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Ein Mann will sterben„Ticket ins Leben“ ist eine Komödie über ein ernstes Thema

3 min
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Valérie Lemercier ist in dem Fim «Ticket ins Leben» zu sehen. (Archivbild)

Sein Plan ist der Tod in der Schweiz. Doch eine unberechenbare Frau und ihre Lebenslust durchkreuzen seine letzte Reise.

Ein Mann will in der Schweiz sterben, doch eine unberechenbare Frau durchkreuzt seinen Plan. Eine Komödie über ein ernstes Thema.

Antoine Toussaint hat eine Reise nach Genf vor. Anders als Touristen sucht er dort keine Erholung, sondern eine spezielle Klinik auf, um seinem Dasein ein Ende zu setzen. Seine Absicht eines ruhigen Abschieds wird allerdings bereits auf der Bahnfahrt durchkreuzt. Victoire, eine temperamentvolle Strafgefangene auf Freigang, nimmt ohne Aufforderung Platz bei ihm.

Der französische Filmemacher Jean-Pierre Améris, bekannt für Werke wie «Die Sprache des Herzens» und «Die anonymen Romantiker», wählt für seinen Film «Ticket ins Leben» einen unbeschwerten Ansatz. Anstatt auf Dramatik zu setzen, nutzt er Humor, Leichtigkeit und überraschende Wendungen. Der Film thematisiert dabei ernsthafte Sujets wie Erkrankung, Lebensüberdruss, seelische Ausgebranntheit sowie die Auseinandersetzung mit der Autonomie am Ende des Lebens.

Zwei ungleiche Charaktere

Die Handlung folgt einem bekannten Muster, bei dem sich Kontraste anziehen. Im Mittelpunkt steht Antoine, ein ehemals umjubelter Chansonsänger. Ein Schlaganfall während eines Auftritts führt ihn in eine schwere persönliche Krise und mündet in einer Depression. Er fasst den endgültigen Entschluss, in der Schweiz durch Sterbehilfe aus dem Leben zu scheiden, da er glaubt, seine Karriere sei für immer beendet.

Im starken Kontrast dazu steht Victoire: Sie ist ungestüm, spontan und von einer unbändigen Vitalität geprägt. Um ihrer Tochter ein Schmuckstück zum 18. Geburtstag zu besorgen, raubt sie aus Zuneigung mit einer Spielzeugwaffe ein Juweliergeschäft aus. Danach reist sie zur Hochzeit der Tochter, obwohl sie keine Einladung erhalten hat, da sich diese für ihre Mutter geniert.

Starke Chemie der Hauptfiguren

Die besondere Qualität des Werks resultiert eindeutig aus der Interaktion der beiden Protagonisten. Als Victoire verkörpert Valérie Lemercier, bekannt aus «Aline - The Voice of Love», eine Kombination aus Tatendrang, Empfindsamkeit und gezügeltem Irrsinn. Diese Darstellung verleiht der Figur trotz ihrer Eigenwilligkeit eine hohe Authentizität.

Gérard Darmon, der in «Asterix & Obelix: Mission Kleopatra» mitwirkte, porträtiert Antoine wiederum als einen zermürbten und resignierten Künstler, der schrittweise den Weg zurück ins Dasein finden muss. Gemeinsam führen die beiden scharfsinnige Dialoge, die von Sarkasmus, makabrem Witz und absurden Momenten geprägt sind.

Ein schwieriger Spagat

Der Film «Ticket ins Leben» ist von Gegensätzen durchzogen, was sowohl seine Stärke als auch eine Schwachstelle darstellt. Améris nähert sich einem sensiblen Sujet – dem Todeswunsch – und verarbeitet es als romantische Komödie, die gleichzeitig eine Hommage an das Leben ist. Dieser anspruchsvolle Spagat ist nicht durchgehend erfolgreich. Zuweilen erscheint die Inszenierung beinahe übermäßig behutsam, als ob sie jegliche Irritation vermeiden möchte.

Der Regisseur Améris fokussiert sich auf die menschliche Komponente und auf versehrte Charaktere, die einander helfen, wieder Lebensmut zu fassen. «Ticket ins Leben», im französischen Original «Aimons-nous vivants», ist weniger eine tiefsinnige Abhandlung über assistierten Suizid. Es ist vielmehr eine romantische Komödie, die von der Stärke zwischenmenschlicher Verbindungen und der Chance auf einen Neubeginn handelt. Aus diesem Aspekt schöpft der Film seinen Reiz, wenngleich er nicht in allen Belangen überzeugt. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.