Zufallsfund in Dortmund: In einem Buch der Unibibliothek wurde eine unbekannte Widmung von Albert Einstein entdeckt.
Fund für 35 DollarDortmunder Uni entdeckt unbekannte Einstein-Widmung

Vom Physiker und Genie Einstein ist jetzt eine Widmung aufgetaucht. (Archivbild)
Copyright: Jens Kalaene/dpa
Angestellte der Universitätsbibliothek in Dortmund machten eine Entdeckung: eine bis dato unbekannte Inschrift von Albert Einstein, datiert auf 1952. Die Hochschule gab bekannt, dass sich die handschriftliche Notiz in einem Band befand, der zu einer Schenkung des Amerikanisten Walter Grünzweig zählte. Er hatte der Bibliothek über 4.000 Werke nordamerikanischer Literatur vermacht.
Die handschriftlichen Zeilen des Physikers (1879-1955), bekannt als Begründer der Relativitätstheorie, standen auf dem Vorsatzblatt des Buches „Socialism and American Life“ (Sozialismus und amerikanisches Leben).
Persönliche Worte für einen Freund
Die Anmerkung Einsteins war an seinen Freund Otto Nathan adressiert, der später auch seinen Nachlass verwaltete. Laut Auskunft der Universität lautet die Inschrift wörtlich: „Dem lieben Otto Nathan / Dem Freund und Heiligen / Dies Buch über die Irrfahrten / seiner Kollegen. A. Einstein 1952.“
Der deutsch-amerikanische Ökonom Nathan (1893–1987) wanderte nach 1933 in die Vereinigten Staaten aus. Bis 1935 war er als Dozent in Princeton (New Jersey) tätig, wo die Begegnung mit Einstein stattfand. Ebenso hatte Einstein Deutschland nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verlassen, um seine Forschung in den USA weiterzuführen.
Kauf für 35 Dollar in New Yorker Antiquariat
Anhand seiner Tagebuchaufzeichnungen konnte Grünzweig nachvollziehen, dass der Erwerb des Buches im Juli 1993 in einem namhaften Antiquariat in New York erfolgte. Ein Preisetikett, das sich nach wie vor im Buch befindet, weist den damaligen Kaufbetrag von 35 Dollar aus.
Wegen der großen Anzahl an Büchern, die der Forscher zu jener Zeit erwarb, entging ihm die handschriftliche Anmerkung. Die Mitarbeiter des Ladens hatten die Inschrift anscheinend ebenfalls übersehen, obwohl sie den Wert des Bandes beträchtlich erhöht hätte.
Authentizität des Fundes bestätigt
Stephanie Marra, die das Universitätsarchiv leitet, hob die Authentizität des Fundes hervor. Sie erklärte: „Wir haben ‚unsere‘ Widmung mit verschiedenen digital zur Verfügung stehenden Widmungen, Eintragungen und Autographen Einsteins verglichen und können sie anhand dessen klar als Original bewerten“. Vermutlich handelt es sich um das alleinige bekannte Buch, das Albert Einstein seinem Freund Otto Nathan mit einer persönlichen Inschrift vermachte. (dpa/red)
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