Die britische Schlagersängerin Vera Lynn ist im Alter von 103 Jahren gestorben. Lynn galt im Zweiten Weltkrieg als Sweetheart der britischen Soldaten. Sie starb am Donnerstag im Kreis ihrer Familie. Erst kürzlich hatte Königin Elizabeth II. (94) in einer Rede an die Nation an einen Song Lynns erinnert, als sie die Briten zum Durchhalten in der Coronavirus-Pandemie aufrief. Die Queen sagte: „We will meet again“ (Wir werden uns wiedersehen). Das wurde weithin als Anspielung auf den Megahit Lynns „We’ll Meet Again“ aus dem Jahr 1939 gedeutet.
Geboren am 20. März 1917 während des Ersten Weltkriegs im Londoner East End, sang sie schon mit sieben Jahren in Freizeitclubs für Arbeiter. In den 1930ern nahm sie mit bekannten Bigbands erste Songs auf. Der Zweite Weltkrieg wurde zum Sprungbrett für ihre Karriere; Lynns sentimentale Lieder gegen Heimweh und Alpträume trösteten die britische Kriegsgeneration.
Ab 1941 moderierte die Klempnertochter das nächtliche BBC-Radioprogramm „Sincerely Yours“ und verlas persönliche Nachrichten an die Soldaten an der Front. Sie verkörperte das pflichtbewusste nette Mädchen, mit dem sich auch die Frauen daheim identifizieren konnten. Mit Reisen in entlegene Kriegsgebiete verdiente sie sich den Respekt der Truppen.
Nach dem Krieg schaffte es Vera Lynn mit „Auf Wiederseh’n Sweetheart“ als erste Britin an die Spitze der amerikanischen Hitparaden. 2014 brachte sie mit 97 Jahren eine Platte heraus und schaffte es in die britischen Top 20 – weltrekordverdächtig. (dpa)
