figur die Züge eines Forschers, der seine Würde in einem von Überwachung und Leistungsdruck bestimmten Umfeld bewahrt.

Angetrieben von Erfindergeist, ist der Chefkonstrukteur in der Serie auch für die Heldenbildung zuständig. Während der erste Mann auf dem Mond in Moskau gefeiert wird, befördert er mit der Kosmonautin Anastassija Belikowa (Alice Englert) die nächste Sensation zum Erdtrabanten. Die Figur, die nach dramatischen Vorkommnissen ausgewählt wird, erinnert an Walentina Tereschkowa, die erste Frau im Weltall.

Ständige Überwachung durch den KGB

Alle Beteiligten des Programms und ihre Familien teilen in der Serie ein Schicksal: Sie leben unter der permanenten Kontrolle des Staatssicherheitsdienstes. Der Schrecken wird durch Ljudmilla Raskowa personifiziert. Die von Anna Maxwell Martin gespielte, unbarmherzige KGB-Offizierin lässt Wohnungen abhören und jeden bespitzeln, um einen Maulwurf zu finden, der Geheimnisse an die US-Konkurrenz verrät.

Eine derart kritische Darstellung der eigenen Raumfahrtgeschichte als Krimi wäre im heutigen Russland kaum denkbar. Unter Wladimir Putin, einem früheren KGB-Offizier, sind düstere Darstellungen des autoritären Überwachungsstaates tabu. „Star City“ ruft solche Erinnerungen schonungslos wach, während russische Filme die Sowjetzeit oft verklären.

Zur Realität gehört auch, dass Moskau beim aktuellen Wettlauf zum Mond im Hintertreffen ist; finanzielle Probleme und westliche Sanktionen bereiten der Raumfahrt erhebliche Schwierigkeiten. Die Angst vor Spionage ist jedoch bis heute greifbar, auch im echten Sternenstädtchen. Zu Sowjetzeiten war die Siedlung stark gesichert, heute sind Besuche nach strengen Sicherheitsprüfungen (21 Tage für Russen, 45 für Ausländer) möglich. Die Popularität der Serie könnte das Interesse an einem Besuch zusätzlich steigern. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.