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Mord, Drogen, GangsDiese 8 Rapper starben viel zu jung

Lesezeit 7 Minuten
Gedenken an den ermordeten Rapper XXXTentacion mit Rosen, Kerzen und Bildern.

Gedenken an den ermordeten Rapper XXXTentacion. Seine Mörder wurde im März 2023 schuldig gesprochen.

In den letzten Jahren sind viele Rapper durch Gewaltverbrechen oder Drogenmissbrauch ums Leben gekommen. Erst im März 2023 wurden die Mörder des jungen Rappers XXXTentacion schuldig gesprochen. In diesem Artikel erinnern wir an ihn und sieben weitere talentierte Hip-Hop-Künstler, die viel zu früh gestorben sind und deren Tod eine Lücke in der Musikwelt hinterlassen hat.


XXXTentacion: Mord am helllichten Tag

Der erst 20-jährige XXXTentacion wurde im Juni 2018 am helllichten Tag in Deerfield Beach nördlich von Miami im US-Bundesstaat Florida erschossen. Der Rapper war einer der Stars der jungen Hip-Hop-Szene in den USA. Im März 2023 wurden drei Männer des Mordes an dem Rapper für schuldig befunden. Nach mehr als einwöchigen Beratungen befanden die Geschworenen eines Gerichts in Fort Lauderdale die Männer im Alter von 24, 26 und 28 Jahren des Mordes und des bewaffneten Raubüberfalls für schuldig. Ihnen droht eine lebenslange Haft.

Onfroy gehörte zur Generation der sogenannten Soundcloud-Rapper, die ihre Tracks zuerst auf der Plattform des gleichnamigen Online-Musikdienstes veröffentlichten. In seinen düster anmutenden Songs wie „Look at Me!“ verarbeitete er immer wieder seine kriminelle Vergangenheit und berichtete von Depressionen und Selbstmordgedanken. Sein zweites Studioalbum mit dem Titel „?“ schaffte es in den USA an die Spitze der Hip-Hop-Charts – ganz ohne klassische Werbekampagne. Nach seinem Tod kletterte sein Song „Sad!“ auf Platz eins der US-Charts.

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Takeoff von Migos

Takeoff wurde am 1. November 2022 in der texanischen Stadt Houston erschossen. Unter Berufung auf das Umfeld des 28-jährigen Musikers der Grammy-nominierten Gruppe Migos berichteten Medien, Takeoff sei in einer Bowlingbahn in Houston getötet worden. Der oder die Täter oder Täterinnen waren demnach zunächst noch auf freiem Fuß.

Nach Angaben eines Ermittlers ereignete sich der tödliche Vorfall nach einer privaten Feier im Gebäude der Bowlingbahn. „Und nachdem diese zu Ende war, versammelte sich eine große Gruppe von Menschen im Bereich der Eingangstür direkt vor dem Gebäude. Und das führte zu einem Streit, wo die Schießerei stattfand.“ Dabei seien zwei Schusswaffen zum Einsatz gekommen. Ende November und Anfang Dezember 2022 wurden zwei Tatverdächtige festgenommen.


Coolio: Tod im Badezimmer

US-Rapper Coolio (1963-2022), der in den 1990er Jahren mit Hits wie „Gangsta's Paradise“ oder „Fantastic Voyage“ zu den einflussreichsten Rappern der USA aufstieg, starb am 28. September 2022 vermutlich an einem Herzinfarkt. Der plötzliche Tod des Musikers löste in der Rapszene Bestürzung aus. „Friedliche Reise, Bruder“, schrieb Drummer und Rap-Musiker Questlove (51) auf Instagram. Eine „traurige Nachricht“, postete Rapper Ice Cube (53) auf Twitter. Auch Michelle Pfeiffer (64), Hauptdarstellerin des Film „Dangerous Minds“, in dem „Gangsta's Paradise“ Teil des Soundtracks war, zeigte sich per Instagram bestürzt über Coolios Tod.

