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Nachrichten"Verlässlich, aber steif und trocken"

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Weniger Zuschauer: „heute“-Moderatorin Petra Gerster

Mainz – Sie ist eine der traditionsreichsten Marken im deutschen Fernsehen und konnte vor kurzem ihren 50. Geburtstag feiern: Die altehrwürdige Nachrichtensendung „heute“ im ZDF. In vielen deutschen Haushalten ist die Hauptausgabe von „heute“ um 19 Uhr nach wie vor ein Muss, doch es werden immer weniger. Wie die Studie „Die Informationsqualität der Fernsehnachrichten aus Zuschauersicht“ zeigt, laufen Petra Gerster, Matthias Fornoff und den anderen „heute“-Redakteuren die Zuschauer davon. Vor allem junge Menschen können dem News-Klassiker des Zweiten nichts abgewinnen.

Im Schnitt gerade mal 470000 Unentwegte im Alter von 14 bis 49 Jahren schalteten 2012 um 19 Uhr „heute“ ein – weit weniger als die „Tagesschau“ und „RTL aktuell“ und sogar weniger als die Nachrichtensendungen von Sat 1, Pro Sieben oder die qualitativ fragwürdigen „RTL 2 News“, die 620 000 Zuseher verbuchen konnten.

Besonders bitter für die Macher von „heute“: Erstmals konnte im vergangenen Jahr sogar das in der Regel um 21.45 Uhr ausgestrahlte „heute-journal“ mit 3,53 Millionen Zuschauern etwas mehr Zuspruch verzeichnen. Das ZDF-Nachrichtenmagazin mit Claus Kleber und Marietta Slomka kommt in Gegensatz zu „heute“ auch bei jüngeren Zuschauern ganz gut an. „Wir dürfen ausführlich über die spannendsten Themen berichten, Schwerpunkte setzen – und anderes dafür weglassen“, begründet Kleber im Interview mit dem Branchendienst „Quotenmeter.de“ den Erfolg des „heute-journals“. Er fügt mit Blick auf die ZDF-Mitstreiter von „heute“ pflichtschuldig an: „Die »heute«-Kolleginnen machen einen Super-Job.“

Das wiederum sehen Kritiker der ZDF-Nachrichteninstitution ganz anders: Als zu schematisch, zu dröge und zu zurückhaltend bei populären bunten Themen wird „heute“ empfunden. Eine Einschätzung, die auch die neue Studie bestätigt, die sich unter anderem auf die Befragung von 3000 Personen stützt. In den Augen der Zuschauer können „Tagesschau“ und „heute“ zwar mit Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit, Vollständigkeit und guten Korrespondenten punkten. Doch die beiden öffentlich-rechtlichen Klassiker wirken der Umfrage zufolge – anders als die Nachrichtenformate der privaten Sender – nicht „locker und frisch“, sondern werden von vielen als „etwas steif und trocken“ empfunden.

Beim ZDF ist man sich der Probleme wohl bewusst und sieht das Internet als Hauptverursacher der „heute“-Krise. „Die klassischen Tagesnachrichtensendungen stehen viel stärker in Konkurrenz zu den Internetanbietern. Sie müssen beweisen, dass sie für die Zuschauer trotzdem wichtig bleiben“, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut in einem Interview.