Ein umstrittener Spruch gegen CDU-Chef Friedrich Merz sorgt bei der Wahl zum Jugendwort des Jahres für erste Aufregung.
Provokanter VorschlagSpruch gegen Friedrich Merz als Jugendwort eingereicht

«Mehrzweckeier» klingt sehr nach «Merz leck Eier». (Archivbild)
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Jugendwort des Jahres: Umstrittener Merz-Spruch sorgt für Aufsehen
Obwohl die Einreichungsphase für die Wahl zum „Jugendwort des Jahres“ erst kürzlich startete, erregt ein bestimmter Begriff bereits Aufsehen. Auf dpa-Anfrage gab der Verlag Pons Langenscheidt bekannt, dass unterschiedliche Versionen des Ausdrucks „Mehrzweckeier“ vorgeschlagen wurden. Der Verlag lehnte eine Stellungnahme zur genauen eingereichten Schreibweise ab, um, wie es hieß, eine Beeinflussung des Abstimmungsprozesses zu vermeiden. Im Netz sind diverse Schreibweisen zu finden.
Der Ausdruck stellt vermutlich eine Modifikation von „Merz leck Eier“ dar. Diese Formulierung kam vor einigen Monaten beispielsweise bei Demonstrationen junger Menschen gegen die Wehrpflicht auf. Ein 18-Jähriger trug bei einer Schülerdemonstration in Berlin Anfang März ein Schild mit der Inschrift „Merz leck Eier“. Daraufhin informierte die Polizei, dass gegen den Heranwachsenden wegen des Verdachts der Verleumdung des Bundeskanzlers und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz ermittelt werde. Bei nachfolgenden Protestmärschen waren ebenfalls Plakate mit diesem Spruch zu sehen. Dies könnte eine Anspielung auf die Musterung bei der Bundeswehr sein.
Hat der Begriff eine Chance auf den Titel?
„Mit dem ‚Jugendwort des Jahres‘ suchen wir Begriffe, die fest zum Wortschatz junger Menschen gehören und dementsprechend im Alltag ganz selbstverständlich genutzt werden. Dabei kommunizieren wir jedes Jahr auch die Ausschlusskriterien transparent und offen“, erklärte Artur Reiser, Marketing Manager bei Pons Langenscheidt, auf Anfrage. Ausgeschlossen werden demnach „offensichtliche Fakes und von einzelnen Gruppen oder Influencerinnen und Influencern initiierte Kampagnen, außerdem Begriffe mit beleidigendem, rassistischem, diskriminierendem oder sexistischem Charakter.“
Reiser führte weiter aus, dass der Verlag die Entwicklung der Abstimmung abwarten werde, da die Einreichungsphase erst begonnen habe und bis zum 17. Juli laufe. „Erst dann entscheiden wir über das weitere Vorgehen und veröffentlichen am 28. Juli die Top 10“, sagte Reiser.
Vorschläge lassen sich online einreichen
Seit dem vergangenen Freitag ist die Einreichung von Vorschlägen unter www.jugendwort.de möglich. Nach Angaben des Verlags steht die Teilnahme jedem offen. Für die offizielle Auswertung der Aktion werden jedoch ausschließlich die Voten von Jugendlichen berücksichtigt, wie auf der Webseite von Langenscheidt zu lesen ist. Das Alter der meisten Teilnehmenden liegt demzufolge zwischen elf und 20 Jahren.
Der Sieg ging im Vorjahr an den Ausdruck „Das crazy“. Die Jury beschrieb den Ausdruck seinerzeit als „Allzweckwaffe der Sprachlosigkeit“ sowie als Ersatz für ein „Okay“. Verwendung findet er hauptsächlich, wenn eine geeignetere Reaktion ausbleibt, die Motivation für eine detailliertere Erwiderung nicht vorhanden ist oder schlichtweg Höflichkeit gewahrt werden soll.
„Jugendwörter sind mehr als nur Trends – sie spiegeln wider, was junge Menschen gerade beschäftigt und wie schnell sich Sprache sogar binnen Monaten verändert“, erläuterten die Projektverantwortlichen Jenny Dolpp und Artur Raiser von Pons Langenscheidt zu Beginn der Kampagne.
Frühere Sieger: Von „Gammelfleischparty“ bis „Cringe“
Der Verlag rief die Tradition der Wortsuche im Jahr 2008 ins Leben, was zu teils amüsanten, teils skurrilen Resultaten führte. Zu den Klassikern zählen beispielsweise „Gammelfleischparty“, eine ironische Bezeichnung für Feiern von Über-30-Jährigen, „hartzen“ als Synonym für Untätigkeit und „Niveaulimbo“ für oberflächliche Gespräche.
Ebenfalls auf das Siegertreppchen gelangten „Swag“ (Coolness), „Yolo“ („You only live once“) und „Babo“ (Boss).
Bekanntgabe des Gewinners Mitte Oktober
Die Bekanntgabe der Top 10 erfolgt am 28. Juli, woraufhin die öffentliche Abstimmungsphase startet. Die Vorstellung der drei besten Ausdrücke ist für den 28. August angesetzt, und die Kür des Jugendwortes mit den meisten Stimmen findet am 10. Oktober auf der Buchmesse in Frankfurt statt. (dpa/red)
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