Coolios Karriere erlitt nach seinem letzten Hit „C U When U Get There“ 1997 einen Knick. Wiederholt geriet er wegen illegalen Drogen- und Waffenbesitzes in die Schlagzeilen. Auch in Deutschland stand er 1998 vor Gericht. Damals wurde er wegen Beihilfe zu Raub und Körperverletzung zu sechs Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt. Zuletzt war Coolio im September 2016 mit einer Waffe am Flughafen von Los Angeles aufgegriffen worden. Er wurde zu 45 Tagen gemeinnütziger Arbeit und einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Kurios und fast vergessen: 2004 stand er neben C.C. Catch, Chris Norman oder Haddaway auf der Bühne der ProSieben-Show „Comeback – Die große Chance“ und drohte Jury-Mitglied Uwe Fahrenkrog-Petersen (Nena) nach dessen Kritik Prügel an. Das Comeback misslang – Coolio wurde nur Fünfter.


Juice Wrld: Drogentod am Flughafen

Juice Wrld (1998-2019) galt als die Nachwuchs-Hoffnung im Rap. Seine beiden ersten Alben „Goodbye & Good Riddance“ (2018) und „Death Race for Love“ (2019) verkauften sich millionenfach – sein Hit „Lucid Dreams“ lief rauf und runter. Dann die Tragödie: Der 21-jährige flog im Dezember 2019 mit einem Privatjet von Los Angeles nach Chicago. Der Rapper erlitt Medienberichten zufolge einen plötzlichen Krampfanfall, während Polizisten am Flughafen von Chicago sein Gepäck durchsuchten. In seinen Koffern fanden sie 31 Kilogramm Drogen, Waffen und Munition.

Der Krampfanfall war keine Show – Juice Wrld hatte sich laut seinen Teammitgliedern „mehrere unbekannte Pillen“ eingeworfen. Der Rapper starb kurz darauf im Krankenhaus. Offizielle Todesursache war laut Obduktionsbericht eine Überdosis an Oxycodon und Codein. Seine Freundin Ally Lotti, eine bekannte Instagram-Influencerin blieb geschockt zurück. Der Titel seines letzten Albums zu Lebzeiten, „Death Race for Love“ („Todesrennen für die Liebe“), bekam plötzlich eine tragische Bedeutung.


Mac Miller: Überdosis Alkohol, Drogen und Medikamente

Der frühe Tod von Mac Miller (1992-2018) entfachte die oft geführte Diskussion über Drogenmissbrauch im Rap-Genre aufs Neue. Der weiße Rapper hatte seit seinem Nummer-eins-Debüt „Blue Slide Park“ eine kometenhafte Karriere hingelegt.

Kaum war sein fünftes Album „Swimming“ erschienen, da wurde Miller am 7. September 2018 im Alter von 26 Jahren in seinem Haus in Studio City, einem Stadtteil von Los Angeles, tot aufgefunden. Als Todesursache wurde eine versehentliche, kombinierte Überdosis von Schmerzmitteln, Alkohol und weiteren Drogen festgestellt. Bei der Obduktion wurden unter anderem Reste von Fentanyl und Kokain nachgewiesen.

Zurück blieben Millionen trauernder Fans. Darunter eine der erfolgreichsten Sängerinnen der Welt, Ariana Grande, die sich erst wenige Monate vor Millers Tod nach zweijähriger Beziehung von ihm getrennt hatte und ihre Trauer auf Instagram in einem Privatvideo teilte.

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Lil Peep: Drogentod im Tourbus

Der schwedisch-amerikanische Rapper Lil Peep (1996-2017) alias Gustav Elijah Åhr war ein wichtiger Protagonist der Emo-Rap-Szene. Als Vorreiter der Verbindung von Emo-Rap und Rockmusik wurde Peep in den 2010er Jahren zum Aushängeschild der Szene und galt als Inspiration für jene Kids, die sich unverstanden und ausgestoßen fühlten. In seinen autobiografischen Texten verarbeitete Peep schonungslos Themen wie Sexualität, Depressionen, Liebeskummer und Drogenkonsum. Seine Bisexualität machte er wenige Monate vor seinem Tod öffentlich.

