Nachdem die Popband Alphaville vom Glücksgefühle-Festival ausgeladen wurde, sind viele Fans sauer. Die Toten Hosen überraschten unterdessen in Münster.
Streit um Glücksgefühle-EventTote Hosen holen Alphaville-Sänger auf Bühne – Brings schalten sich ein

Campino, Sänger der Toten Hosen, holte Marian Gold auf die Bühne (Archivbild).
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Der Streit um den gestrichenen Auftritt der 80er-Helden Alphaville beim Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring schlägt hohe Wellen. In den sozialen Medien kocht die Wut der Fans. Die Veranstalter eines der größten Popfestivals Deutschlands werden scharf angegangen.
Nachdem Sänger Marian Gold (72) beim 80er-Festival in Hamburg „zahlreiche politische Äußerungen“ auf der Bühne getätigt hatte, hatte Veranstalter Markus Krampe (54) die Gruppe darauf hingewiesen, dass er solche Äußerungen bei seinen Events nicht haben möchte.
„Das Glücksgefühle-Festival ist und bleibt ein Ort, an welchem ausdrücklich jeder seine Sorgen des Alltags vergessen kann und soll, und da gehört es auch dazu, das Thema, das die Menschen in Deutschland aktuell am meisten spaltet, Politik, außen vor zu lassen und gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen – jenseits jeglicher möglicher Konflikte“, hatte er mitgeteilt.
Glücksgefühle-Festival: Emotionen im Netz kochen aktuell über
Da Alphaville diesen „Maulkorberlass“, wie die Musiker es selbst nennen, nicht hinnehmen wollte, wurde die Gruppe ausgeladen. „Wir haben als Veranstalter das Recht, den Rahmen für unsere Veranstaltungen festzulegen“, sagt Krampe. Gleichzeitig hat er die Rechtsanwaltskanzlei Höcker aus Köln beauftragt, die Social-Media-Äußerungen von Marian Gold zu überprüfen.
In der Musikszene herrscht seit Mittwoch (2. September 2026) nun Empörung. Die Toten Hosen reagierten schnell. Bei ihrem Konzert am Mittwochabend in Münster holte Frontmann Campino vor 25.000 Fans zur Rede aus. „Wir finden es extrem fragwürdig und auch absurd, jemanden auszuladen, der sich gegen die AfD oder Trump äußert, jemand, der stabil ist für die Demokratie. Ich finde, da ist eine neue Grenze überschritten und eingerissen.“
„Wir sind Leute, die sich freuen, Menschen mitzubringen, die sich politisch äußern und stabil sind“, sagte Campino. In Münster habe sich Alphaville gegründet, dort sei für sie alles losgegangen. Und dann kam überraschend Marian Gold unter großem Jubel auf die Bühne. „Sie sind so viel Millionen Mal größer als dieses beschissene Piss-Festival“, sagte der Hosen-Sänger. Gemeinsam sangen sie dann „Forever Young“.
Donots bedanken sich bei Alphaville
Auch Ingo Knollmann von den Donots war beim Hosen-Konzert. Die Band postete ebenfalls ein klares Statement. „Danke, Alphaville. Es sind gruselige Zeiten, wenn plötzlich dafür gesorgt werden soll, dass vor und auf Bühnen niemand das Maul gegen braune Scheiße aufmacht. 100 Prozent stabil bleiben“, schrieben die Musiker.

Markus Krampe (l.) und Lukas Podolski: Die beiden Macher des Glücksgefühle-Festivals stehen nach der Alphaville-Ausladung unter Druck.
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Klar ist, dass durch die Alphaville-Ausladung das Glücksgefühle-Festival nun komplett politisch aufgeladen ist und die fröhliche Stimmung bei vielen Gästen gewichen ist. Viele Fans erwarten von den dort anwesenden Künstlern eine Reaktion. Der Kölner Männerchor Grüngürtelrosen, der am Freitag auftritt, wollte sich auf Nachfrage dieser Redaktion nicht zum Thema äußern.
Peter Brings erwartet eine Reaktion von Lukas Podolski
Dafür sprach Peter Brings Klartext. Die Kölschrocker waren schon zweimal am Hockenheimring dabei. „Wenn wir in diesem Jahr gebucht gewesen wären, würden wir nicht mehr auftreten“, sagt er zu dieser Redaktion. „Jeder ist im Moment wichtig, der klarstellt, dass er Antifaschist ist. Wem es nicht passt, dass Teile seines Publikums das vielleicht nicht hören wollen, dem geht es nur um die Kohle.“
Brings eckt im Kölner Karneval mit der klaren Haltung auch häufig an. „Wenn wir den Mund aufmachen, wird oft im Saal gepfiffen“, sagt der Frontmann. „Aber wir sind jetzt an dem Punkt, wo keiner mehr schweigen darf.“
Der Sänger wünscht sich auch eine Reaktion von FC-Idol Lukas Podolski, der das Festival mit Krampe veranstaltet. „Ich mag den Lukas. Er ist in Polen geboren und in Deutschland mit offenen Armen empfangen worden. Da sollte er mal überdenken, was da gerade bei seiner Veranstaltung passiert.“

