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Kölner PhilharmoniePianistin Elena Bashkirova sorgt für entrückenden Moment

Elena Bashkirova eröffnete mit dem Kölner Kammerorchester die „Meisterwerk“-Konzertreihe dieser Saison.

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Pianistin Elena Bashkirova

Die Pianistin, Kammermusikerin und passionierte Leiterin verschiedener Kammermusikfestivals Elena Bashkirova

Der Tag näherte sich dem Abend, und Elena Bashkirova spielte ihn auch in ihrer Zugabe: Schumanns Fantasiestück „Des Abends“ mit dem raffiniert die Struktur zum Schweben bringenden Dreier-Rhythmus im Zweiertakt. Das war ein romantisch-poetischer Augenblick in der Kölner Philharmonie, wie man ihn sich entrückter und entgrenzter kaum hätte wünschen können. Fast schien es, als habe die gefeierte Pianistin da etwas ins Offenkundige geführt, das in ihrer Interpretation des vorangehenden Hauptwerks – Beethovens, vom Kölner Kammerorchester unter Christoph Poppen begleiteten dritten Klavierkonzerts – bereits latent angelegt gewesen war: eine Tendenz zur Introversion, zum Lyrisch-Romantischen statt zum Dramatisch-Erhitzten.

Da gab es, bei insgesamt gemessenen Grundtempi, starke (vom gut mitgehenden Orchester geschmeidig aufgenommene) Temposchwankungen, hochexpressive Detailausformungen, gelegentlich auch ein wegtauchendes Verdämmern. Ob man das in jeder Hinsicht als stiladäquat empfindet, ist Sache der persönlichen Einstellung, die niemandem vorzuschreiben ist. Zumal Bashkirova auch immer wieder Kontrapunkte setzte, die eine problematische Weichzeichnung verhinderten, gerade mit ihrer sehr aktiven, die Verläufe genau gliedernden linken Hand, die dann auch schon mal die Bassoktaven klirren ließ. Im Ergebnis geriet vieles sehr schön: Da war jede Geste erfüllt, kein Takt verdurstete in einer neutralen oder virtuos-selbstgefälligen Abwicklung. Nur im gebethaft intonierten langsamen Satz drohte der Fluss zu versiegen, da brachte der Wille zum Ausdruck den großen Bogen fast zum Einknicken.

Beethoven pur

„Beethoven pur“ war das Motto des ersten „Meisterwerk“-Abokonzerts. Es begann mit der Ouvertüre zur „Prometheus“-Ballettmusik, in der die blitzblanke Klangschärfe der Bläser genauso erfreute wie die akkurat präsentierte Streicherfiguration. Am Schluss stand die fünfte Sinfonie, die das Orchester freilich dem starken Druck des Vergleichs mit allgegenwärtiger überragender Konkurrenz aussetzt. Es kann ja nicht weiter verwundern, dass das hochmotivierte Ensemble diesem Druck nicht ganz standhalten kann. Dank minimaler Verschwebungen und Klappereffekte fehlte etwa der den ersten Satz dominierenden Ta-ta-ta-taa-Devise jene zwingende Dramatik, jene brutale Durchschlagskraft, die eine gleichfalls durchschlagende Wirkung von Haus aus benötigt.

Diese Einwände seien zurückhaltend formuliert, denn sie beruhen auf Maßstäben, die sogar ungerecht sein mögen. Insgesamt war es das gelungene Saisoneröffnungskonzert einer Formation, der ihre Erfolge angesichts von Arbeits- und Finanzierungsumfeld wahrlich nicht in den Schoß fallen.