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Kommentar
Es naht die Nacht der Literatur

Das Schöne an einem „Jahresausklang“, wie ihn jetzt das Literaturhaus Köln begangen hat, ist ja, dass man sich einmal den Gesamtzusammenhang vor Augen führen kann. Also sagte Bettina Fischer, die Leiterin der Kölner Institution: „Ich finde es großartig, dass sich in Köln so viel Neues rund um die Literatur entwickelt.“ Was nichts als richtig ist.

Von einigen Beispielen war sogleich und konkret die Rede. So stellten die Kölner Universität und die Kunsthochschule für Medien ihre Studiengänge zu „Theorien und Praktiken professionellen Schreibens“ beziehungsweise zum „Literarischen Schreiben“ vor. Das Interesse ist erheblich: An der Uni beispielsweise kommen auf einen der 20 Studienplätze rund 80 Bewerber.

Und wer das Schreiben nicht mehr lernen muss, aber eine finanzielle Unterstützung zu schätzen weiß? Der kann sich seit diesem Herbst um das neue Dieter-Wellershoff-Stipendium bewerben. Die ersten Stipendiaten sind gefunden: Tina Ilse Maria Gintrowski und Joachim Geil.

Und noch mehr Neues. Seit April gibt es den Verein Literaturszene Köln, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, genau diese Szene „sichtbarer“ zu machen und einschlägige Lobby-Arbeit zu betreiben. Denn anders als andere Kunstsparten präsentierte sich die Literatur bislang einzelgängerisch. Damit soll es vorbei sein. Die erste Initiative in diese Richtung: Eine Kölner Literaturnacht wird es geben. Die Premiere am 4. Mai soll die ganze Stadt erfassen. Schon gibt es zahlreiche Anmeldungen. Was nur eines bedeuten kann: Es entwickelt sich wieder etwas Neues.

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