„The Mystery of Banksy“Erfolgreiche Ausstellung kommt im November nach Köln

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Mitarbeiter gehen in der Ausstellung "The Mystery of Banksy - A Genius Mind". Im Vordergrund ist die Installation "Death Of Telephone Booth" zu sehen.

Blick in die Ausstellung The Mystery of Banksy. Sie ist ab November in Köln zu sehen.

Die Kölner Ausstellung „The Mystery of Banksy“ zeigt 150 Werke. Mehr oder auch weniger Banksy gibt es nirgendwo zu sehen.

Neben der Identität der Mona Lisa gehört die des britischen Straßenkünstlers Banksy zu den größten Geheimnissen der Kunstwelt. Über ihn ist lediglich bekannt, dass er 1974 in Bristol geboren wurde und bei Nacht und Nebel gerne ausgefeilte Streiche an Häuserwänden hinterlässt. Mal setzt er mannshohe Ratten im Stadtbild aus, mal „sprengt“ er Ausblicke in den israelischen Grenzzaun, und wenn er davon genug hat, schmuggelt er eigens dafür angefertigte Gemälde in Museen. Seine Werke finden sich vorzugsweise in sozialen Brennpunkten und manchmal sogar in Kriegsgebieten. Und immer sorgen sie für Aufregung unter Anwohnern und dem Rest der Welt.

„The Mystery of Banksy“ ist vom Künstler nicht autorisiert

Den Sprung von der Guerilla- zur Millionenkunst gelang Banksy dann ausgerechnet mit einem Werk, das er auf der Bühne des Auktionshauses Sotheby’s zur Hälfte zerstören ließ. Sekunden nachdem „Mädchen und Ballon“ in London zum Rekordpreis von 1,2 Millionen Euro versteigert worden war, ließ er es durch einen im Bilderrahmen versteckten Papierschredder laufen. Vermutlich war dies ein genialer Trick, mit dem er die Gier des Kunstmarkts vorführen und ins Absurde drehen wollte, denn durch die Zerstörung gewann das Bild in der Folge sogar noch an Wert. Aber wie immer bei Banksy weiß man es nicht genau.

Kein Geheimnis ist, dass Banksy an der großen Wanderausstellung über ihn, „The Mystery of Banksy“, nicht beteiligt ist – die Veranstalter vermarkten sie selbst als „nicht autorisiert“. Sie läuft derzeit noch in Zürich und Stuttgart und wird in Kürze in Stockholm, Hannover und auch in Köln zu sehen sein. Wie das geht? Die Aussteller zeigen keine Banksy-Originale, sondern, dem Geist der Guerillakunst folgend, rund 150 unautorisierte Nachahmungen seiner Werke. Der Ort ist dank einer Ausstellung zur ukrainischen Kunst bereits in der Kölner Kunstszene etabliert: Ab 3. November ist „The Mystery of Banksy“ im ehemaligen Autohaus in der Oskar-Jäger-Str. 99 in Köln-Ehrenfeld zu sehen. Die Ausstellung soll bis 17. März 2024 geöffnet sein.

Die große Frage ist natürlich, ob die Veranstalter mit ihrer Blockbuster-Ausstellung den Erfolg Banksys ausbeuten – oder Banksys alte Maxime „Copyright is for Losers“ nur konsequent auslegen. Die etwas kleinere lautet, ob Straßenkunst im Museum noch sie selber ist. Ab November kann man das dann in Köln selbst entscheiden und auch darüber nachgrübeln, ob die Sache vielleicht nur ein weiterer Streich des Künstlers ist. Den Ausverkauf der Straßenkunst hatte Banksy schließlich schon in seinem Mockumentary „Exit through the Gift Shop“ inszeniert. Sicher ist nur, dass die Ausstellung den Mythos um Banksy mehrt.

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