Kaum drei Monate nach der Veröffentlichung seines ersten Albums „Come Over When You’re Sober, Pt. 1“ im Sommer 2017, starb Gustav am 15. November an einer versehentlichen Überdosis eines tödlichen Medikamenten- und Drogencocktails. Dazu gehörten Fentanyl, Benzodiazepine, Kokain, Cannabis und Tramadol. Er starb in seinem Tourbus, während er sich auf einen Auftritt in Tucson, Arizona, vorbereitete. Lil Peep wurde nur 21 Jahre alt. 


The Notorious B.I.G: Attentat im Straßenverkehr

Er wurde nur 24 Jahre alt und doch zur Legende. Der „Rolling Stone“ bezeichnete The Notorious B.I.G (1972-1997) als „besten Rapper, der je gelebt hat“ und sowohl „Billboard“ als auch „The Source“ kürten ihn zum „besten Rapper aller Zeiten“. The Notorious B.I.G. alias Christopher Wallace wurde am 9. März 1997 in Los Angeles erschossen, als er gerade in einem Auto von einer Party kam. An einer roten Ampel hielt neben ihm eine Limousine, dessen Fahrer das Fenster runterließ und aus einer Pistole viermal auf Wallace feuerte, der später im Krankenhaus verstarb. Der Schütze konnte nie ermittelt werden.

Auch sonst blieben die Umstände viele Jahre rätselhaft. So erschien der Autopsiebericht erst 15 Jahre später. Eine endlose Flut an Dokumentationen, Berichten und Artikel schürten das Interesse bis heute. Makaber bleiben in diesem Zusammenhang die die Titel seiner beiden einzigen zu Lebzeiten veröffentlichten Alben: „Ready to Die“ (1994, „Zeit zu sterben“) und „Life After Death“ (1997, „Leben nach dem Tod“).


2Pac: Mord im Straßengang-Milieu

Nur wenige Monate vor dem Mord an The Notorious B.I.G. erschütterte bereits ein anderer Mord die Rap-Welt. Tupac Shakur (1971-1996) oder kurz 2Pac war mit 25 Jahren nicht minder einflussreich und erfolgreich gewesen. Der Welterfolg „California Love“ prägte das Rap-Genre und Alben wie „All Eyez on Me“, zwischen provokantem Gangsta-Rap und hartem P-Funk, machten 2Pac zur Galionsfigur des Genres. So wild wie seine Texte war auch sein Leben: 2Pac kam immer wieder wegen Körperverletzung, sexueller Nötigung und Schusswaffengebrauch mit dem Gesetz in Konflikt. So führte 2Pac 1995 gerade die US-Charts an, als er eine viereinhalbjährige Haftstrafe absaß, die nach sieben Monaten zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Auch Berichte über Gang-Konflikte überschatteten seine Karriere. Mutmaßlich führten diese zum blutigen Attentat am 7. September 1996 in Las Vegas. An einer roten Ampel wurde Tupac aus einem anderen Auto heraus niedergeschossen. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert und ins künstliche Koma versetzt. Am 13. September erlag er seinen schweren Verletzungen. Seine Verkaufszahlen gingen daraufhin durch die Decke – bis heute wurden 75 Millionen Platten verkauft. Im Deutschen Herford steht sogar eine Statue für den Rapper.

Ebenso florierten die Mordtheorien. Eine der Bekanntesten: Orlando Anderson, ein Gang-Mitglied, soll Tupac erschossen haben. Aus Rache, weil dessen Leute ihn kurz zuvor verprügelten. Orlando wurde 1998 ermordet – ebenfalls bei einer Auto-Schießerei.

Die Morde an 2Pac und The Notorious B.I.G. gingen in die Musikgeschichte ein und wurden 2017 in einer Serie von Netflix aufgearbeitet („Unsolved“).

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