Er forderte Gott heraus, vergrub eine Kirche vor der Allianz-Arena und machte sich selbst zum Gesamtkunstwerk. Zum Tod von Timm Ulrichs.
Timm Ulrichs gestorbenJeder Lidschlag erinnert an den Tod

Der Künstler Timm Ulrichs 2019 bei der Inbetriebnahme einer Installation
Copyright: Ole Spata/dpa
Der Toast verbrannt, der Kaffee kalt und die Marmelade über das halbe Tablett verteilt: Wenn sich die Kinder im Morgengrauen nützlich machen, sucht manche Mutter darin Trost, dass bereits der gute Gedanke zählt. So ähnlich mag sich auch die mütterliche Kunstgeschichte gefühlt haben, als sie 1969 das Werk ihrer jüngsten Kinder sah: Statt Bilder an die Wand zu hängen, hatte etwa Timm Ulrichs mehrfach das Wort „Bild“ an die Wände des Leverkusener Museum Morsbroich gepinselt und Lawrence Weiner eine Art Abwesenheitsnotiz hinterlassen. Ob seine Arbeit aufgebaut werde oder nicht, sei egal, denn „jeder Zustand ist gleichwertig und stimmt mit der Absicht des Künstlers überein“.
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